Die Schüssler Salze – wie funktionieren sie eigentlich im Körper?

Schüssler Salze

Die Schüssler Salze: Viele junge Eltern beschäftigen sich gerne mit dem Thema Naturheilkunde und stoßen nicht selten auf die Schüssler Salze. Man kennt sie aus der Apotheke, wo die zwölf Mineralsalze mit den lateinisch klingenden Namen wie Calcium fluoratum nebeneinander aufgereiht stehen. Doch  woher kommen die Schüssler Salze, wie wirken sie und wie wendet man sie an?

Was bedeuten eigentlich Homöopathie und Allopathie?

Dr. Schüssler, ein Pathologe aus Oldenburg, lebte Mitte bis Ende des 19. Jahrhunderts. Er war sehr interessiert an den Arbeiten seines berühmten Kollegen Professor Dr. Virchow, der herausfand, dass Krankheiten durch gestörte Körperzellen entstehen. Dr. Schüssler selbst hatte sich lange mit der Homöopathie beschäftigt, die nach dem Prinzip „Ähnliches mit Ähnlichem“ zu heilen, funktioniert. Stellt man sich zum Beispiel vor, dass jemand von einer Biene gestochen wird, so könnte der Homöopath das Mittel Apis mellifica (Honigbiene) empfehlen. Die Schulmedizin arbeitet nach dem allopathischen Prinzip, das ein Gegenmittel zur Behandlung einsetzt.

Dr. Schüssler erforscht die Mineralsalze

Dr. Schüssler war die Anwendung der zahlreichen homöopathischen Mittel zu kompliziert und er suchte nach einer einfacheren Methode. Er beginnt zu forschen und fand heraus, dass ganz bestimmte Mineralstoffe in unserem Körper vorkommen. In Versuchen stellte er fest, dass alle organischen (kohlenstoffhaltigen) Anteile eines Körpers verbrennen und nur die anorganischen zurückbleiben. Und diese anorganischen Bestandteile setzten sich immer aus zwölf bestimmten Mineralsalzen zusammen.

Die biochemische Heilweise wird erfunden

Er ordnete die Mineralstoffe bestimmten Organen zu und fand heraus, welche Aufgaben sie haben. Die Idee entstand, dass diese Mineralstoffe lebensnotwendig sind. Somit müssten Krankheiten auf einem gestörten Mineralhaushalt basieren. Also dürfte man doch durch eine Mineralsalztherapie, wo man Mängel wieder ausgleicht, Heilung erzielen können. Er nannte das Verfahren „biochemische Heilweise“ und ließ die mehreren tausend homöopathischen Mittel auf 12 Mineralsalze zusammenschrumpfen.

Wie wirken die Schüssler Salze im Köper?

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Laut Dr. Schüssler sind wir gesund, wenn unsere Zellen mit ausreichend Mineralstoffen versorgt sind und die Moleküle sich frei bewegen können. Krank werden wir dann, wenn unser Mineralstoffhaushalt gestört ist. Die von ihm entwickelten Salze werden so sehr verdünnt, dass sie in der Lage sind, in die Zellen einzudringen. Nähme man sie unverdünnt zu sich, würden sie über die Verdauung wieder ausgeschieden und nicht in der Zelle ankommen.  Mit Hilfe der Schüssler Salze soll die Zelle wieder ihre volle Funktionsfähigkeit erhalten.

Warum erhöht sich die Potenzierung durch Verdünnung?

Wie auch in der Homöopathie werden die Salze Schritt für Schritt mit Milchzucker verdünnt. Zunächst klingt es paradox, dass die Mittel in ihrer Potenz steigen, je mehr sie verdünnt wurden. In der Apotheke kann man die Salze dann in den Potenzierungen D3, D6 oder D12 kaufen. Hierbei bedeutet z.B. D3, dass die Ausgangssubstanz dreimal im Verhältnis 1:10 mit Milchzucker verrieben wurde, was einer Verdünnung von 1: 1000 entspricht. Die Ausgangssubstanz ist nur noch in einem sehr geringen Maße vorhanden, aber erst in dieser Verdünnung können die Zellen sie aufnehmen. Menschen, die Laktose nicht vertragen, können die Schüssler Salze auch als Tropfen einnehmen.

Wie werden die Schüssler Salze eingenommen

Dr.  Schüssler entwarf hier ein striktes Behandlungskonzept, wonach jedes Mineralsalz einzeln verabreicht  werden sollte. Die Tabletten werden alle zwei Stunden eingenommen und sollten langsam im Mund zergehen, damit sie über die Mundschleimhaut aufgenommen werden können. Wenn mehrere Mittel nötig sein sollten, ist es ratsam sich über die genaue Einnahme mit einem Heilpraktiker oder naturheilkundlich arbeitenden Mediziner zu besprechen.

Schüssler Salze auch für Kinder?

Auch für Kinder eignet sich die Einnahme von Schüssler Salzen. Bei starken Beschwerden sollten die Eltern aber zunächst den Kinderarzt aufsuchen. Je nach Kinderalter werden die Salze in unterschiedlicher Form und Dosierung verabreicht. Beispielsweise indirekt über die Muttermilch oder in Wasser verdünnt. Generell sollte man vor der Einnahme in der Apotheke nachfragen oder sich entsprechende Literatur besorgen, um das passende Mittel herauszufinden. Da Schüssler nicht verschreibungspflichtig sind, können sie auch bequem über eine Online-Apotheke bestellt werden, nachdem man sich über die Einnahme informiert hat.

Welche Schüssler Salze gibt es und bei welchen Beschwerden werden sie empfohlen?

  • Nr.1 Flussspat (Fluorkalzium; Calcium fluoratum)  
    • Bei Bindegewebsschwäche
  • Nr.2 Phosphorsaurer Kalk (Calcium phosphoricum) 
    • Bei Erschöpfung
  • Nr.3 Phosphorsaures Eisen (Ferrum phosphoricum 
    • Bei Fieber, Nervösität, Unruhe
  • Nr.4 Kaliumchlorid (Kalium chloratum) 
    • Soll chemische Gifte binden
  • Nr.5 Phosphorsaures Kalium(Kalium phosphoricum) 
    • Soll wie ein Antiseptikum wirken
  • Nr.6 Schwefelsaures Kalium (Kalium sulfuricum)
    • Bei allen chronischen Entzündungen
  • Nr.7 Phosphorsaures Magnesium (Magnesium phosphoricum 
    • Soll schmerzlösend und entkrampfend wirken
  • Nr.8 Kochsalz 
    • Bei gestörtem Wasserhaushalt
  • Nr.9 Phosphorsaures Natrium (Natrium phosphoricum) 
    • Bei Übersäuerung
  • Nr.10 Schwefelsaures Natron oder Glaubersalz (Natrium sulfuricum) 
    • Bei allen Erkrankungen der Organe im Pfortadersystem
  • Nr.11 Kieselsäure (Silicea) 
    • Soll auf Haut, Haar, Nägel und Drüsen wirken
  • Nr.12 Schwefelsaures Kalzium oder Gips (Calcium sulfuricum) 
    • Bei Eiterungen

Die Forschung an der Schüssler-Methode wird nach wie vor vorangetrieben und man entdeckte noch weitere Mineralstoffe im menschlichen Gewebe. Mittlerweile sind die ursprünglichen zwölf Mineralsalze um weitere so genannte Ergänzungsmittel erweitert worden, sodass es jetzt insgesamt 27 Schüssler Salze gibt.

Gibt es Nebenwirkungen bei der Einnahme von Schüssler Salzen

Wie bei vielen anderen Naturheilverfahren, kann es auch nach der Einnahme von Schüssler Salzen zu einer Erstreaktion kommen, wo sich Symptome nochmal verschlimmern können. Generell wird aber berichtet, dass die Mineralsalze in der Regel ausgleichend wirken und keine Überdosierung möglich ist, wenn man sich an das Behandlungskonzept hält.

Wie sieht die Wissenschaft die Anwendung von Schüssler Salzen

Die Therapie mit Schüssler Salzen ist in der Fachwelt umstritten. Man ist sich nicht einig, weil einige Überlegungen Dr. Schüsslers heute widerlegt sind. Trotzdem machen viele Therapeuten nach wie vor positive Erfahrungen und bestätigen die Wirksamkeit. Vielleicht ist die genaue Wirkungsweise einfach noch nicht genau genug erforscht worden?