Informationen rund ums Kindergeld

Informationen rund ums Kindergeld

Informationen rund ums Kindergeld: Es gilt als „Kernelement der Familienförderung“, die längste Sozialleistung zur Förderung von Familien und Kindern und doch wurde und wird es stets kontrovers diskutiert: Das Kindergeld. Aber seit wann gibt es das Kindergeld in Deutschland überhaupt, wie hat es sich entwickelt und wie viel können Familien heute beziehen? Was ist der Unterschied zwischen Kindergeld und Kinderfreibetrag? Und welche Voraussetzungen muss eine Familie erfüllen, um überhaupt Kindergeld beantragen zu können. Diesen Fragen sind wir einmal nachgegangen. 

Kindergeld – Das „Kernelement der Familienförderung“?!

Geschichte des Kindergeldes

Wir werfen zunächst einen kurzen Blick zurück in die Geschichte: Wir schreiben das Jahr 1936, die Nationalsozialisten sind an der Macht und die monatliche Kinderbeihilfe wird eingeführt – sie soll Arbeitern- und Angestelltenfamilien mit hoher Kinderanzahl, denen weniger als 185 Reichsmark monatlich zur Verfügung stehen, unter die Arme greifen; und das mit 10 Reichsmark pro fünftem Kind. Heute wohl kaum mehr vorstellbar. 1964 sah es dann schon ganz anders aus; ab dem zweiten Kind sollten Familien Kindergeld erhalten.
Wurde diese Familienförderung zuvor noch aus so genannten Familienausgleichskassen bezahlt, wurde die Zuständigkeit hierfür im Jahre 1964 an die Bundesanstalt übertragen und knapp zehn Jahre später, im Jahre 1975, sollten dann auch die Erstgeborenen von der finanziellen Förderung profitieren.

Kindergeld im Jahr 2017

Während in der Vergangenheit nur die leiblichen Eltern für ihr Kind / ihre Kinder Kindergeld beziehen konnten, werden die Voraussetzungen hierfür im Jahr 2017 laut Bundesagentur für Arbeit wie folgt definiert: Kindergeld bekommen in der Regel die Eltern. Lebt das Kind im Haushalt der Großeltern, Adoptiv- oder Pflegeeltern, erhalten diese das Kindergeld.
Nach dem aktuellen Bundeskindergeldgesetz (kurz: BKGG, Stand: 01.01.17) erhalten Familien für das erste und zweite Kind monatlich € 192,-, für das dritte Kind €198,- und für das vierte und jedes weitere Kind monatlich € 223,- zur Verfügung gestellt.
Zu beachten ist, dass das Kindergeld generell nur bis zum 18. Lebensjahr ausbezahlt wird. Allerdings gibt es einige Ausnahmen: Kindergeld wird auch weiterhin ausbezahlt für Kinder, beziehungsweise junge Erwachsene, bis zum Alter von 25 Jahren, die eine Ausbildung – egal ob Schule, Studium, Lehre – absolvieren, die sich zwischen zwei Ausbildungsabschnitten befinden, oder einen Freiwilligendienst im In- oder Ausland absolvieren und für Kinder bis zum 21. Lebensjahr, die arbeitssuchend sind. Allerdings muss das Kindergeld ab dem 18. Lebensjahr bei den Familienkassen der Agentur für Arbeit beantragt werden. Wenn Sie sich hierüber weiter und ausführlich informieren möchten, erhalten Sie über www.kindergeldinfo.de. Auskunft über viele Themen rund ums Kindergeld und vor allem auch dazu, was Sie genau beachten müssen, um Ihre Ansprüche zu wahren.

Informationen rund ums Kindergeld

Damit das Kindergeld an die Familie ausgezahlt werden kann, muss ein Antrag bei der zugehörigen Familienkasse gestellt werden. Dies gilt allerdings nicht für Beamte, welche sich hierfür an ihren Arbeitgeber wenden sollten. Gem. § 1 Abs. 1 BKGG (Bundeskindergeldgesetz) muss für den Bezug dieses Geldes Voraussetzung sein, dass entweder mindestens ein Elternteil oder Erziehungsberechtigter seinen Wohnsitz oder seinen gewöhnlichen Aufenthaltsort in Deutschland hat, das Kind Vollweise ist oder seine Eltern nicht kennt und das Kind nicht bei einer anderen Person als Kind zu berücksichtigen ist, um Doppeltzahlungen zu vermeiden. Im nächsten Jahr soll das Kindergeld abermals um € 2,- steigen.
Alle weiteren Zusatzinformationen, wie beispielsweise darüber, wie sich der Abschluss einer erstmaligen Berufsausbildung sich in der Bezahlung des Kindergeldes niederschlägt, erfahren Sie übersichtlich aufgelistet auf der Seite des Bundesamtes für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ).

Aber gibt es da nicht auch noch den Kinderfreibetrag?

Viel weniger bekannt als das Kindergeld ist der Kinderfreibetrag. Auf den ersten Blick scheint es sich bei beiden Leistungen um ein und dieselbe zu handeln: Beide sind Sozialleistungen des Staates, beide sind steuerfrei, beide sollen das Existenzminimum von Kindern sichern.
Doch Vorsicht! Es gibt nämlich doch einige Unterschiede und diese finden sich in der Abrechnung: Der Kinderfreibetrag wird vom Finanzamt selbstständig berechnet und wenn bei dieser Rechnung am Ende mehr Geld für die Familien „herausspringt“, beziehen Familien automatisch den Kinderfreibetrag und nicht das Kindergeld und profitieren somit stärker vom Sozialstaat. Das Kindergeld hingegen wird von den Familienkassen monatlich automatisch direkt überwiesen, was bedeutet, dass Familien das Kindergeld sicher ist und nur im Falle einer „Günstigerrechnung“ der Kinderfreibetrag zum Tragen kommt.

Eine kontroverse Diskussion rund ums Kindergeld

Wenn man das Thema Kindergeld anspricht, kommt es nicht selten vor, dass das Gespräch in einer hitzigen Diskussion über die Problematiken, die das Kindergeld auch mit sich bringt, endet. So ergab beispielsweise eine Studie des ifo-Instituts, eines der größten Wirtschaftsforschungsinstitute Deutschlands, dass das Kindergeld einerseits ein erheblicher Kostenfaktor für den Staat bedeutet, aber auf der anderen den Familien „hinten und vorne nicht langt“.
Die Forscher untersuchten in ihrer Studie mit Informationen rund ums Kindergeld den Faktor, ob das Kindergeld zur Familienentwicklung beitragen würde und kamen zu dem Ergebnis „Nein“, denn in vielen Familien wurde der Einkommenszuwachs durch die geringere Arbeitszeit, beispielsweise nur in Teilzeit arbeitender Mütter, ausgeglichen. (www.wiwo.de). Dem entgegenzusetzen ist jedoch, dass wenigstens alleinerziehende Mütter hingegen stark von dieser finanziellen Unterstützung profitieren würden.
Zudem kritisiert so manch einer, dass die 38, 8 Milliarden Euro, die jährlich für das Kindergeld ausgegeben werden, dem Staat zu teuer stehen zu kommen.
Sowohl positiv, als auch negativ zu werten ist, dass für Familien mit mittlerem und hohen Einkommen das Kindergeld deutlich zum Wohlstand beiträgt, wohingegen Familien mit niedrigeren Einkommen ihren Wohlstand nur minimal verbessern können.
Jedoch darf nicht vergessen werden, dass das Kindergeld Haushalten, die sonst Arbeitslosengeld beziehen müssten, zu Gute kommt. Gutachten des BMFSFJ zeigen auf, dass beispielsweise in Haushalten, in denen Eltern zwar genügend verdienen, um sich gerade so selbst zu versorgen, die eigenen Kinder aber nicht durchbringen würden, das Kindergeld zur „wirtschaftlichen Stabilität“ beiträgt.