Weißer oder brauner Zucker oder besser Honig – was ist gesünder?

Zucker

Weißer oder brauner Zucker oder besser Honig – was ist gesünder? Weißer Zucker oder auch Haushaltszucker gilt allgemein nicht als gesundes Lebensmittel. Das ist hinreichend bekannt. Kinder wissen schon, dass zu viel Zucker zu Karies und Übergewicht führt. Sicherlich macht auch hier die Dosis das Gift, aber sind brauner Zucker oder Honig eigentlich gesünder?

Brauner Zucker sieht gesünder aus – aber ist er das auch?

Ähnlich wie Vollkornmehl, dass ja auch dunkler aussieht, gehen viele davon aus, dass auch brauner Zucker bestimmt gesünder sei. Tatsächlich gibt es Unterschiede in der Art der Gewinnung, die auch den Mineral- und Vitamingehalt beeinflussen können. Auf den Kaloriengehalt hat dies jedoch keinen Einfluss, beide Varianten enthalten auf 100 Gramm ca. 400 Kilokalorien. Gesundheitliche Vorteile bringt der braune Zucker auch nicht hinsichtlich des Mineralstoffgehalts, da hier nur minimal mehr als in weißem Zucker enthalten ist.
Geschmacklich unterscheiden sich beide Zuckerarten jedoch. Beim Genuss von braunem Zucker wird man eine leicht malzige, karamellartige Note feststellen. Zudem ist der braune Zucker weniger lange haltbar.

Wie wird Zucker gewonnen?

In Deutschland erfolgt die Zuckergewinnung hauptsächlich aus Zuckerrüben. Außerdem kann man Zucker aus Zuckerrohr herstellen, hier gilt Brasilien als das größte Anbaugebiet.

Kurz beschrieben verläuft der Herstellungsprozess folgendermaßen: Die Pflanzen werden zunächst zerkleinert, gekocht und gepresst. Hieraus entsteht der Sirup, der wiederum getrocknet und aufgereinigt wird. Es ist das erste Zwischenprodukt, der braune Zucker, entstanden. Man kann sich vorstellen, dass an dem braunen Zucker einfach noch etwas mehr Sirup klebt. Der braune Zucker wird solange gereinigt bis letztendlich der weiße Zucker entsteht.Dieser wird nun getrocknet in großen Zuckersilos zwischengspeichert, abgepackt und steht dann schließlich in unseren Supermarktregalen. Laut Südzucker dauert der Prozess von der Rübenernte bis zur Gewinnung der weißen Zuckerkristalle weniger als acht Stunden.

Wo steckt überall Zucker drin?

Laut Südzucker befinden sich über 80 Prozent des Zuckers in Süßwaren, Getränken, Backwaren. Der Ernährungsreport 2017, den die Techniker Krankenkasse gemeinsam mit foodwatch erstellt hat zeigt, dass es Verbrauchern unnötig schwer gemacht wird, gesunde und zuckerfreie Lebensmittel zu erkennen. Es mangele an einer allgemeinverständlichen Nährwertkennzeichnung, wie zum Beispiel der Lebensmittelampel, mit der auf einen Blick ein erhöhter Zucker- oder Fettgehalt erkennbar wäre. Zudem würde mit manipulativer Werbung immer noch Einfluss auf Kinder und deren Essverhalten ausgeübt.

Aber Honig ist doch bestimmt gesünder, oder?

Diese Frage kann man nicht eindeutig mit Ja beantworten. Zwar enthält Honig geringfügig Vitamine, Mineralstoffe, Proteine, Aminosäuren, Enzyme, Farb- und Aromastoffe. Die Mengen sind aber so gering, dass man hieraus keinen gesundheitlichen Vorteil gegenüber Haushaltszucker feststellen könnte.

Vorsicht gilt auch beim Erhitzen von Honig, da die gesunden Inhaltstoffe keine Hitze vertragen und zerstört werden. Der Kaloriengehalt ist mit dem von Haushaltszucker vergleichbar, nachteilig ist allerdings,  dass er durch seine klebrige Konsistenz eher an den Zähnen haften bleibt und Karies hervorrufen kann.

Kinder unter einem Jahr keinen Honig anbieten

Es ist äußerst gefährlich, Kleinkindern unter einem Jahr Honig zu geben, da sich im Honig Sporen befinden können. Besonders gefürchtet ist hier der Erreger Clostridium botulinum, der zu Lähmungen des Darms führen kann. Hier können sich die Erreger dann ungehindert vermehren und das von den Bakterien gebildete Gift, das Botulinumtoxin, sorgt im weiteren Verlauf für eine Lähmung aller Muskeln.