Wie kann man Plastikmüll vermeiden?

Marktstand

Wissenschaftliche Studien belegen, dass jährlich  auf der ganzen Welt im Schnitt acht Millionen Tonnen Plastikabfall in den Meeren landet. (Quelle: Greenpeace).Bildlich kann man sich vorstellen, dass jede Minute eine LKW-Ladung Plastikmüll in den Ozean gekippt wird. Warum ist Plastikmüll so gefährlich für die Umwelt und damit für Mensch und Tier? Und wie kann jeder in seinem Umfeld helfen, den Plastikkonsum einzuschränken?

Plastikmüll in Zahlen

Seitdem der Belgier Leo Hendrik Baekeland  Anfang des 20. Jahrhunderts für einen Stoff namens Bakelit ein Patent anmeldete, das man als den Beginn der Kunststoffherstellung bezeichnen kann, hat die Herstellung, die Art der Verwendung und damit auch der enstandene Müll rasant zugenommen. Eine Studie des Wuppertaler Instituts für Klima, Umwelt, Energie , die der NABU im Jahr 2015 in Auftrag gab, zeigt, dass im 2030 insgesamt 12.227.000 Tonnen Kunststoff in Umlauf sein werden, wenn sich der Einsatz von Kunststoffen so weiterentwickelt wie bisher. Eine schier unvorstellbare Zahl.

Wie viel Plastikmüll befindet sich in den Meeren und Ozeanen?

Man schätzt grob, dass sich ca. 86-150 Millionen Tonnen Plastikmüll in den Meeren und Ozeanen befinden, die sich hier seit Mitte des vergangenen Jahrhunderts angesammelt haben. Davon befindet sich der Hauptteil in der Schwebe innerhalb der Wassersäule oder am Meeresboden. An der Wasseroberfläche ist der Müll weniger vorhanden.Es wird aber auch von sogenannten „Garbage Patches“ berichtet. Das sind Bereiche, wo sich der Müll an der Wasseroberfläche ansammelt und die bis zu mehreren 100 km Durchmesser Größe annehmen können. (Quelle: Marine Litter – Vital Graphics 2016, United Nations Environment Programme (UNEP); Grid-Arendal)

Wird Plastik jemals komplett abgebaut?

Laut Umweltbundesamt sind Mikroorganismen nicht in der Lage, Kunststoffe vollständig zu zersetzen. Daher kann es bis zu 450 Jahre dauern bis beispielsweise eine Plastikflasche oder eine Wegwerfwindel zersetzt sind. Dabei werden sie aber nicht wirklich abgebaut, nur mit der Zeit immer kleiner. Das sogenannte Mikroplastik entsteht. Man unterscheidet zwischen Makroplastik, welches mehr als 5 mm groß ist, und Mikroplastik, welches kleiner als 5mm groß ist.

Warum ist der Plastikmüll in den Meeren und Ozeanen so gefährlich?

Meerestiere und Seevögel verschlucken kleinste Plastikteilchen und verenden daran. Zudem können sie sich im Müll verheddern und sich strangulieren. Ein weiteres Problem ist, dass Kleinstlebewesen Mikroplastik aufnehmen und  dieses somit weiter über die Nahrungskette bis zum Menschen gelangt. Hier sind die Langzeitfolgen noch nicht bekannt.

Sind alle Meere und Ozeane betroffen?

Ein Interview der Meeresforscherin Melanie Bergmann vom  Alfred-Wegener-Institut, dass jüngst in der Süddeutschen Zeitung veröffentlich wurde, offenbart auf erschreckende Weise die Folgen unseres Plastikkonsums. Hier ist zu lesen, dass auch die entlegensten Meere und Ozeane bereits in hohen Mengen mit Plastikmüll überschwemmt sind. Gänzlich unbekannt seien die Ablagerungen in der Tiefsee, welche 60 Prozent der Erdoberfläche einnimmt.

Was kann man tagtäglich gegen die Plastikflut tun?

Verzicht auf Plastiktüten und Kosmetika mit Mikroplastik

Ein guter Schritt ist die freiwillige Selbstverpflichtung des Handels, auf Plastiktüten zu verzichten und die Verwendung von Mikroplastik in Kosmetika zu verbieten. So gelangen diese gar nicht erst in Umlauf. Einen guten Überblick über das Vorkommen von Mikroplastik und dessen Auswirkungen hat der BUND zusammgestellt.

Verbraucher müssen sich daher Gedanken machen, wie sie ihre Einkäufe sicher nach Hause transportieren, am besten in Körben, Stoffbeuteln oder mehrfach verwendbaren Taschen oder Rucksäcken. Coffee to go? Das geht auch ohne Einwegverpackung, indem man seinen Kaffebecher selbst mitbringt und abfüllen lässt.

Beim Einkauf auf Mehrfachverpackungen verzichten und Mehrweg bevorzugen

Beim Einkauf im Supermarkt wird außerdem sichtbar, wie viele Lebensmittel zusätzlich in Plastik verpackt sind. Hier kann man durch gezielte Auswahl von losen Obst und Gemüse gegensteuern. Auch der Einkauf auf Wochenmärkten, Hofläden oder direkt beim Bauern sind gute Alternativen. Zudem werden Lebensmittel wie Milch, Sahne, Öl, Essig und Ketchup auch in Glasflaschen angeboten, genauso wie Getränke jeder Art. Auch der Verzicht auf Fertiggerichte spart Verpackungsmüll, selber kochen dagegen ist meist günstiger und man kann gezielter einkaufen.

Plastikspielzeug vermeiden

Beim Kauf von Kinderspielzeug können Eltern auch einen Beitrag leisten, indem sie weniger Plastikspielzeug kaufen und eher auf Holzspiezeug zurückgreifen. Eine weitere Alternative wäre auch der Kauf von gebrauchten Spielzeugen. Da dies ja meist sehr haltbar ist, lohnt sich der Kauf gleich doppelt, denn die Geldbörse freut sich auch.

Auf Mülltrennung achten

Auch bei der Mülltrennung können Verbraucher viel zum Schutz der Umwelt beitragen. Denn so kann auch ein Großteil des Plastikmülls der Wiederverwertung zugeführt werden. Hier können Kinder von Anfang lernen, wie die Abfalltrennung funktioniert und welche Bedeutung es für die Umwelt hat.

Die Umwelt sauber halten

Auch wenn in Deutschland ein gutes Entsorgungssystem installiert ist, findet sich immer noch viel Müll auf Straßen, in Parks und an Flussufern. Auch dieser Müll wird vom Wind in Flüsse und von dort ins Meer getragen.