Private Haftpflichtversicherung und was bedeutet deliktfähig?

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Eine private Haftpflichtversicherung ist immer sinnvoll und eigentlich ein absolutes Muss. Spätestens bei Familiengründungen sollten Paare auch darüber nachdenken, wie sie die lieben Kleinen nun versichern wollen. Konkret bedeutet dies, der und die Versicherte verlassen den Single-Tarif und wechseln in den Familientarif, der mehrere Familienmitglieder umfassen kann. Worauf sollten Sie hierbei achten?

Was macht eine gute Haftpflichtversicherung aus?

Wie hoch sollte ich mich versichern?

Stiftung Warentest hat herausgefunden, dass die Deckungssumme mindestens bei 10 Mio € liegen sollte und auch Mietsachschäden in einer Höhe von 300 000 abgedeckt sein sollten. 10 Mio klingen erst einmal viel, wenn es aber um einen verschuldeten Unfall, anfallende Krankenhauskosten, Schmerzensgeld und vielleicht eine lebenslange Berufsunfähigkeit sowie einen kompletten Hausumbau für behindertengerechtes Wohnen geht, dann ist das notwendig. Eine kleine Unachtsamkeit kann oftmals schwerwiegende Folgen mit sich bringen. Übrigens kann auch eine höhere Deckungssumme nicht schaden. Oftmals liegen die Versicherungsbeiträge gar nicht sehr viel höher. Falls bei einem Unfall mehrere Menschen beteiligt sind und einen Schaden erleiden, dann können Summen in diesen Höhen durchaus entstehen. Werfen Sie auf jeden Fall einen Blick auf die Zusatzleistungen, die Ihr Versicherungsvertrag anbietet. Welche sind dies überhaupt und benötige ich das wirklich? Schauen Sie nach, was konkret versichert ist. Und vor allem natürlich auch, was nicht versichert ist.

Haben Sie als Paar eine private Haftpflichtversicherung und erwarten ein Kind oder sind schon Eltern, dann sind die Kinder nicht automatisch mitversichert. Man kann sie aber nachträglich aufnehmen lassen oder auch einen neuen Tarif wählen und noch einmal die Angebote der Versicherung hinsichtlich einer privaten Haftpflichtversicherung für Familien überprüfen lassen.

Was muss ich bei einer Familienversicherung beachten?

Familien mit Kindern, sollten auf jeden Fall gewappnet sein. Jeder, der Kinder hat, weiß, wie schnell hier völlig unbeabsichtigt ein Malheur passieren kann. Eine Sekunde nicht aufgepasst, und schon ist es passiert. „Nicht so schlimm“, heißt es dann oft, bis sich herausstellt, es ist doch schlimm, oder zumindest teuer. Der heruntergefallene Laptop war brandneu, die Brille stammt vom Designer und kostet fast so viel wie ein Kleinwagen und der demolierte Kleinwagen zeigt nicht nur Dellen, sondern war auch noch funkelnagelneu und dazu ein teures Leasingfahrzeug.

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Was sind deliktfähige Kinder?

Kinder können Gefahren oft nicht richtig einschätzen oder absehen. Auch sind sie sich der Folgen ihres Handelns nicht immer bewusst und je jünger sie sind, desto schwerer fällt es ihnen. Viele Versicherer bieten Familien-Tarife an, die alle Familienmitglieder gleichzeitig absichern.

Definition deliktfähig: Ab welchem Alter sind Kinder deliktfähig?

Übrigens können Kinder erst ab sieben Jahren überhaupt für ihr Handeln verantwortlich gemacht werden, das nennt man dann „deliktfähig“ im Juristenjargon. Sind Kinder im Straßenverkehr unterwegs, dann erhöht sich das Alter auf zehn Jahre. Doch was bedeutet das dann konkret?

Was bedeutet deliktfähig nun konkret? Beispiele für Deliktsfähigkeit:

Nehmen wir einmal folgenden Fall an. Sie besuchen mit der vierjährigen Tochter Ihre Nachbarin und Freundin. Diese freut sich über die neue Designerlampe im Wohnzimmer, an der eine Kugel befestigt ist, die als Gewicht dient. Toll, denkt sich die Tochter, eine Lampe zum Spielen … Was nun? Das Kind ist mit seinen vier Jahren keinesfalls deliktfähig und die Nachbarin nun nur noch Nachbarin und keine Freundin mehr. Die private Haftpflichtversicherung greift hier im Normalfall nämlich nicht. Doch ganz so einfach ist es nicht, es wird noch etwas komplizierter.

Private Haftpflichtversicherung und deliktfähiges Kind

Nun kommt es noch einmal darauf an, wie der Schaden entstanden ist, nämlich unter den Augen der Mutter oder hat sich das Kind heimlich ins Wohnzimmer geschlichen? In letzterem Fall müssen die Eltern Schadensersatz leisten und es zahlt auch die private Haftpflichtversicherung. Denn die Mutter hatte die Aufsichtspflicht in diesem Fall wohl verletzt und das Kind unbeobachtet spielen lassen.

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Doch wann verletzen Eltern ihre Aufsichtspflicht?

Ganz einfach, das kommt ganz darauf an. Kleine Kinder sollten nicht alleine bleiben, etwas Ältere sollten immer mal wieder „kontrolliert“ werden und ältere Kinder müssen nicht permanent beaufsichtigt werden. Doch hier gibt es einfach viele Grauzonen, so dass diese Frage nicht immer eindeutig zu beantworten ist.
Oftmals ist es ja gar nicht die Frage der „Schuld“. Auch wenn die Eltern rechtlich nicht verpflichtet wären, für den Schaden aufzukommen, ist die Situation meist nicht so einfach. Die wenigsten möchten, dass aufgrund von Unaufmerksamkeit Nachbarn oder Freunde einen Schaden erleiden.

Viele Versicherungen verzichten auf die „Deliktunfähigkeit“

Hier hilft wieder ein Blick in die Versicherungspolice, denn manche Versicherungen verzichten gar komplett auf diese Deliktunfähigkeit der Kinder. Oder sie erheben Beiträge in meist geringer Höhe, die einen solchen Schaden mitversichern. Klären Sie dies mit Ihrer Versicherung auf jeden Fall im Vorfeld schon einmal ab. Dann gibt es nachher kein böses Erwachen und keiner muss sich am Ende „schuldig“ fühlen.
Welche Versicherungen für Familien mit Kindern noch notwendig sind, erfahren Sie in diesem Artikel auf Familienkultour:

Wobei hilft eine Kindererwerbsunfähigkeitsversicherung?