Sicheres Fahrrad für Kinder: Was beachten?

Sicheres Fahrrad für Kinder

Sicheres Fahrrad für Kinder: Fahrradfahren liegt voll im Trend. Aktuelle Untersuchungen und Statistiken beweisen es: Immer mehr Deutsche satteln auf das Zweirad um und verzichten auf das Auto. Die schönste Zeit des Jahres, den Urlaub, verbringt ebenfalls eine deutlich gestiegene Zahl Aktiver radelnd im Sattel. Die Verkehrssicherheit rückt mit diesen Veränderungen notwendigerweise in den Focus – besonders bei Kindern.

Eine gute Ausrüstung ist das A und O beim Fahrradfahren

Für die größtmögliche Sicherheit im Straßenverkehr ist die Ausrüstung des Fahrrads in Bezug auf dessen Beleuchtung und Sichtbarkeit von enormer Bedeutung. Für erwachsene, erfahrene Radfahrer gilt dies in gleicher Weise wie für Kinder und Fahranfänger. Der Gesetzgeber schreibt in Sachen Fahrradbeleuchtung einen weißen Frontscheinwerfer sowie ein rotes Rücklicht vor. Nach der Straßenverkehrszulassungsordnung (StVZO) müssen zu dem jeweils zwei gelbe Speichenreflektoren oder wahlweise Reflektorstreifen montiert sein. Pflicht sind ebenfalls ein weißer Reflektor vorn und ein roter Rückstrahler hinten. Seit Sommer 2013 sind Batterie- und Akku-Fahrradleuchten laut einer Verordnung erlaubt. Für eine optimale Sichtbarkeit sind reflektierende Warnwesten empfehlenswert; deren Pflicht wird von den zuständigen Behörden und Polizeigewerkschaften jedoch weiterhin kontrovers diskutiert.

Sicheres Fahrrad für Kinder: Ein dickes Plus in Sachen Sicherheit

Neben den verpflichtenden Sicherheitsmaßnahmen wie Klingel, Licht, Reflektoren uvm. gibt es nicht zwingend vorgeschriebene Ausrüstungselemente wie Fahrradhelm, Standlicht, Kettenschutz und Schutzbleche. Für die eigene Sicherheit garantieren sie jedoch mit absoluter Sicherheit einen großen Zugewinn. Um zu gewährleisten, dass das Fahrrad jeder Zeit verkehrssicher und funktionstüchtig ist, sind wiederholte Pflege und Wartung unerlässlich. Fahrradwerkstätten bieten in diesem Zusammenhang regelmäßige, kostengünstige Überprüfungen an. Um ganz sicher zu gehen und zu fahren sind die Anschaffung eines hochwertigen Fahrradschlosses und die Ausstattung mit einer geeigneten Bereifung sinnvoll und vernünftig.

So sind Kinder sicher unterwegs

Endlich das eigene Fahrrad fahren! Der Großteil der Kinder ist ganz stolz darauf, wenn zum ersten Mal in die Pedale getreten wird. Weil jedoch der Straßenverkehr unzählige Gefahren birgt, sollten Eltern anhand einer guten Verkehrserziehung die Sicherheit ihrer Kinder erhöhen. Doch wie können Kinder sicheres Verhalten im Straßenverkehr am besten erlernen?

Höhere Gefährdung von Kindern durch eingeschränkte Wahrnehmung

kinderfahrrad

© rudolf ortner / pixelio.de

  • Eltern sollten sich zunächst bewusst sein, dass Fahrrad fahren für Kinder deutlich anspruchsvoller als für Erwachsene ist. Obwohl diese vom Bewegungsablauf her bereits mit etwa drei Jahren auf das Rad steigen können, beherrschen sie das neue Fortbewegungsmittel zunächst überhaupt nicht. Dies liegt insbesondere auch daran, dass sie ihre Umwelt im Vergleich zu Erwachsenen ganz anders wahrnehmen. Sie können sich dabei nicht auf das Fahren konzentrieren und gleichzeitig Entfernungen abschätzen, gezielt bremsen, anderen Leuten ausweichen und ihr Verhalten anpassen. Darüber hinaus haben Kinder:Das Gefühl, stets im Mittelpunkt zu stehen
    Keine ausreichende Rechts-Links-Koordination
    Einen relativ hohen Körperschwerpunkt
    Einen noch nicht ausgeprägten Gleichgewichtssinn
    Ein beschränktes Richtungshören
    Einen eingeengten Blickwinkel

Erst im Alter von sieben bis acht Jahren ist ein Kind in der Lage, mit einem Fahrrad motorisch sicher umzugehen. Versuchen Sie somit Ihr Kind aufmerksam zu beobachten und lernen Sie seine Gefahrensensibilität kennen. Üben Sie sich ferner in Geduld und denken Sie daran, dass Ihr Nachwuchs über eine andere Wahrnehmung verfügt.

Sicheres Fahrrad für Kinder: Früh übt sich

Mit dem Radfahren sollte bereits lange Zeit vor dem ersten Kinderrad begonnen werden. Auf diese Weise gewöhnen sich die Kinder frühzeitig an die Mobilität. Als ideale Startfahrzeuge haben sich hierbei Roller/Rutscher erwiesen. Sehen Sie von Stützrädern ab, da diese laut Experten lediglich eine trügerische Sicherheit bieten. Dann ist es eher sinnvoller, etwas länger mit den ersten Fahrradversuchen zu warten, zumal sich das Einpendeln des Gleichgewichts als schwerster Schritt erweist. Während der ersten Übungsfahrten sollten Sie stets anwesend sein. Als Testparcours sind Plätze zu empfehlen, in denen kein oder wenig Verkehr stattfindet. Auf diese Weise hat das Kind ausreichend Gelegenheit, um ab- und aufzusteigen, zu lenken und das Gleichgewicht zu halten. Für Kinder erweist sich das Anfahren als große Herausforderung, da hierbei stabilisierende Kräfte noch nicht ausreichend wirken. Trainieren lässt sich der Start am besten, indem Sie kurz anschubsen und dadurch das Kind zum Rollen und schließlich zum Treten motivieren. Konstantes Schieben ist in dieser Hinsicht kontraproduktiv. Neue Strecken sollten Sie zunächst stets gemeinsam mit Ihren Kindern befahren. Erläutern Sie hierbei mögliche Gefahrenquellen und gefährliche Situationen etwa an Bahnübergängen, Ampeln und Kreuzungen. Dem Kind sollten Sie ferner erklären, wie Fahrradwege ausgeschildert sind, wann die Sichtverhältnisse das Einschalten des Lichts erfordern, wie sie die Geschwindigkeit anpassen, wie Handzeichen aussehen, wie sie Abstand halten und was unter dem Rechtsfahrgebot zu verstehen ist. Vergessen Sie dabei nicht: Sie haben stets eine Vorbildfunktion. Ideale Lernbedingungen hierfür finden Kinder etwa in speziellen Fahrradtrainings, welche z.B. von Verkehrsorganisationen, Verkehrswacht oder Schulen angeboten werden.

Der richtige Helm ist wichtig

Sicheres Fahrrad für Kinder: Selbstverständlich wird die Sicherheit maßgeblich auch von der richtigen Ausrüstung und Ausstattung beeinflusst. Eine sehr wichtige Bedeutung nimmt in diesem Zusammenhang der Helm ein. Obwohl Kinder bei einem Sturz deutlich schlimmere Verletzungen als Erwachsene davontragen können, trägt laut BAST (Bundesanstalt für Straßenwesen) lediglich 42 Prozent der Heranwachsenden im Alter bis zehn Jahren ein Helm. Nehmen Sie Ihr Kind beim Kauf mit und probieren Sie verschiedene Modelle aus. Kaufen Sie keinesfalls einen Helm zum „Hineinwachsen“! Dieses muss ein Prüfzeichen (DIN, CE, GS-TÜV) besitzen und ist idealerweise mit reflektierenden Elementen sowie leuchtenden Farben ausgestattet. Und wie heißt der wichtige Leitsatz, der immer im Straßenverkehr gilt, den Sie auch Ihren Kindern mit auf den Weg geben sollten ? „Stets mit den Fehlern der anderen rechnen!“