Spiele im Internet oder am PC

Studien und Umfragen, die Kinder hinsichtlich ihrer Gewohnheiten im Netz befragen, stellen immer wieder fest: „Kinder nutzen im Internet am liebsten Spiele“. Eltern raufen sich oftmals die Haare, wenn ihre Sprösslinge wieder am Computer daddeln und die Welt um sie herum versinkt. Während die einen dies verdammen, versuchen die anderen, mit den Kindern gemeinsam eine Lösung zu finden.

Spiele waren und sind für Kinder wichtig

Schon immer haben Kinder gespielt. Sie probieren sich aus, sie erstellen soziale Beziehungen, erleben Positives und Negatives und schaffen sich „Spielräume“. Schön ist das natürlich, wenn sie das auf dem Schulhof, der freien Natur oder der Nachbarschaft tun, doch innerhalb unserer digitalisierten Welt findet all dies eben auch mittlerweile im Netz statt.

Das Internet ist aus den Lebenswelten unserer Kinder schon (fast) nicht mehr wegzudenken

Dieses ist aus unseren und aus den Lebenswelten unserer Kinder nicht mehr wegzudenken und gerade deshalb müssen Kinder den richtigen Umgang damit erlernen. Doch was genau ist nun der richtige Umgang? Darüber streiten sich Medienwissenschaftler und Medienpädagogen schon eine ganze Weile.

Verlieren Sie nicht die Kontrolle, aber kontrollieren Sie nicht

Wichtig ist es für Eltern, ihre Kinder nie aus den Augen zu verlieren. Das ist nicht immer so einfach. Doch jüngere Kinder sollten sich niemals unbeaufsichtigt im Netz bewegen, zu groß ist die Gefahr, dass sie auf Seiten landen, die für Kinder ungeeignet sind. Falls doch, dann empfiehlt sich der Kinderserver, der für jüngere Kinder einen – soweit möglich – sichereren Surfraum einrichten lässt. Doch ältere Kinder lassen sich damit nicht mehr aufhalten, sie suchen Neues und sind technisch oftmals versierter als ihre Eltern. Deshalb gilt bei älteren Kindern oftmals: Aufklärung geht über Kontrolle. Dennoch sollten Eltern auch hier auf jeden Fall Kinder nicht einfach drauflos suchen lassen. Vor allem, wenn es um das Thema Spiele geht.

Alles pädagogisch wertvoll?

Es gibt viele PC-Spiele mit Altersempfehlungen, auch pädagogisch wertvolle, und mit einem solchen Spiel ist man auf jeden Fall auf der sicheren Seite. Solche Spiele können Sie käuflich erwerben und auf Ihrem PC installieren. Unter Testberichte finden Sie eine Liste, gleich mit Preisangaben. Doch diese Spiele sind nicht ganz billig und wie schnell ist so ein Spiel gar nicht mehr so interessant. Was heute noch aktuell ist, liegt morgen schon in der Mottenkiste. Doch Kinder suchen den Reiz. Schön wäre es, wenn sie wirklich immer wieder auf die pädagogisch wertvollen Lernspiele zurückgreifen würden. Doch das tun Kinder leider nicht. Sie daddeln gerne und das vornehmlich und immer mehr im Internet. Ganz verhindern können Sie das als Eltern auch nicht.

Aber Sie können wachsam sein.

Wenn ein Kind im Internet ein Browsergame spielen möchte, wie sie z.B. auch auf Portalen www.browsergames.de gelistet werden, dann sollten sich die Eltern ein solches Spiel vorher mit den Kindern anschauen. Browsergames haben den Vorteil, dass keine Software installiert werden muss, oft keine teure Hardeware erforderlich ist und sich das Spiel fast überall spielen lässt. Das ist die durchaus positive Seite. Gefällt das Spiel nicht, lässt man es einfach sein.

Allerdings haben diese Spiele meist keine Altersbeschränkung, deshalb müssen die Eltern selbst beurteilen, ob sich ein solches Spiel für ihre Kinder eignet. Doch auch dafür gibt es Kriterien und Fragen, die Sie persönlich beantworten sollten, bevor Sie Ihr Kind ein solches Spiel angehen lassen.

  • Entspricht die visuelle Umsetzung des Spiels dem Alter der Kinder?
  • Lockt ein Spiel zum stundenlangen Spielen oder lässt es sich unterbrechen und ein Spielstand speichern, um zu einem späteren Zeitpunkt weiter zu spielen?
  • Ganz wichtig, wurde eine Chat-Funktion implementiert, über die auch Erwachsene mit einem Kind Kontakt aufnehmen können?
  • Werden bei der Spieleregistrierung persönliche oder sensible Daten erhoben?
  • Gibt es eine Spiele-Community?

Kinder wollen sich auch austauschen, doch auch hier muss allerdings gesichert sein, welche potentiellen Kontaktpersonen miteinander in Verbindung treten. Reden Sie hier mit dem Kind. Es ist in Ordnung, wenn es einen Nickname angibt und eventuell auch eine E-Mail-Adresse, hier muss allerdings konkret erklärt sein, wozu die Daten erhoben werden. Lassen Sie solche Formularfelder Ihr Kind nie alleine ausfüllen. Ein Computerspiel braucht nicht die Angaben von „echten Adressen“. Hier kann man davon ausgehen, dass jemand Daten sammeln möchte.

Kostenlos oder nicht kostenlos?

Viele Spiele sind kostenfrei und sind das tatsächlich. Allerdings versuchen viele Firmen durch Zusatzfunktionen, die dann eben nicht kostenfrei sind, Geld zu verdienen. Denn die Entwicklung dieser Spiele ist meist kostenaufwändig und zum Spaß werden solche Spiele nicht programmiert. Erklären Sie dies Ihrem Kind. Andere Spiele bleiben kostenfrei und finanzieren sich über Werbeeinblendungen. Anders können die Kosten bei der Entwicklung solch aufwändiger Spiele meist nicht gedeckt werden. Schauen Sie, ob die Werbung auch kindgerecht ist und auch als Werbung gekennzeichnet wird. Kinder sollen auch lernen, mit Werbung umzugehen, doch sie müssen Werbung als solche erkennen. Nervt die Werbung, dann mag es durchaus sein, dass manches Kind die Finger vom Spiel lässt. Suchen Sie mit Ihrem Kind ein Spiel aus, das ihm gefällt und das Sie auch vorher getestet haben.

Sammelportale für Internetspiele bergen natürlich immer die Gefahr, dass Kinder auch Spiele spielen können, die eben nicht ihrem Alter entsprechen. Dann bleibt am Ende doch nur das gute alte PC-Spiel oder alternativ der Griff in die Spielekiste. Zumindest zwischendurch.