Feriencamps und Ferienlager: Worauf Sie achten können

Feriencamps und Ferienlager: Die Ferien sind vorbei und schon stehen die nächsten Ferien vor der Tür. Was die Kinder freut, stellt die Eltern oft genug vor logistische Probleme. Weder Oma, noch die Freundin noch der nette Nachbar haben Zeit, sich um die Kinder zu kümmern. Und der Job ist gerade so stressig und man kann nicht einfach mal so, Feriencamps und Ferienlagereine Woche oder zwei Urlaub nehmen. Abschieben will man die Kinder aber auch nicht, es sind ja Ferien. Eine Alternative können Ferienlager oder Feriencamps sein.

Das Angebot an Feriencamps und Ferienfreizeiten ist vielfältig

Feriencamps und Ferienlager: Erholung von den Eltern können sie sein, die vielen Feriencamps, und Ferienlager die es mittlerweile gibt. Ob am See um die Ecke oder in den Alpen oder auch mal ganz weit weg, Angebote gibt es reichlich, doch ist das teuerste auch immer gleich das beste und was können Eltern im Vorfeld abklären, um eine gewisse Sicherheit zu erhalten, dass es den Kindern auch gut geht?

Feriencamps und Ferienlager: Nicht jedes Kind will in ein Feriencamp

Bemalte Steine

© twinlili/ pixelio.de

Gleich vorweg, ein Feriencamp und Ferienlager eignet sich nicht für jedes Kind. Es gibt Kinder, die stürmen mit Begeisterung los und fiebern dem Urlaub mit Gleichaltrigen mit Elan und Freude entgegen. Lagerfeuer, Schnitzeljagd, Gespenstergeschichten und ein Klo in freier Natur. Wunderbar! Doch nicht alle Kinder finden so etwas toll. Ruhige, introvertierte oder auch ängstliche Kinder begeben sich vielleicht sogar auf einen Horrortrip und benötigen Jahre, um die Erlebnisse zu verdauen. Die Wahrheit liegt bei Ihrem Kind wahrscheinlich irgendwo in der Mitte. Ihr Kind sollte zumindest Bereitschaft signalisieren, hier mitmachen zu wollen. Die beste Idee ist, den besten Freund oder die Freundin auch mitschicken, dann reduzieren sich die Ängste gleich erheblich. Wenn den Kindern klar wird, sie dürfen ein ganzes Stück Selbstständigkeit entdecken, dann ziehen sie auch gerne los und bleiben nicht am Rockschoß von Muttern hängen. Bevor Sie Ihr Kind allerdings auf eine solche Reise schicken, sollten die Kinder auf jeden Fall auch schon einmal woanders übernachtet haben, beim Geburtstag, bei der Oma oder auch bei Freunden.

Feriencamps und Ferienlager – Klären Sie im Vorfeld der Ferienfreizeit Folgendes ab:

  • Betreuerschlüssel: Ein objektives Kriterium ist der Betreuerschlüssel, das ist nicht anders als in der Kita oder bei sonstigen Betreuungseinrichtungen. Wie viele Kinder kommen auf einen Betreuer, diese Frage sollten Sie stellen. Klar, kommt es nicht auf ein Kind mehr oder weniger an, aber je jünger die Kinder sind, desto höher sollte der Betreuungsaufwand sein. Und es ist sicher für beide Teile besser, wenn ein Betreuer sich nicht um eine zu große Gruppe kümmern muss. Ideal sind sieben bis zehn Kinder pro Betreuer, sind die Kinder noch jünger, dann noch weniger Kinder pro Betreuer.
  • Inklusive- oder Exklusiv-Preise: Sind die Preise Inklusive-Preise, also muss das Kinder noch sehr viel extra zahlen oder ist der Schwimmbadbesuch, die Theatervorstellung usw. schon im Preis enthalten. Gerade jüngeren Kindern fällt es oft schwer, den Überblick über zwei Wochen zu behalten. Und wenn Einzelpreise auflaufen, ist es im Ergebnis vielleicht um einiges teurer als geplant. Gerade bei Anbietern von Sprachreisen, ist der Ausflug nach London oder Paris meist nicht im Preis inbegriffen.
  • Wie sieht die Verpflegung aus? Wird vor Ort gekocht? Wird gemeinsam gekocht bzw. wer kocht? Wird auf die Bedürfnisse meines Kindes Rücksicht genommen? Die Allergien steigen, hier müssen die Veranstalter sensibel sein und auch darauf Rücksicht nehmen. Gibt es Alternativen für Vegetarier? Immer mehr Kinder verzichten ab einem bestimmten Alter auf Fleisch. Das ist gar nicht unbedingt immer Wunsch der Eltern, aber auch während der Ferienfreizeit muss Ihr Kind die Möglichkeit haben, sich auch ohne Fleisch ernähren zu können. Viele Eltern fordern auch eine gesunde Ernährung der Kinder ein. Doch jedes Kind wird es überleben, wenn auf der Pfadfinderfreizeit mal eine Woche schwerpunktmäßig Nudeln gekocht werden. Ein Freizeitcamp ist kein Hotel, auch das müssen die Kinder begreifen und je nach Anbieter auch selbst ran an den Abwasch.
  • Ist die Ausstattung kindgerecht? Es gibt bei Ferienfreizeiten viele Übernachtungsmöglichkeiten, vom Zelt über die Blockhütte bis zur Jugendherberge. Wie viele Kinder sind in einem Zimmer? Erfragen Sie das im Vorfeld. Es ist sehr viel besser, wenn kleinere Gruppen gebildet werden. Ein Schlafsaal mit zehn Kindern ist zu viel bei zwei Wochen Ferienfreizeit. Optimal sind Unterkünfte, die bis zu vier Kinder in einem Raum oder Zelt unterbringen. Hier können sich Freundschaften bilden und es ist auch noch ans Schlafen zu denken.

Welche Anbieter für Feriencamps und Ferienfreizeiten gibt es?

drei Kinder

© Alexandra H. / pixelio.de

Es gibt viele ehrenamtliche Anbieter wie die Pfadfinder, kirchliche Organisationen, Vereine wie Sportvereine, aber auch Kommunen oder Gemeinden, die Ferienfreizeiten anbieten. Manchmal sind diese Veranstaltungen auch subventioniert und meist bleiben sie auch für den kleineren Geldbeutel erschwinglich. Die Ausstattung ist meist einfach und alle müssen ran. Die Betreuer bei solchen Freizeiten sind oft erfahren und haben selbst in ihrer Kindheit an einer Freizeit im Verein teilgenommen. Sie sind „Leitwölfe“ für die wilden Jungs und meistens haben sie auch eine kleine Spezialausbildung mit Erste-Hilfe-Kurs oder auch einen Jugendleiterschein usw. Ein Großteil arbeitet nicht als ausgebildeter Sozialpädagoge oder Kindertherapeut, aber wer freiwillig die Leitung einer Kindergruppe übernimmt, weiß meist, was auf ihn zukommt.

Es gibt ein auf die Kinder abgestimmtes Freizeit-Programm, das dann oft den jeweiligen Wetterbedingen angepasst wird und die Kinder haben oft auch noch genug Freiraum mitzuentscheiden. Trotzdem sollten Sie mit Ihrem Kind besprechen, ob so eine Art von Ferien in Frage kommt. Ein unsportliches Kind auf ein Fußballcamp zu schicken, ist Unsinn. Sie würden Ihre Tochter mit Pferdehaarallergie auch nicht in die Reiterferien stecken. Die Preise sind unterschiedlich, aber liegen dann oft doch unter den Preisen der kommerziellen Anbieter von Ferienfreizeiten. Da oft mit vielen ehrenamtlichen Helfern gearbeitet wird, kann der Preis auch günstiger liegen. Bei solchen Freizeiten reicht es oft, wenn man sich mal in der Schule oder auch in der Gemeinde umhört, ob das Nachbarskind vielleicht vor einigen Jahren auch schon dabei war.

Worauf Sie bei kommerziellen Angeboten von Feriencamps achten sollten

Kinder spielen Ball

© Dieter Schütz / pixelio.de

Gleichzeitig gibt es eine ganze Reihe von kommerziellen Anbietern, die ebenfalls Jugend- und Kinderfreizeiten organisieren. Die Preise differieren hier erheblich. Wie gut nun der ein oder Anbieter sein mag, lässt sich auch nicht am Preis ablesen. Gut, die günstigen Anbieter greifen meist auch auf einfache Unterkünfte zurück, die ähneln unter Umständen dem Pfadfinderlager im Dorf nebenan. Doch diese Unternehmen haben sich auf solche Reisen spezialisiert und leben auch meist vom guten Ruf, der im Internet auch schnell mal ruiniert sein kann. Ein schlechter Anbieter wird sich auf die Dauer nicht halten können. Bei solchen Anbietern gibt es auch thematische Ansätze, die vom schon erwähnten Fußballcamp, über Computercamp, Bastelcamp bis zu speziellen Sprachreisen reicht. Auch die – meist bei Mädchen beliebten – Reitercamps gehören hier dazu. Die sind dann meist auch teurer. Doch auch hier einfach mal um die Ecke gucken, es gibt viele kleine Höfe, die auch Reiterferien für Kinder anbieten und dann nicht so teuer sein müssen. Auch hier sollten Sie darauf achten, dass die Kinder nicht zu viel in ihre Freizeit hineingepackt bekommen und dass das jeweilige Angebot auch zu Ihrem Kind passt. Wem die Internetseite des Anbieters nicht reicht – hier gibt es auch leider einige schlechte Beispiele – kann sich einen Katalog bestellen. Ob die bunten Bildchen dann die Realität wiederspiegeln, steht auf einem anderen Blatt.

Nehmen Sie die Möglichkeit zur Beratung wahr, wenn Sie unsicher sind

Sie sind nicht vor Ort, aber die meisten kommerziellen Anbieter bieten auch Beratungsgespräche im Vorfeld an und sind ernsthaft daran interessiert, ihre Kunden zufrieden zu stellen. Schwarze Schafe gibt es immer, aber die können sich meist nicht lange auf dem hart umkämpften Markt halten. Die meisten kommerziellen Anbieter teilen Kinder nach Altersgruppen ein, aber auch hier gibt es Unterschiede. Die meisten Camps richten sich an Kinder im Alter von 6 bis 16 oder auch 17 Jahren. Wie groß ist die Altersspanne? Sollen Kinder von 6 bis 12 in eine Gruppe, dann kann das schon schwierig werden. 10 bis 12 ist wieder optimal. Heißt es dann ab 10 Jahren, wird es auch schwierig, ein Zehnjähriger und eine 16-jährige, dazwischen liegen Welten. Auch dies können Sie im Vorfeld erfragen.

Achten Sie auf Ihr Gefühl!

Egal wofür Sie sich letztlich entscheiden, achten Sie auch auf Ihr Gefühl, vor allem wenn Sie im Vorfeld die Gelegenheit hatten, mit jemandem aus dem Team zu sprechen oder sich eben auch beraten zu lassen. Fühlen Sie sich gut beraten? Wurden Ihre Sorgen ernst genommen? Das sollten Sie eindeutig mit „Ja“ beantworten können. Und besprechen Sie Ziel und Ort mit Ihrem Kind. Es muss auf jeden Fall die Entscheidung mittreffen können. Zeigen Sie Alternativen auf, wenn die teuren Reiterferien nicht drin sind, dann kann es auch ein kleine Erlebnisbauernhof sein, der für Kinder Angebote bereit hält.

Und es kann immer noch etwas schief gehen und wenn Ihr Kind wirklich wieder nach Hause will, zwingen Sie es keinesfalls. Vielleicht braucht es einfach noch seine Zeit und zwei Jahre später klappt es dann doch. Auch aus negativen Erfahrungen wird bekanntlich etwas gelernt.

Wer sich speziell noch einmal über Sprachreisen informieren möchte, findet auf Familienkultour im Artikel Schülersprachreisen nach England weitere Infos.