Erkältung bei Kindern während des Familienurlaubs

Erkältung bei Kindern während des Familienurlaubs: Wenn sich ein Kind im Urlaub erkältet, zerrt das an den Nerven aller Familienmitglieder. Ist man verreist, so ist der vertraute Kinder- oder Hausarzt nicht zu erreichen und auch die Auswahl an frei verkäuflichen Erkältungsmitteln kann im Ausland eine ganz andere sein. Es gibt jedoch einige Tipps, die die Zeit der Erkältung erleichtern und den kleinen Patienten in seiner Gesundwerdung unterstützen.

Warum erkältet sich mein Kind?

Kinder erkälten sich deutlich häufiger als Erwachsene, im Schnitt etwa zwölf Mal pro Jahr. Ein Grund dafür ist, das ihr Immunsystem noch nicht ausgereift ist: Viele Krankheitserreger treffen zum ersten Mal auf den kindlichen Organismus, so dass die entsprechenden Abwehrzellen erst noch gebildet werden. Kennt der Körper einen Krankheitserreger, bildet das Abwehrsystem ?Gedächtniszellen“, die bei einem erneuten Kontakt nur noch aktiviert werden müssen. Kinder kommen auf vielen Wegen in Kontakt mit Krankheitserregern: Kleinkinder erforschen ihre Umwelt, indem sie sich Dinge in den Mund stecken oder in die Hände nehmen und diese dann in den Mund wandern. Im Kindergartenalter leben sie häufig das erste Mal in engem Kontakt zu einer größeren Gruppe von Kindern und werden den Erregern von Kinderkrankheiten ausgesetzt. Sie erlernen in diesem Alter das eigenständige Händewaschen und die Unterscheidung zwischen sauber und unsauber zu treffen. Schulkinder haben eine gewisse Eigenständigkeit erreicht, vergessen jedoch häufig das Händewaschen [1] .

Reiseapotheke für Kinder

Vor dem Reiseantritt sollten sich die Eltern beim Kinder- oder Hausarzt in jedem Fall zum Thema Reiseschutzimpfungen und auch zur Zusammenstellung der Reiseapotheke informieren lassen. Im Bereich der Impfungen sollte (bei entsprechendem Reiseziel) auf eine Zeckenschutzimpfungen geachtet werden. Auch die Reiseapotheke muss bei einer Reise mit Kinder angepasst werden: Schmerzmittel, fiebersenkende Medikamente, schleimlösende Mittel und eventuell auch Medikament gegen Durchfall und Reiseübelkeit sollten in Dosierungen mitgenommen werden, die dem Alter des Kindes oder der Kinder entsprechen. Bei Reisen ins Ausland sollte im Vorfeld eine Reisekrankenversicherung abgeschlossen werden. Diese ermöglicht problemlos den Arztbesuch am Urlaubsort. Auch Behandlungen im Krankenhaus oder in der Notaufnahme sind in den meisten Fällen durch die Reisekrankenversicherung abgedeckt.
Eine Checkliste für die kindgerechte Reiseapotheke gibt es auf der Website „Centrum für Reisemedizin“.

Kann ich der Erkältung meines Kindes vorbeugen?

Die Eltern sollten auch im Urlaub auf ausreichenden Schlaf, eine vollwertige Ernährung und regelmäßige Ruhezeiten der Kinder achten. Die Bekleidung sollte der Witterung des Urlaubsorts angepasst sein. Bei Flugreisen bietet es sich an, eine warme Decke für die Kinder mitzunehmen, um den krankheitsfördernden Effekt der häufig sehr kalten Klimaanlage im Flugzeug zu vermindern. Auch im Hotelzimmer sollte bei Reisen in den Süden die Klimaanlage nicht maximal genutzt werden, da der Umschwung von sehr warmer Außentemperatur zu kalter Innentemperatur den Körper zusätzlich belastet. Weitere Tipps zur Vorbeugung von Erkältungen (nicht nur im Urlaub) stellen diverse Gesundheitsportale zur Verfügung.

Hausmittel und Tipps

Eine harmlose Erkältung ist durch einige typische Symptome leicht zu erkennen: Sie beginnt häufig über Nacht, das Kind wacht mit einer verstopften Nase und oder Halsschmerzen auf. Im Laufe des Tages nehmen diese Symptome zu, eventuell ist das Kind weinerlich oder sehr müde und entwickelt gegen Abend erhöhte Temperatur. In den meisten Fällen dauert eine Erkältung nicht länger als sieben Tage an.
Um die Selbstheilungskräfte des Körpers zu stärken, können einige Hausmittel oder der Inhalt der Reiseapotheke hilfreich sein. Um den Sekretabfluß aus Nase und Rachen zu gewährleisten sollte das Kind viel trinken, wobei sich Erkältungstees anbieten. Ansonsten kann auch ein milder Fenchel- oder Kamillentee (ungesüßt) hilfreich sein. Bei Säuglingen und Kleinkindern bietet es sich an, das Sekret mit Hilfe eines Nasensaugers zu entfernen, falls es die Atmung stark behindert. Falls die Möglichkeit besteht das Kind zu baden, kann ein Erkältungsbad den Schlaf fördern und so das Kind und den Rest der Familie zur Ruhe kommen lassen. Bei erhöhter Temperatur am Abend können lauwarme Wadenwickel helfen. Im Allgemeinen lindern frische Luft und Ruhe die Erkältungsbeschwerden.

Online-Symptom-Checker als nützliche Hilfe

In einer Situation, in der das Kind im Urlaub krank wird und der vertraute Kinder- oder Hausarzt nicht erreichbar ist, können Online-Symptom-Checker eine wertvolle Ergänzung sein. Diese digitalen Werkzeuge ermöglichen es Eltern, die Symptome ihres Kindes einzugeben und eine erste Einschätzung darüber zu erhalten, welche Krankheit vorliegen könnte und wie dringend eine ärztliche Behandlung notwendig ist. Diese Anwendungen basieren auf einer umfangreichen Datenbank von Symptomen und Krankheiten und liefern oft auch Ratschläge zur Linderung leichterer Beschwerden. Zudem wurden seriöse Tools immer in Zusammenarbeit mit Fachärzten entwickelt und sind im Idealfall als Medizinprodukt zertifiziert.
Auch wenn ein Online-Symptom-Checker keinen Arztbesuch ersetzen kann, können sie eine hilfreiche erste Orientierung bieten, insbesondere in einem fremden Land, wo die medizinische Versorgung anders organisiert ist und Sprachbarrieren bestehen. Bei schwerwiegenden Symptomen oder wenn sich der Zustand des Kindes verschlechtert, sollte man umgehend einen Arzt vor Ort aufsuchen.

Wann ist ein Arztbesuch auch am Urlaubsort notwendig?

Bei einigen Beschwerden sollte auch im Urlaub ein Kinderarzt zurate gezogen werden:
Bei Hautausschlägen (etwa kleinen Bläschen oder Hautverfärbungen) besteht der Verdacht einer Kinderkrankheit wie Windpocken oder Masern, die ebenfalls in ärztliche Behandlung gehören. Erbrechen und Durchfall können (ebenso wie Appetitlosigkeit) besonders im Urlaub eine Vielzahl von Ursachen haben. Dazu gehören die Aufregung über den Urlaub und die neue Umgebung aber auch fremdes Essen oder fremdländische Gewürze. Es können aber auch ernstere Ursachen dahinter stehen, wie eine Lebensmittelvergiftung oder eine bakterielle Erkrankung auf Grund von Keimen im Trinkwasser oder in den Sanitäranlagen des Hotels. Leidet das Kind unter anhaltendem Erbrechen oder Durchfall muss auf eine ausreichende Trinkmenge geachtet werden (abgekochtes Wasser oder ungesüßter Tee) und es sollte ein Arzt aufgesucht werden.
Bei Lethargie oder Teilnahmslosigkeit des Kindes (im Rahmen von Erkältungsbeschwerden oder im Urlaub neu aufgetreten) sollte die Heimreise nicht abgewartet werden, sondern am Urlaubsort ein Arzt aufgesucht werden. So können mögliche ernste Ursachen (wie eine Hirnhautentzündung) ausgeschlossen beziehungsweise therapiert werden. Eine harmlosere Erklärung für Teilnahmslosigkeit die mit Erbrechen und Kopfschmerzen auftritt, kann ein Sonnenstich des Kindes sein
Bei massiven Ohrenschmerzen sollte ebenfalls ein Arzt am Urlaubsort aufgesucht werden. Häufig handelt es sich dabei um eine kindliche Mittelohrentzündung, die ja nach Schwere des Verlaufs durch einen Mediziner therapiert werden sollte.
Ein entzündeter Insektenstich ist ein Grund einen Arzt aufzusuchen, um einer Blutvergiftung vorzubeugen. Erleidet das Kind einen Zeckenbiss, dann ist die fachgerechte Entfernung der Zecke und eine eventuelle Impfung gegen Borreliose durch einen Mediziner angeraten.
Bei sehr häufig auftretenden Erkältungen sollte eine Abklärung von möglichen Ursachen am besten zuhause durch den vertrauten Kinderarzt erfolgen.