Die Pubertät stellt das Familienleben auf den Kopf

Die Pubertät – Brücke zwischen Kind- und Erwachsensein: Die Pubertät stellt das Familienleben auf den Kopf. Bei dem einen mehr und bei dem anderen weniger und Jungen erfahren sie anders als Mädchen. Eltern erleben eine mehr oder weniger starke Veränderung bei ihrem Nachwuchs, mit dem es umzugehen gilt. Welche Phasen gibt es, was verändert sich in der Beziehung zu den Eltern und wie geht man mit dem Thema Sexualität um?

Welche Phasen der Pubertät durchleben die Kinder?

Im Alter von neun bis zehn Jahren beginnt bei den meisten Kindern die Vorpubertät, gefolgt von der Hochphase mit den körperlichen und seelischen Veränderungen. Den Abschluss bildet die Spätpubertät ab dem 16. Lebensjahr.

Kind macht Handstand

© S. Hofschlaeger/pixelio.de

Die Vorpubertät
Gegen Ende der Grundschulzeit stellen Eltern bereits Veränderungen im Verhalten ihrer Kinder fest. Die Mädchen und Jungen möchten eigene Entscheidungen treffen und werfen bereits aufgestellt Regeln über den Haufen. Sie ziehen sich öfter zurück, verlangen aber gleichwohl noch Nähe und familiäre Geborgenheit.
Oft äußerst sich die vorpubertäre Phase bei Jungen durch großen Bewegungsdrang und Kräftemessen mit Altersgenossen. Mädchen sieht man oft tuscheln und kichern. Es ist auch bei vielen Mädchen bereits die Zeit der ersten Menstruation, die häufig von Stimmungsschwankungen begleitet ist. In den Kinderzimmern zeigt sich oft, dass neben Postern von Teenie Stars noch das eine oder andere Kuscheltier zu finden ist. Die Kinder durchleben extreme Gefühlsschwankungen, was für Erwachsene meist schwer nachvollziehbar ist.

Die Hochphase
Zwischen dem 12. und 16. Lebensjahr steht die körperlich-seelische Entwicklung im Mittelpunkt. Aber auch die Sexualität spielt eine immer größere Rolle. Mädchen und Jungen erreichen ihre Geschlechtsreife. Sie vermeiden es, sich nackt zu zeigen und empfinden vieles als peinlich.

Es ist die Zeit, wo sie versuchen ihre Position zu finden, z.B. in der Klasse, im Sportverein oder in der Gesellschaft allgemein. Freunde werden als Bezugspersonen zunehmend wichtiger und die Eltern immer öfter abgelehnt. Das führt oft zu Problemen und Missverständnissen.

Spätpubertät
Ab dem 16. Lebensjahr ist die extreme Phase der Pubertät meist überstanden. Die Jugendlichen können ihre Veränderungen besser einsortieren. Aber auch die Eltern haben in der vergangenen Zeit gelernt, sich mit dem Erwachsenwerden ihrer Sprösslinge zu arrangieren und sehen vieles gelassener.
Eltern und Kinder fangen an, sich voneinander zu lösen.

Wie Eltern ihre Kinder durch die Pubertät begleiten können

Die Kinder und Jugendlichen finden in ihrem eigenen Freundeskreis Bestätigung, holen sich Rat und treffen Entscheidungen. Eltern sind als Ratgeber immer weniger gefragt. Das ist jedoch völlig normal und sollte von den Eltern auch akzeptiert werden. Wichtig ist, dass Eltern immer noch als Vorbilder ihrer Kinder fungieren und ihnen jederzeit das Gefühl geben, dass sie ein offenes Ohr für sie haben.

Mädchen schreit

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Versuch und Irrtum
Auch wenn vieles noch danebengeht. Der Nachwuchs will und muss lernen, eigene Entscheidungen zu treffen und auch die Verantwortung dafür zu übernehmen. Wer keine Fehler macht, lernt auch nichts dazu.
Hier sind die Eltern gefragt, die Zügel locker zu lassen und die Selbstständigkeit ihres Nachwuchses zu fördern. Kinder müssen ihre eigenen Fehler machen, auch wenn es manchmal schwer fällt, Niederlagen zu ertragen.
Eltern können als Tröster und Aufmunterer fungieren, das ist hilfreich und stärkt die Verbindung zwischen Eltern und Kindern. Doch man sollte sich nicht überfordern, was das eine mal klappt, funktioniert beim zweiten Mal vielleicht nicht. Und was alles schief gehen kann und wie man am besten damit umgeht, erfahren Eltern auch auf pubertaet.de.

Vertrauen haben
Eltern sollten ihren Kindern vertrauen. Absolut tabu ist es, Tagebücher, Handy oder Mails zu kontrollieren. Kinder müssen sich sicher sein, dass ihre Privatsphäre akzeptiert wird. Erst wenn Eltern einen begründeten Verdacht hegen, sollte sie ihre Kinder direkt ansprechen. Das A und O während dieser Zeit des Umbruchs ist das Gespräch.

Junges Pärchen

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Offen sein beim Thema Sexualität
Auch wenn es manchen schwer fällt. Sexualität ist wichtig und sollte kein Tabuthema sein. Bereits im 4. Schuljahr der Grundschule wird das Thema behandelt. Zeit also auch für die Eltern, sich dessen anzunehmen und für Fragen offen zu sein. Oft fragen die Kinder ganz nebenbei, was sie zum Thema Sexualität interessiert. Eltern sollten hier so präzise und offen antworten. Es macht auch nichts, wenn man zugibt, dass man etwas nicht weiß.

Wenn sich Jungen und Mädchen zum ersten Mal verlieben und beginnen, Zärtlichkeiten auszutauschen, kann es natürlich auch passieren, dass Eltern ihre Kinder bei sexuellen Spielen überraschen. Hier heißt die Devise: Gelassen bleiben und die Situation mit einem lockeren Spruch überspielen.

Aufmerksam sollten Eltern allerdings werden, wenn der Freund oder die Freundin des Kindes bedeutend älter ist, da hier eventuell Druck auf das jüngere Kind ausgeübt werden kann.

Augen auf beim Surfen im Internet

Ein hochaktuelles Thema, das alle Jugendlichen betreffen kann. Das Internet birgt große Gefahren, dessen sich Kinder manchmal nicht bewusst sind. Hier ist strikte Aufklärung gefragt und manchmal auch eine Kontrolle der besuchten Seiten im Internet oder eine Jugendschutzsoftware. Weiterführende Informationen erhält man beispielsweise auf den Seiten von jugenschutz.net.

Drogen, Partys, Alkohol
Später gilt dies auch für die Themen Partys, Alkohol und Drogen. Eltern sollten hier klare Regeln aufstellen und diese auch konsequent einfordern. Wichtig ist hierbei natürlich, dass Regeln besprochen und beiderseits akzeptiert werden. Damit kann viel Ärger im Vorfeld vermieden werden.

Umfassende Informationen zum Pubertät erhalten Eltern auf den Seiten der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.