Lässt sich eine Scheidung versichern?

Scheidung versichern

Etwa 40 Prozent der Ehen in Deutschland werden geschieden. Die Tendenz ist zwar leicht fallend, stagniert aber um diese Zahl herum. 1966 waren es übrigens nur 10 Prozent der Ehen, die geschieden wurden. 2005 allerdings schon mehr als die Hälfte. Falls der Entschluss zu einer Trennung von beiden Seiten gefasst wurde, dann gibt es einiges zu beachten. Manche Fehler lassen sich im Vorfeld vermeiden. Und kann man eine Scheidung eigentlich auch versichern?

Beide Seiten sollten bei einer Scheidung die rechtlichen Möglichkeiten kennen

Auch wenn es Verletzungen auf beiden Seiten gibt und einer – wie meist – mehr leidet als der andere, ist es sinnvoll, über die rechtliche Seite einer Trennung Bescheid zu wissen und seine persönlichen Rechte zu kennen. Damit ist zumindest jeder darüber informiert, woran er oder sie ist. Manchmal gelingt es auch, Trauer und Schmerz ein Stück weit zu objektivieren. Doch Vorsicht ist geboten, wenn über die finanzielle Seite Rache am Partner geübt werden soll. Meist geht das schief, die Fronten verhärten sich und am Ende leiden nicht nur die (Ex)Eheleute, sondern vor allem die Kinder. Schon in deren Interesse sollte man zumindest versuchen, eine Trennung – soweit möglich – fair verlaufen zu lassen. Für beide Seiten versteht sich. Das ist leichter gesagt, als getan, aber durchaus machbar, wenn die Bereitschaft der (Noch)-Ehepartner besteht.

Zwei Anwälte oder ein gemeinsamer Anwalt?

„Dem zeig` ich es richtig und suche mir einen Anwalt, einen richtig harten Knochen!“. Ein Gedanke, der dem ein oder anderen Scheidungswilligen sicher schon durch den Kopf gegangen ist. Doch meist geht dieser Schuss nach hinten los. Vor allem, wenn es der andere genauso handhabt und am Ende ein Streit steht, der nicht enden will. Klar, wer sich übervorteilt fühlt, sollte einen Anwalt zu Rate ziehen. Wenn sich beide Partner allerdings weitgehend einig sind, kann auch ein gemeinsamer Anwalt eine praktikable Lösung sein. Dieser ergreift keine Partei – sollte er zumindest nicht – und versucht eine einvernehmliche Lösung eben für beide Parteien zu finden. So mancher Familienrechtler verfügt über eine zusätzliche Mediatorenausbildung und weiß, wie man Konflikte zwischen Trennenden lösen kann. Hierbei geht es oft darum, mittels bestimmter Fragetechniken, die Bedürfnisse des (Ex)Partners zu erkennen und dadurch auch Verständnis entstehen zu lassen.

Einvernehmliche Scheidung ganz ohne Anwalt?

Selbst eine so genannte einvernehmliche Scheidung ist ohne einen Rechtsanwalt nicht möglich, denn dieser muss den Scheidungsantrag einreichen. Aber die Kosten sind günstiger, wenn man sich eben auf einen Anwalt einigt und der am Ende nur noch die Scheidung einreicht.
Dieses PDF bietet einen Scheidungsleitfaden und auch einige Beispielrechnungen für anfallende Kosten.

Lässt sich eine Scheidung versichern?

Wussten Sie übrigens, dass manche Rechtschutzversicherungen auch Scheidungskosten übernehmen? Allerdings muss eine solche Versicherung als Zusatzversicherung zur privaten Rechtschutzversicherung nicht erst zwei Monate vor der Trennung abgeschlossen werden. Eine Wartezeit von drei Jahren ist auf jeden Fall verbindlich.

Zugegeben, wer eine Ehe schließt, will in diesem Fall natürlich nicht an Scheidung denken, doch wer eine Wohnung mietet, der möchte letztlich auch keinen Streit mit dem Vermieter, trotzdem kann auch hier eine Rechtschutzversicherung durchaus Sinn machen. Erkundigen Sie sich einfach im Vorfeld, welche Kosten eine solche Rechtschutzversicherung genau übernimmt.

Was machen dann die Gerichte?

Das Gericht kümmert sich um den sogenannten Versorgungsausgleich, also die Rentenansprüche der jeweiligen Partner, die während einer Ehe erworben wurden. Alles andere klärt ein Richter nur, wenn hier ein spezieller Antrag gestellt wurde. Was bedeutet, man kann es auch selbst klären und am besten mit Hilfe eines Anwalts, der hier auch durchaus zu vermitteln weiß. Nur wenn die Gegensätze wirklich unüberbrückbar scheinen, sich einer „über den Tisch gezogen glaubt“ und wirklich keine Einigung machbar scheint, ist es sinnvoll, dass sich jede Partei einen eigenen Anwalt sucht. Und auch hier ist noch eine Lösung ohne Streit möglich, einfach, indem der Anwalt auch Irrtümer ausräumt, die vorhanden sind.

Eine interessante Kurzübersicht bietet hier Stiftung Warentest in einer Liste der häufigsten Irrtümer. Da geht es um die Frage, wer denn nun den Unterhalt für Tochter oder Sohn zahlt, ob es Sinn macht, seinen Job wegen Unterhaltszahlungen aufzugeben, wer weiter das Wohnrecht besitzt und so einiges mehr. Auch die Verbraucherzentrale informiert vor allem über die Kosten, die entstehen.