Schlanksein ist nicht alles: Akzeptieren Sie sich selbst!

Schlanksein ist nicht alles

Schlanksein ist nicht alles: Darf eine Frau heute so bleiben, wie sie ist? Ein Slogan, mit dem eine bekannte Lebensmittelmarke schon seit einigen Jahren erfolgreich Werbung betreibt. Schön wäre es, doch schon seit langem wollen Frauen eben nicht so bleiben, wie sie sind, sondern sich verändern.

Wie viele Frauen befassen sich wohl täglich mit ihrer Figur?

93 Prozent der Frauen befassen sich jeden Tag mit ihrer Figur. Frauen machen Diäten, trainieren auf dem Hometrainer, gehen ins Fitness-Studio, üben permanenten Verzicht. Mittlerweile wird in den Medien eine Studie zitiert, in der Frauen angeblich 10 Prozent ihrer Intelligenz opfern würden, um damit dem Schönheitsideal der Schlankheit zu entsprechen. Doch ist Schlanksein wirklich alles?

Schlanksein ist nicht alles!

Das betrifft übrigens nicht nur Frauen, die ein paar Kilo mehr auf die Waage bringen, sondern ebenso Frauen, die ein so genannten „Normalgewicht“ haben und im schlimmsten Fall sogar Frauen, die untergewichtig sind. Ob sich eine Frau nun schön oder nicht schön findet, hat erst einmal gar nicht so viel mit ihrem tatsächlichen Gewicht zu tun. Folgendes finden wir alle eigentlich blöd: Auf die Torte verzichten, weil sie zu viele Kalorien enthält? Das leckere Abendessen auslassen, weil der Bikini dann vielleicht nicht mehr 100% passt? Nur noch Salat auf den Speiseplan setzen, um nur ja kein Gramm zuzunehmen. Ist es das wirklich alles wert? Doch Schlanksein ist nicht alles?

Nur schlanke Frauen haben Glück im Leben – glauben viele

So beteiligen sich viele am täglichen Wettbewerb um den schlankesten Körper. Denn wir alle wollen irgendwie dazu gehören, mitmachen, wir alle wollen vor allem geliebt werden und da herrscht nun einmal bei vielen Frauen der Glaube vor, dass nur schlanke Frauen Glück im Leben haben. Und das Problem, selbst wenn Frau abgenommen hat, könnte da ja noch mehr drin sein. Es wird immer eine Frauen geben, die noch schlanker und vermeintlich noch sehr viel glücklicher ist oder etwa nicht? Und Hand aufs Herz, fast jede Frau hat in ihrem Leben schon einmal eine Diät gemacht, mit mehr oder weniger großem Erfolg.

Eine Statistik aus dem Jahr 2014 sagt, dass 51,5 Prozent der Europäer Übergewicht hätten und 15,9 Prozent sogar als adipös gelten. Adipös ist jemand, dessen so genannter Body-Mass-Index 30 oder höher beträgt. Mehr als normalgewichtig sind alle mit einem BMI von mehr als 25. Doch den Body-Mass-Index bestimmen nicht allein das Essverhalten, sondern auch die Gene. Ein Gen-Schnipsel nimmt Einfluss auf das Gewicht oder eben das Übergewicht – je nachdem. Der genaue Wirkmechanismus wird allerdings noch erforscht. Übrigens ist der BMI als Berechnungsgröße durchaus umstritten, da er nicht den Anteil von Muskelmasse und Körperfett berechnen kann. So kann jemand durchaus einen höheren BMI besitzen und einfach mehr gut durchtrainierte Muskeln besitzen. Allerdings gilt das natürlich auch für das Fett.

Einmal dick – immer dick?

Mittlerweile gibt es Studien, die behaupten, dass es wirklich fettleibigen Menschen nur sehr schwer gelingt, dauerhaft abzunehmen und dieses Gewicht zu halten.

Doch sollten wir unterscheiden zwischen Menschen, die wirklich viel zu viele Kilos auf die Waage bringen und damit auch ihrer Gesundheit schaden und solchen, die sich trotz ein paar Mehrkilos wohlfühlen. Bei vielen würde es ausreichen 10% bis 15% abzunehmen und dann ihr Gewicht zu halten. Oft reicht moderate Bewegung und ein verändertes Essverhalten, das keine Diät sein muss, besser gesagt gar keine sein sollte.

So geht es auch darum, den eigenen Körper zu lieben, erst einmal völlig unabhängig von Größe und Gewicht. Und was die Gesellschaft, als schön findet, das ändert sich ohnehin. Werfen wir einen Blick auf die Schönheitsideale der letzten 100 Jahre, dann wurde einmal eine schlanke Taille geschätzt, Kurven beklatscht, bis lange Beine in Fokus rückten oder ein gut gepolsterter Po als das Schönheitsideal schlechthin galt. Heute ist es der im Fitness-Studio gestählte Körper.

Schlank bedeutet nicht immer auch gesund!

Doch wissen wir mittlerweile auch, schlank bedeutet gesund und dick ungesund, dass das so nicht stimmt. Mittlerweile gibt es Studien, die der Meinung sind, ein paar Kilo mehr auf der Waage schützen vor Krankheiten und mindern Stress. Allerdings gilt das nicht für Leute, die wirklich sehr dickleibig sind. Hier ist man sich wieder einig, dass das auf die Dauer nicht gesund sein kann. Mehr darüber erfahren Sie auch hier in diesem Artikel.

Die Durchschnittsgröße in Deutschland liegt mittlerweile bei 42

Es liegt also unterm Strich an uns, ob wir uns schön finden oder nicht. Und die Zeiten, in den Frauen mit einer Größe von 40 aufwärts nur Kittelschürzen oder sackartig gestaltete Vorhänge als Kleidungsstücke fanden oder selbst zu Schere und Nadel greifen mussten, sind vorbei. Es gibt immer mehr Geschäfte für so genannte „Übergrößen“, wobei der Begriff an sich ja schon wieder von einer gesetzten Norm ausgeht. Auch so mancher Designer designt nicht nur noch für XS-Modells, sondern auch für größere Größen, wenn auf den Laufstegen der Welt meistens die Schlanken präsentieren. Doch nehmen auch die so genannten Plus-Size-Models zu, deren Konfektionsgröße durchgängig über 42 liegt. Und dieser Trend schlägt sich auch auf dem Modemarkt nieder. Neben Modegeschäften bietet auch das Internet mittlerweile eine breite Auswahl an raffinierter Mode, die sich auch an Größen ab 40 richtet. Und hier sind dann durchaus auch bekannte Modemarken dabei. Übrigens ist die Durchschnittsgröße in Deutschland momentan die Größe 42, vor einigen Jahren lag sie noch bei 40, die Tendenz steigt. Also Schlanksein ist nicht alles?

Aber oft genug klaffen die Wirklichkeit und die Traumwelt der Mode immer noch auseinander. Und wie so oft wäre es sinnvoll, irgendwo die sprichwörtliche Mitte zu finden. Wir müssen nicht wie Hungerhaken aussehen, keinem Ideal entsprechen, aber wir wollen uns wohl fühlen. Und Sport dürfen wir machen, weil es uns gut tut und nicht weil wir danach einem Ideal entsprechen. Und es dürfen dann gerne auch mal ein paar Kilos mehr sein. Zu wenig ist schlecht und zu viel auch nicht gut. Wenn wir uns das einfach immer wieder vor Augen halten, finden wir vielleicht irgendwann den Weg zu einem guten Körpergefühl und akzeptieren uns so, wie wir sind und bleiben auch so … und behalten dabei unseren Intelligenzquotienten.