Schule geschafft – Tipps rund um die Finanzen

Finanzplanung nach der Schule

Irgendwann ist es soweit: Der Schulabschluss steckt in der Tasche von Tochter oder Sohn und die Zukunftspläne werden geschmiedet. Ob Ausbildung, Praktikum oder Studium, Eltern müssen sich damit abfinden, dass der Sprössling das Haus verlässt und in die große weite Welt zieht. Ein neuer Lebensabschnitt beginnt, nicht nur für die flügge gewordene Generation, auch für die Eltern.

Die Selbstständigkeit von Tochter oder Sohn bedarf einiger Überlegungen

Jetzt geht es erst einmal darum, eine Wohnung in einer unbekannten Stadt zu finden, einen Umzug zu gestalten und die groß gewordenen „Kleinen“ zumindest aus der Ferne noch ein bisschen im Blick zu behalten. Doch bei aller Selbstständigkeit, die die Kinder einfordern, die finanzielle Abhängigkeit bleibt bei den meisten erstmals noch bestehen. Hier finden Sie einige Tipps und Anregungen, was Sie im Vorfeld bedenken und beachten sollten.

Was gilt es zu beachten nach dem Schulabschluss

So besteht erst einmal die Frage nach dem Kindergeld. Es ist schon teuer genug, eine Wohnung zu mieten, einzurichten und auch noch den Lebensunterhalt jetzt selbst zu tragen. So steht den meisten auch nach dem Schulabschluss noch Kindergeld zu. Allerdings ist das Kindergeld keine Sozialleistung! Deshalb müssen auch bestimmte Bedingungen erfüllt sein, soll das Kindergeld weiter gezahlt werden.

Wann besteht noch Anspruch auf Kindergeld nach dem 18. Lebensjahr?

Beginnt der nächste Ausbildungsabschnitt schnell nach dem Abschluss, das kann ein Studium, aber auch eine Ausbildung sein, dann ist die Unterbrechung in Ordnung, der Zeitraum darf dann bis zu vier Monaten betragen. Schließt das Kind somit die Schule im Juni oder Juli ab, und beginnt die Ausbildung im Oktober, dann meckert die Familienkasse nicht. Das dafür erforderliche Formular muss aber ausgefüllt werden. Dauert die Unterbrechung einen längeren Zeitraum als die vier Monate, muss nachgewiesen werden, dass sich Sohn oder Tochter um einen Ausbildungsplatz oder ein Studium bemüht. Denn entscheidend für die Auszahlung des Kindergeldes ist nicht das Einkommen der Eltern, sondern der Ausbildungsstatus des Kindes. Sollte das Kind nach den vier Monaten noch keinen Studienplatz oder Ausbildungsplatz (das kann eine schulische, aber auch betriebliche Ausbildung sein) nachweisen können, wird es schwieriger, weiterhin Kindergeld zu beziehen. Hier gilt es dann nachzuweisen, dass es sich um einen Ausbildungs- oder Studienplatz bewirbt. Das Amt verlangt gegebenenfalls Bewerbungs- und Ablehnungsschreiben, aus denen das ernsthafte Bemühen des Sprösslings hervorgeht. Die offiziellen Informationen zum Thema Kindergeld erhalten sie in einem PDF des Familienministeriums oder Sie informieren sich auf der Website der Familienkasse unter www.familienkasse.de

Wie ist das mit der Krankenversicherung?

Ist das Kindergeldproblem gelöst, stehen weitere Fragen an. Wie ist es z.B. mit der Krankenversicherung des Kindes? Die meisten Kinder waren bei einem Elternteil mitversichert im Rahmen der Familienversicherung. Bis zum Ende des 18. Lebensjahres ist dies auch völlig unproblematisch. Wenn das Kind keiner Erwerbstätigkeit nachgeht, kann bis zum 23. Lebensversicherung die Familienversicherung weiter in Anspruch genommen werden. Dies verlängert sich bis zum 25. Lebensjahr, falls das Kind weiter in einer Schul- oder Berufsausbildung befindet, die selbst nicht versicherungspflichtig ist. Freiwilligendienste zählen übrigens auch dazu. Infos gibt es auch direkt bei Knappschaft. Geld darf das Kind auch verdienen, allerdings nur bis zu einer Höchstgrenze von 450 € im Rahmen eines Minijobs. Ein Job z.B. in den Semesterferien ist ebenfalls möglich, da kann die finanzielle Höchstgrenze eines Minijobs auch überschritten werden, allerdings dann nur kurzzeitig, auch dies ist bei der Planung zu berücksichtigen. Wird die Alters- oder auch Verdienstgrenze irgendwann überschritten, dann muss sich das Kind freiwillig bei einer Krankenkasse oder auch privat versichern.  Die Krankenversicherung ist übrigens die einzige Versicherung, die Studenten oder Auszubildende tatsächlich haben müssen, hier gibt es keine Alternativen. Es handelt sich um eine gesetzlich vorgegebene Pflichtversicherung.

Und weitere Versicherungen?

An weitere Versicherungen kann gedacht werden. Allerdings ist es so, dass die Hausratsversicherung z.B. auch für Kinder, die aus dem elterlichen Haushalt ausgezogen sind, gilt. Lebt das Kind in einer Wohngemeinschaft auf Zeit oder zur Untermiete in einem Privatzimmer, dann kann es weiter über die Hausratsversicherung der Eltern versichert bleiben. Am besten hier der Versicherung den Auszug melden und die Modalitäten absprechen. Zieht das Kind dann endgültig in eine eigene Wohnung um, dann empfiehlt sich eine eigene Hausratsversicherung.