Welche Ernährung brauchen Kinder, um gesund aufzuwachsen?

Obst und Gemuese

Welche Ernährung brauchen Kinder, um gesund aufzuwachsen? Kinder machen sich wenig Gedanken darum, woher die Nahrungsmittel kommen, die sie mit ihren Eltern im Supermarkt einkaufen. Aber auch Eltern geht es oft so, dass sie erst beim nächsten Lebensmittelskandal wieder hellhörig werden und sich Gedanken über die Ernährung ihrer Familie machen.

Gesunde Lebensmittelwahl von Anfang an

Kinder imitieren das Verhalten ihrer Eltern, das ist bei der Nahrungsmittelwahl und Zubereitung nicht anders? Kommen oft frisch gekochte Speisen auf den Tisch oder sind Fertigprodukte an der Tagesordnung? Wie sieht das Pausenbrot aus und welche Getränke werden mitgegeben?Eltern haben somit einen ganz entscheidenden Einfluss auf das Essverhalten ihrer Kinder und können hier schon früh die Weichen stellen.

Bewusste Lebensmittelwahl beeinflusst das Sättigungsgefühl

Kommen bewusst gewählte Lebensmittel auf den Tisch, stellt sich bei Kindern das natürliche Sättigungsgefühl ein. Es ist daher sinnvoll, die Kinder selbst ihren Teller füllen und auf die Signale ihres Körpers hören lernen. Auch die Art und Weise wie Kinder die Mahlzeiten zu sich nehmen, sollte ihnen überlassen. Auch wenn es uns Erwachsenen manchmal unverständlich erscheint, dass Kinder Gemüse, Salat, Beilagen, Fleisch oder Fisch in einer bestimmten Reihenfolge verspeisen, so sollte man sie hier nicht belehren. Kinder essen instinktiv und wissen, was ihnen gut tut.

Was brauchen Kinder täglich?

  • reichlich Getränke zum Durstlöschen
  • reichlich pflanzliche Lebensmittel zum Sattessen
  • mäßig tierische Lebensmittel zum Wachsen und für eine gesunde Entwicklung
  • sparsam fettreiche und süße Lebensmittel zum Genießen und Verfeinern
Quelle: verbraucherzentrale.nrw

Wie groß ist eine Portion?

Der aid hat hier eine einfache Methode entwickelt, die sich auch Kinder gut merken können:

  • Getränke: 1 Glas
  • Brot: die ganze Handfläche
  • Beilagen wie z. B. Kartoffeln, Reis: 2 Hände zur Schale geformt
  • Obst und Gemüse, großstückig, z. B. Apfel: 1 Hand voll
  • Obst und Gemüse, zerkleinert, kleinstückig: 2 Hände zur Schale geformt
  • Milch, Joghurt: 1 Glas, 1 Becher
  • Käse, Wurst, Fleisch: der Handteller
  • Fett: in Esslöffeln gemessen, je nach Alter (1,5 bis 2 EL)
  • Süßigkeiten: 1 Hand voll

Wie viele Portionen sind das richtige Maß für Kinder?

Der aid empfiehlt hier:

  • Getränke: 6 Portionen (a 150 ml) , vorzugsweise Wasser, ungesüßte Tees oder Saftschorlen im Verhältnis 1:3
  • Obst und Gemüse: 5 Portionen am Tag, bestehend aus 2 Portionen Obst und 3 Portionen Gemüse
  • Getreideprodukte und Kartoffeln: Täglich 4 Portionen Brot, Getreide und Kartoffeln
  • Milch und Milchprodukte: täglich 3 Portionen Milch, Milchprodukte, Käse
  • Fleisch, Wurst, Fisch und Ei: täglich 1 Portion Fleisch, Fisch, Ei oder Wurst
  • Fette und Öle: täglich 2 Portionen = 2 Esslöffel
  • Süßigkeiten/Snacks: täglich nicht mehr als 1 Portion

Übergewicht bei Kindern vermeiden

Laut Robert-Koch-Institut hat sich der Anteil übergewichtiger Kinder und Jugendlicher hat sich gegenüber den 1980er- und 1990er-Jahren um 50 Prozent erhöht. Auch die KIGGS Studie 2007 hat ermittelt, dass 15 Prozent der 3 bis 17 Jährigen heute an Übergewicht leiden. Wie kommt das?

Zuckerhaltige Getränke enthalten viele Kalorien

Betrachtet man das Angebot an zuckerhaltigen Softdrinks, die Kinder schon früh und regelmäßig zu sich nehmen, kann man sich vorstellen, dass der Geschmackssinn schon früh auf süß getrimmt wird. Bietet man Kindern Wasser oder ungesüßte Tees an, erntet man meist lange Gesichter. Genauso verhält es sich mit Säften oder Nektar. Auch hier ist sehr viel Fruchtzucker und Zucker enthalten und macht den vermeintlich gesundheitlichen Nutzen wieder zunichte. Besser ist es, die ganze Frucht zu sich zu nehmen, denn hier sorgt das Fruchtfleisch für die Sättigung und die Versorgung mit Vitaminen und sekundären Pflanzenstoffen. Eine schöne Möglichkeit, für tägliche Vitaminzufuhr zu sorgen, ist es zum Beispiel das Pausenbrot mit Obst und Gemüseschnitzen zu ergänzen.

Auch in Baby-Beikost ist oft zu viel Zucker enthalten. Es lohnt sich, hier genau hinzusehen.

Versteckte Zucker in Fertigprodukten

In den Familien wird immer weniger selbst gekocht, da meist die Zeit fehlt, die Kinder in Ganztageseinrichtungen untergebracht sind und auch die Lust am Kochen verlorengegangen ist. Alles muss schnell gehen und da ist es natürlich viel praktischer, das Fertiggericht in die Mikrowelle oder in den Backofen zu schieben. Dass aber hier viele versteckte Zucker und oft zu viel Fett enthalten sind, wird billigend in Kauf genommen. Generell ist gegen ein gelegentliches Fertiggericht auch nichts einzuwenden, nur sollte es nicht Regel sein. Frische Lebensmittel sind für Kinder und auch Erwachsene wichtig und sollten auf dem täglichen Speisplan nicht fehlen.

Irreführende Werbung

Im Supermarkt wird außerdem auch oft irreführende Werbung mit „Nahrungsmitteln für Kinder“ betrieben. Generell kann man sich merken, dass es keine speziellen Kindernahrungsmittel gibt. Oft sind diese nämlich extrem zuckerhaltig und alles andere als gesund, wie foodwatch (http://www.foodwatch.org) unlängst wieder herausgefunden hat.

Zeit für das Essen nehmen

Auch wer unsicher beim Kochen von schnellen und gesunden Gerichten ist, kann auf dem Buchmarkt unter einer Fülle von Ratgebern auswählen. Schnell wird man feststellen, dass hier nicht unbedingt mehr Zeit beansprucht wird, als bei der Erwärmung von Fertiggerichten. Auch Kinder helfen gerne beim Schneiden von Gemüse und Salat mit.

Genauso wichtig ist es, sich Zeit für das gemeisame Essen zu nehmen und dem somit eine gewisse Bedeutung beizumessen. Das Essen sollte nicht neben dem laufenden Fernseher stattfinden und auch Smartphones sollten für diese Zeit außer Reichweite bleiben. So lernen Kinder automatisch, dass die Nahrungsaufnahme nicht nebenher stattfindet, sondern einen wichtigen Teil im Tagesablauf einnehmen sollte.