Warum Kinder schon früh schwimmen lernen sollten

Baby schwimmt

Schwimmen lernen von Kindesbeinen an: Die Zahl der Badeunfälle häufen sich. Ein Grund ist, dass viele Kinder nie richtig schwimmen gelernt haben. Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft e.V. (DLRG) hat in einer Studie ermittelt, dass nur noch 50 Prozent aller Kinder bis zum Abschluss der vierten Klasse das Deutsche Jugendschwimmabzeichen in Bronze (Stand: 2014) erreichen. Dabei lernen Kinder das Schwimmen ganz spielerisch – also auf ins kühle Nass!

Mit der Windel ins Schwimmbad? – kein Problem

Kinder lieben das Element Wasser. Schon im Mutterleib haben sie es kennengelernt und fühlen sich dort pudelwohl. Beim Babyschwimmen oder beim Planschen in der Babybadewanne kann man sehr gut beobachten, wie Kinder völlig angstfrei dem Wasser begegnen und es genießen. Mit der Windel ins Schwimmbad? Diese Frage stellen sich vielleicht einige Eltern. Ja und Nein, denn die normalen Windeln saugen sich voll. Es gibt jedoch spezielle Badewindeln, die Eltern z.B. bei LadenZeile erwerben können.

Bleiben Kinder dem Schwimmen treu, werden sie auch keine Angst vor dem Wasser entwickeln. Hier sind die Eltern allerdings in der Pflicht, ihren Kindern entweder selbst das Schwimmen beizubringen oder ihre Sprösslinge an einem Schwimmkurs teilhaben zu lassen. Am besten ist es, wenn die Kinder schon vor Eintritt in die Schule schwimmen können.

Die Zahl der Nichtschwimmer nimmt zu

Schwimmen lernen mit Schwimmnudel

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Laut der Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland (KIGGS Welle 1) kann jeder sechste Grundschüler zwischen sieben und zehn Jahren nicht schwimmen. Hier besteht also noch Handlungsbedarf, da die meisten Kinder die Schwimmfähigkeit erst während der Grundschulzeit erlernen.

Eltern verlassen sich allzu gerne darauf, dass ihr Kind in der Schule schwimmen lernt und geben die Verantwortung ab. Der Schwimmunterricht gehört zwar zu den Pflichtfächern im Lehrplan, aber viele Schulen sind nicht in der Lage, diesen in vollem Umfang anbieten.

Grund ist nicht selten, dass immer mehr Bäder schließen,  was im schlimmsten Fall dazu führen kann, dass Kinder auch während der Grundschulzeit keine Schwimmprüfung ablegen, wenn Eltern hier ihre Kinder nicht selbst zum Schwimmkurs anmelden.

 

Welche Schwimmangebote gibt es für Kinder?

Mit Mama oder Papa zum Säuglings- und Babyschwimmen

Bereits ab der achten Lebenswoche startet das Säuglings- und Babyschwimmen.
Die Babys lernen eng an ihre Eltern gekuschelt verschiedene Bewegungen kennen und spüren das Wasser am Körper und auch im Gesicht. Sie können nach Herzenslust spritzen, planschen und sogar untertauchen. Babys gewöhnen sich auf spielerische Art und Weise ans Wasser und werden somit auch seltener Angst vor dem nassen Element entwickeln. Zudem hilft es beim späteren Schwimmenlernen.

Wassergewöhnung für Kleinkinder

Viele Schwimmvereine bieten für Kinder zwischen einem und drei Jahren sogenannte Wassergewöhnungskurse an. Die Kinder können hier erspüren, wie es sich anfühlt auf dem Wasser zu treiben, fühlen den Kältereiz und trauen sich leichter, mit dem Kopf unter Wasser zu gehen und hier auszuatmen. Hier können sie auch ihre Sehfähigkeit unter Wasser ausprobieren. Ein weiteres Element, das trainiert wird, ist der Sprung ins Wasser.

Kurse für Kinder im Vor- und Grundschulkinder

Kind taucht unter Wasser

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Spielerisch erlernen Kinder ab vier Jahren hier die Grundtechniken des Schwimmens wie Gleiten im Wasser, richtiges Atmen, Sprünge und Tauchen. Meist wird mit Wechselschlagschwimmarten wie Kraul- und Rückenschwimmen begonnen. Beim Brustschwimmen stehen die gleichseitigen Bewegungsabläufen im Vordergrund, wozu Kinder erst etwa mit fünf Jahren in der Lage sind.

Der Erwerb des Seepferdchens sagt jedoch wenig über die Schwimmsicherheit der Kinder aus. Dafür sind die Anforderungen zu niedrig. Für Eltern ist es daher wichtig, ihre Kinder auch nach dem Seepferdchen-Schwimmkurs niemals im Wasser alleine lassen. Selbst im Nichtschwimmerbereich kann das Wasser oft so tief sein, dass kleinere Kinder keine Stehtiefe mehr haben und sie hier Gefahr laufen können, zu ertrinken.

Zu den Anforderungen des Seepferdchens, welches Kinder meist im Alter ab fünf Jahren ablegen, gehören:

  • vom Beckenrand springen,
  • 25 Meter an einem Stück schwimmen
  • einen Gegenstand aus schultertiefem Wasser herausholen

Die Schwimmabzeichen Bronze, Silber und Gold

Haben die Kinder das Jugendschwimmabzeichens in Bronze oder Silber erworben, kann man davon ausgehen, dass sie sich sicher schwimmen können. Durchschnittlich machen heute leider weniger als die Hälfte der Sechs- bis Zehnjährigen diese Abzeichen.

Möchhten Kinder ein Schwimmabzeichen erwerben, müssen sie dazu nicht zwangsläufig an einem Schwimmkurs teilnehmen. Wenn das Kind zusammen mit den Eltern das Schwimmen und notwendigen Aufgaben eingeübt hat, kann das Kind beim Bademeister zum Ablegen der Prüfung angemeldet werden. Allerdings macht es den Kindern erfahrungsgemäß mehr Spaß, in einer Gruppe mit anderen Kindern zu trainieren und Eltern können sich sicher sein, dass die Schwimmtechniken von Anfang an richtig eingeübt werden.