Mit Babys und Kleinkindern ins Schwimmbad?

Baby Schimmbad

Die Zahlen sind erschreckend: viele Kinder können nicht mehr richtig schwimmen. Schon ältere Studien aus dem Jahr 2016, die vom Robert Koch-Institut in Auftrag gegeben wurden, beweisen, dass drei Viertel der 5-jährigen nicht schwimmen können. Bei den 7-jährigen sind es immerhin noch fast 30%. Jeder sechste Grundschüler zwischen sieben und zehn Jahren konnte noch nicht schwimmen.

Kinder fühlen sich im Wasser in ihrem Element

Diese Studie entstand noch vor Corona, also bevor viele Bäder geschlossen hatten und auch in den Schulen der Schwimmunterricht oftmals ausgesetzt wurde. So können wir wohl mittlerweile von noch höheren Zahlen ausgehen. Die Folge davon sind oftmals Badeunfälle, die vermeidbar wären, könnte das Kind schwimmen. Das wäre es eigentlich recht einfach. Denn die meisten Kinder fühlen sich im Wasser in ihrem Element und lieben es, sich im Wasser zu bewegen. Deshalb können Eltern gar nicht früh genug damit anfangen, Kindern eine Begegnung mit dem kühlen oder warmen Nass zu ermöglichen.

Wie einfach es für Kinder ist, das Schwimmen zu erlernen, erfahren Sie in dem Artikel „Warum Kinder schon früh Schwimmen lernen sollten“

Schwimmen lernen Kinder sind dabei!

Müssen Babys schwimmen lernen?

Kleine Babys müssen das Schwimmen gar nicht lernen, denn sie sind Schwimmer von Natur aus. Im Mutterleib tun sie letztlich auch nichts anderes. Erst wenn Kinder älter werden, verlieren sie die Fähigkeit – die Babys noch besitzen – automatisch über Wasser zu bleiben. Dann müssen sie schwimmen (quasi wieder) lernen. Kinder, die Eltern schon früh mit dem Nass vertraut gemacht haben, haben es hier leichter. Ihre Kinder werden einfach schneller mit dem Wasser vertraut, müssen nicht vermeidbare Ängste überwinden und lernen auch meist schneller das Schwimmen.

Also spricht alles dafür, mit dem Baby oder Kleinkind ins Schwimmbad zu gehen und Schwimmen zu üben. Hierfür gibt es auch schon ausreichende Babyschwimmkurse.

Beim Baby oder auch Kleinkind besteht aber die Frage, was passiert mit den Windeln? Können normale Windeln auch fürs Schwimmen verwendet werden und was ist zu tun? Um die Frage gleich zu beantworten, normale Windeln tun es keinesfalls, es braucht so genannte „Schwimmwindeln“, die sich fürs Schwimmbad eignen.

Wozu braucht mein Kind Schwimmwindeln?

Vereinfacht lässt sich sagen, dass Schwimmwindeln sich für das Tragen im Wasser bestens eignen. Das gilt für private und öffentliche Schwimmbäder, aber auch das Bad in einem See oder im Meer.

Viele Kommunen, die öffentliche Schwimmbäder betreiben, verlangen mittlerweile, dass Babys Schwimmwindeln tragen. Das ist ja nicht besonders schwer verständlich, wenn man sich vorstellt, dass Babys einfach mal so in „Wasser machen“ und Bakterien und Keime, die im Kot vorhanden sind, im Wasser verteilen. Wer möchte in solch einem Wasser schon schwimmen? Eine einfache Hose oder Badeshorts eignen sich nicht, denn sie schließen nicht gut ab und sind durchlässig, für Bakterien sowieso, für Exkremente aber auch. Schwimmwindeln liegen eng an, so dass nichts durchkommt, haben aber eine Babygerechte Passform am Po. Im Idealfall drücken und zwicken sie nicht, behindern das Baby oder Kleinkind also nicht in seiner Bewegungsfreiheit.

Sind Schwimmwindeln dicht?

Normale Windeln haben eine Saugfunktion. Wer solche Windeln im Wasser anzieht, hat Erfolg, die Windeln saugen das Wasser auf, aber das ist ja nicht Sinn der Sache. Schwimmwindeln saugen fast nichts auf oder eben nur ganz wenig Flüssigkeit. Dafür schließen sie am Körper des Babys so gut ab, dass kein Wasser eindringen kann. So kann kein Stuhlgang nach außen gelangen. Würde das Kind im Wasser eine normale Windel tragen, dann würde diese sich vollsaugen und im schlimmsten Fall das Kind unter Wasser ziehen. Deshalb ziehen viele Eltern ihren Kindern gar keine Windeln an. Im öffentlichen Schwimmbad nicht anzuraten und auch in einem Badesee, in dem sich im Zweifelsfalls viele Menschen tummeln, auch keine besonders hygienische Angelegenheit.

Für welches Alter eignen sich Schwimmwindeln?

Schwimmwindeln gibt es schon für Babys im Alter bis 6 Monate. Babys haben nämlich einen angeborenen Reflex, dass sie bei Kontakt mit dem Wasser sich vorwärts bewegen und automatisch die Luft anhalten, wenn sie unter Wasser kommen. Das ist – deshalb ist hier immer Vorsicht angesagt – nicht bei allen Kindern gleich ausgeprägt, aber funktioniert in den ersten Lebensmonaten, dann lässt der Reflex wieder nach. Was aber nicht heißt, dass die Kinder jetzt nicht mehr ins Wasser sollen. Wasser dient der Entspannung und der Gewöhnung.

Einwegwindeln oder wiederverwendbare Windeln? – Vorteile und Nachteile

Ist es besser, Einwegwindeln zu verwenden oder die teureren wiederverwendbaren zu kaufen? Das kommt wie so oft darauf an. Wenn Sie mit Ihrem Baby nur mal kurz zum Babyschwimmen gehen, dann tun es sicher auch Einwegwindeln. Sie müssen ja nicht gleich eine Schwimmerkarriere planen, aber falls sie das nasse Element weiterhin mit Ihrem Kind aufsuchen, dann lohnen sich auch wieder verwertbare, die sicher nachhaltiger sind als die Wegwerfwindeln.

Ab wann sollten Kinder richtig schwimmen lernen?

Ein genaues Alter ist hier immer schwierig festzulegen, das hängt sicher auch vom Kind ab. Wie bei vielen anderen Dingen gilt, das Kind besser nicht dazu zwingen. Schwimmkurse für Kinder beginnen dann meist ab einem Alter von fünf Jahren. Dich Eltern dürfen sicher schon früher damit anfangen. Haben diese rechtzeitig schon im Baby- und Kleinkindalter begonnen, das Kind ans Wasser zu gewöhnen, bestehen meist keine Ängste und die Kinder lernen schnell, mit welchen Bewegungen sie sich über Wasser halten können. Kommen sie dann in die Schule, dann können sie schon schwimmen und dann die Techniken weiter verfeinern.