Familien-Finanzcheck – Tipps für Eltern

Junge Familie

Familien-Finanzcheck – Tipps für Eltern: Junge Familien oder werdende Eltern stellen sich oft die Frage, wie sich die finanzielle Situation verändern wird und was sie zukünftig beachten müssen. Kindergeld, Elterngeld, Steuerklassen, Versicherungen – viele Fragen tauchen auf. Der Finanzcheck auf FamilienkulTour gibt eine Übersicht rund um Gelder, Fördermöglichkeiten und Versicherungen.

Mit dem Nachwuchs erhöhen sich die Ausgaben

Das ist ganz klar. Doch wussten Sie, dass ein Kind laut Bundesamt für Statistik  rund 126.000 € kostet bis es volljährig ist? Eine hohe Summe, die im Laufe der Zeit von den Familien aufgebracht werden muss. Gut beraten ist, wer frühzeitig plant und sich gut über Fördermöglichkeiten informiert. Denn es müssen noch zusätzliche Kosten für eventuelle Verdienstausfälle, Führerscheinkosten oder Studiengebühren einbezogen werden.

Freibeträge sorgen für ein höheres Nettoeinkommen

Spätestens dann, wenn sich der erste Nachwuchs ankündigt, sollten Familien ihre Freibeträge auf der Lohnsteurkarte eintragen lassen. Dadurch sinkt das zu versteuernde Einkommen und es wird weniger Lohnsteuer vom Arbeitgeber einbehalten.
Das höhere Nettoeinkommen kann sich somit auch positiv auf das Elterngeld auswirken, da es sich nach dem Nettoeinkommen der Eltern vor der Geburt richtet. Hierzu sollten Eltern beim Finanzamt einen Freibetrag beantragen und zusammen mit der Lohnsteuerkarte einreichen. Danach erhält der Arbeitgeber die Lohnsteuerkarte zurück und der Arbeitnehmer kann von dem höheren Nettoeinkommen schneller profitieren und muss nicht erst auf die Rückzahlung nach der Steuererklärung warten.

Wofür gibt es Freibeträge?

Freibeträge werden für die Werbungskosten aus der Arbeitnehmertätigkeit, für Sonderausgaben oder für außergewöhnliche Belastungen gewährt.
Hierzu zählen beispielsweise Ausgaben wie Kinderbetreuungskosten, Werbungskosten oder Kirchensteuer.

Ein Wechsel der Steuerklasse Vorteile für Familien bringen

Es ist zwar nicht der romantischste Grund zu heiraten, doch steuerlich gesehen, mach eine Heirat Sinn. Allerdings ist es sehr wichtig, genau auszurechnen, welche Konstellation am sinnvollsten ist.
Genau wie beim Eintrag der Freibeträge auf der Lohnsteuerkarte, kann es für Familien sinnvoll sein, schon vor der Geburt die Steuerklasse zu wechseln. Beispielsweise wenn schon frühzeitig klar ist, dass ein Elternteil längere Zeit Elterngeld beziehen wird. Wechselt man schon vor der Geburt des Kindes in Steuerklasse 3, erhöht sich das Nettoeinkommen und somit auch das Elterngeld, das dem ja zugrunde liegt. Der Ehepartner, der dann in die höhere Steuerklasse wechselt, erhält das zu viel an das Finanzamt gezahlte Geld dann mit der Steuererklärung zurück.

Trotzdem will ein Wechsel der Steuerklasse vor der Geburt wohl überlegt sein, denn dem Ehepartner, der in die höhere Steuerklasse wechselt, bleibt ja zunächst weniger Nettogehalt. Meistens handelt es sich ja um den Hauptverdiener und somit müssen Familien durchrechnen, ob diese finanziellen Einbußen vertretbar sind. Man sollte auch in die Überlegungen einbeziehen, dass der Ehepartner, der in die höhere Steuerklasse wechselt, im Falle von Krankheit oder Arbeitslosigkeit weniger Unterstützung erhält.

Sechs Wochen vor Geburt beginnt die Mutterschutzfrist

Für Schwangere, die fest angestellt sind, beginnt die Mutterschutzfrist sechs Wochen vor der Geburt und dauert bis 8 Wochen nach der Geburt. Für diese Zeit kann das Mutterschaftsgeld beantragt werden, wenn man in einer gesetzlichen Krankenkasse versichert ist. Die Krankenkassen zahlen bis zu 13,- € am Tag. Damit es beim gleichen Nettogehalt bleibt, stockt der Arbeitgeber den fehlenden Betrag bei Bedarf auf. Frühestens sieben Wochen vor dem Geburtstermin stellen der Arzt oder die Hebamme eine entsprechende Bescheinigung aus.

Das Kind ist da – Zeit für Kindergeld und Elterngeld

Mit Geburt des Kindes können Eltern auch das Kindergeld beantragen. Am einfachsten ist es, wenn man den Antrag im Internet bei der Agentur für Arbeit herunterlädt und ausfüllt oder man informiert sich auf Finanzportalen wie z.B. elterngeld.de. Außerdem muss noch eine Anmeldung bei der Krankenkasse erfolgen. In den meisten Fällen wird das Kind beim Elternteil mit dem höheren Einkommen versteuert.
Haben die Eltern gut überlegt, wer zukünftig wann und wie viel arbeitet oder auch zu Hause bleibt, kann der Antrag auf Elterngeld gestellt werden. Hierfür hat man bis zu drei Monate nach der Geburt Zeit. Wichtig ist es hierbei zu wissen, dass die Anträge immer für die Lebensmonate des Kindes beantragt werden können. Der Lebensmonat beginnt dann mit dem Tag der Geburt des jeweiligen Monats, also beispielsweise der 11. August und dauert bis zum 10. Tag des nächsten Monats. Das sollten Eltern bei der Beantragung beachten. Im genannten Fall sollte dann der Antrag auch immer bis zum 10. des jeweiligen Monats gestellt werden.
Auch über einen Rücktausch der Steuerklassen sollte nachgedacht werden, wenn ein Ehepartner wieder die Arbeit voll aufnimmt, der bisher in der höheren Steuerklasse versichert war.

Die Riester-Versicherung für junge Familien – sinnvoll oder nicht?

Riester ja oder nein, diese Frage stellen sich natürlich auch junge Familien. Und gerade die sind es, die von den Zulagen für sich selbst und die Kinder besonders profitieren und sich ein finanzielles Polster für später ansparen können.
Die Grundzulage beträgt 154,- € im Jahr und wird vom Staat beigesteuert. Zusätzlich erhalten Familien für jedes Kind, das Kindergeld erhält, eine jährliche Zulage von bis zu 300,- €. Hierbei ist darauf zu achten, dass mindestens vier Prozent des Bruttoeinkommens aus dem vorangegangenen Jahr als Beiträge in den Riester-Vertrag eingezahlt wurden, Zulagen inklusive. Die Förderung fällt geringer aus, wenn die eingezahlten Beiträge diese Marke unterschreiten.

Fazit: Früh informieren, gut planen und Fördermöglichkeiten clever ausnutzen

Es gibt somit einige finanzielle Fördertöpfe, aus denen junge Familien schöpfen können. Frühzeitig informieren und die neuesten Bestimmungen herausfinden, lohnt sich in jedem Fall. Besonders wichtig ist, sich über die Art und Weise der Arbeitsteilung im Voraus Gedanken zu machen, um hier in Bezug auf Steuerklasse und Elterngeld klug zu handeln und den größtmöglichen Nutzen zu ziehen.
Neben den genannten Möglichkeiten stehen Eltern noch weitere staatliche Hilfen wie Kinderzuschlag, Kinderfreibetrag, Kinderbetreuungskosten oder auch Entlastung für Alleinerziehende zur Verfügung.