Kinder und das Internet: 10 Tipps, die bei der Medienerziehung helfen

Kinder und das Internet: Kinder erforschen mit Begeisterung ihre Umwelt, möchten am liebsten alles nachahmen, was Geschwister und Erwachsene ihnen vorleben. Das gilt auch für digitale Medien: Auf dem Tablet Fotos hin- und herwischen, ein bisschen am Smartphone daddeln, einen Film auf dem PC schauen – das alles sind Sachen, die nicht nur uns Eltern Spaß machen, sondern auch eine große Faszination auf den Nachwuchs ausüben.

Internet ist fester Bestandteil des (Schul-)Alltags von Kindern

Spätestens mit dem Eintritt in die Schule bekommen digitale Medien für den Nachwuchs mehr als nur eine spielerische Bedeutung. Dass sich die Begeisterung für Neue Medien auf alle Bereiche des Alltags unserer Kinder auswirkt, bestätigt auch eine Studie von scoyo: Knapp die Hälfte der befragten Schüler zwischen sechs und 13 Jahren geben an, dass sie am liebsten mit digitalen Medien lernen. Richtig angewendet und eingesetzt können Internet @ Co. die Kreativität und auch das eigenverantwortliche Erarbeiten des Schulstoffs unterstützen. Doch dieser sehr effektive Umgang mit neuster Technik kommt nicht von allein.

Kinder müssen erst lernen, das Internet und andere Medien zu nutzen

Gerade Kinder, die am Anfang ihrer „Medienkarriere“ stehen, können in der auf sie einströmenden Datenflut nicht immer erkennen, was wichtig für ihr (Lern-)Ziel ist und was nicht. Außerdem verleitet das Angebot im Netz ja gerade dazu, von Seite zu Seite und von Link zu Link zu surfen und einfach dem nachzugehen, was gerade interessant zu sein scheint. Und das geht nicht nur dem Nachwuchs so, wenn wir mal ehrlich sind.

Medienkompetenz zu erlangen, ist nicht immer ganz einfach. Unsere Kinder haben zunächst keinerlei Wissen über mögliche Gefahren, die im Internet lauern. Sie denken nicht darüber nach, was beispielsweise Datenklau oder Missbrauch anrichten können. Und gleichzeitig sind wir Eltern oft selbst von der Flut an Informationen, die jeden Tag über uns hereinbricht, überfordert. Der Kampf um Datensicherheit und die rasante Entwicklung neuer Technologien begleiten die Erwachsenen schon viele Jahre. Doch unsere Kinder kennen nur die bunte Oberfläche. Den sicheren Umgang müssen wir ihnen erst beibringen.
Die folgenden Tipps können Eltern bei der Medienerziehung zu Hause helfen. Denn Medienkompetenz ist heutzutage unerlässlich.

Tipps für Eltern: Gemeinsam mit Kindern das Internet erkunden

Tipp 1: Ein Klick und die Folgen
Kinder mögen es, wenn sie mit ihren Eltern gemeinsam etwas unternehmen können, auch in der Online-Welt. Sie sollten sich deshalb die Zeit nehmen, ihre Kinder bei der Mediennutzung zu begleiten und sie nach und nach mit den Möglichkeiten der digitalen Welt vertraut zu machen. Dazu gehört auch, dass Kinder lernen, was es mit der Werbung auf sich hat und was es bedeutet, kostenpflichtige Angebote im Netz anzuklicken. Ein objektiver, aber durchaus warnender Ton ist hier angemessen.

Tipp 2: Maß und Ziel nicht aus den Augen verlieren
Wenn Kinder von ihren Eltern angeleitet werden, nehmen sich die Kleinen zunächst das Verhalten von Mama und Papa zum Vorbild. Das betrifft auch die Nutzung der (digitalen) Medien. Wenn die Eltern viel Zeit vor dem Monitor verbringen und kaum ansprechbar sind, wird der Nachwuchs nicht lernen, was ein maßvoller und zielorientierter Umgang bedeutet. Natürlich gehört heute auch das Surfen zur Freizeitbeschäftigung und zum Beruf dazu. Dennoch ist es wichtig, dem Nachwuchs vorzuleben, dass die Pflege von sozialen Kontakten auch im nicht digitalen Familienalltag eine große Rolle spielt.

Tipp 3: Programme zum Schutz der Kinder installieren
Eltern sind nicht immer präsent, wenn Kinder surfen. Um den Zugriff im Internet kindgerecht zu gestalten, gibt es zahlreiche Möglichkeiten. Dazu kann gehören, entsprechende Schutzsoftware und Filter im Rechner zu installieren, um Kinder vor unangemessenen Inhalten im Netz zu schützen. Zu kindgerechten Portalen wie fragfinn.de oder blinde-kuh.de kann von den Eltern unbedenklich Zugang gewährt werden. Lernen im und durch das Internet spielt bei unseren Kindern zunehmend eine Rolle. Hier befinden sich die Lerner in einem werbefreien und geschützten digitalen Bereich.

Tipp 4: Die Sprache des Internets
Eltern haben im Laufe der Jahre die Begrifflichkeiten der digitalen Welt gelernt. Sie tragen eine Menge zur gezielten Entwicklung der Medienkompetenz ihrer Kinder bei, wenn sie ganz bewusst Worte wie Chat, Portal, Virus, Datenschutz oder Suchmaschine erklären. Nur wenn Ihr Kind das Vokabular der digitalen Welt versteht, kann es auch ein Verständnis für die Gefahren des Internets und für eventuelle Verbote und Regeln entwickeln. Die Entwicklung des Netzes geht rasant weiter ? bleiben Sie mit Ihrem Nachwuchs im Gespräch.

Tipp 5: Vorhandene Medienkompetenz bestimmt die Regeln
Je nach Lebensalter des Kindes müssen Eltern immer wieder neu entscheiden, wie lange und auf welchen Seiten sich ihr Sprössling im Internet bewegen darf. Pauschal geltende Ratschläge darüber, wie viel Medienzeit gut und richtig ist, gibt es leider nicht. Dafür sind Kinder einfach zu unterschiedlich. Hier ist es sinnvoller, zu schauen, wie bewusst Ihr Kind schon mit digitalen Medien umgeht und wofür es z. B. das Internet nutzt.
Gerade am Anfang sollten Eltern klare Regeln für Nutzungszeiten und Inhalte aufstellen ? das gibt Orientierung. Nach und nach kann der Nachwuchs in die Entscheidungen mit einbezogen werden. Generell gilt: Für zielgerichtetes Arbeiten am Computer muss Zeit sein. Schulen erwarten heute, dass Kinder in der Lage sind, zu bestimmten Themen im Internet zu recherchieren. Außerdem bieten die Neuen Medien viele Anregungen für die kreative Entwicklung. Doch ganze Nachmittage nur mit digitalen Spielen zu vertrödeln, sollten Sie als Eltern nicht zulassen. Kinder benötigen viel Zeit und Bewegung in der realen Welt.

Tipp 6: Fortschritte in der Medienkompetenz erkennen
Eltern können nur an der richtigen Stelle regulierend eingreifen, wenn sie wissen, wie es mit dem Medienkonsum ihrer Kinder tatsächlich aussieht. Interessieren Sie sich dafür, womit Ihr Kind sich beschäftigt? Kinder freuen sich, wenn sie mit dem, was sie erzählen, auf offene Ohren stoßen. Sie lassen sich leicht faszinieren und möchten ihre Begeisterung teilen. Nur wenn Eltern im Gespräch mit dem Nachwuchs bleiben, können sie die Weiterentwicklung der Medienkompetenz beurteilen.

Tipp 7: Das eigene Gerät: Wann ist die Zeit reif?
Die ersten Schritte wird ein Kind zunächst am Rechner, Tablet oder Smartphone der Eltern machen. Je größer die Anforderungen in der Schule werden und je deutlicher zu erkennen ist, dass sich die Kinder gut im Internet auskennen, desto leichter sollte Eltern die Entscheidung fallen, dem Nachwuchs ein eigenes Gerät zur Verfügung zu stellen. Generell gilt: Erst wenn ein grundlegendes Verständnis für die Online-Welt vorhanden ist, sollte ein Kind ein eigenes Gerät bekommen.

Tipp 9: Partner und Freunde in die Medienerziehung einbinden
Familienangehörige, Lehrer und andere Eltern mit gleichaltrigen Kindern sind wichtige Partner bei der Erziehung des eigenen Nachwuchses, auch im Medienbereich. Holen Sie sich ruhig mal Rat. Das kann helfen, muss aber natürlich nicht. Sie kennen Ihr Kind am besten.

Tipp 10: Eine gute Basis schaffen
Ziel aller Bemühungen muss sein, dass der Nachwuchs selbstständig mit Internet @ Co. umgehen kann. Werden die Kinder größer, ist es für Sie als Eltern nicht möglich und auch nicht sinnvoll, den Medienkonsum komplett zu überwachen. Wenn Sie Ihren Sohn oder Ihre Tochter gut auf die digitale Welt vorbereitet haben, ist es Zeit, dass der Nachwuchs eigene Erfahrungen ohne Aufsicht machen kann und dabei weiß, dass er immer auf Ihre Unterstützung zählen kann.