Das Webermuseum in Biberach in der Riss Baden-Württemberg Achtung, dieser Artikel ist nicht mehr aktuell! MUSEUM WOHL GESCHLOSSEN: Das Webermuseum in Biberach an der Riß hat in einem der ältesten Häuser in Süddeutschland eine Heimat gefunden. Es informiert die Familien über die Themen „Flachsen“, „Spinnen“ und Weben. Die Geschichte der Weberei – für Biberach über Jahrhunderte hinweg wichtige Einnahmequelle steht ebenso im Mittelpunkt des kleinen Museums. [ab Schulalter] Das Webermuseum in Biberach an der Riß informiert über die Geschichte der Weberei in der Region. Die Ausstellungen des Webermuseums in Biberach an der Riß liegen im Erdgeschoss des Museums. Wer sich auch noch für Literatur interessiert, findet im 1. Stock noch ein kleines Literaturmuseum, das Leben und Werk des Dichters Christoph Martin Wieland (1733-1813) in den Mittelpunkt rückt. Mit Kindern empfiehlt sich ein Besuch in dem kleinen Webermuseum. Eltern und Kinder erfahren vor Ort so einiges über die bedeutende Geschichte der Weberei im Ort Biberach. Denn im Jahre 1508, als Biberach etwas mehr als 3000 Einwohner zählte, sollen hier etwa 400 Webstühle gestanden haben. Rund hundert Jahre später hatte wohl jeder vierte Biberacher mit dem Textilgewerbe zu tun. {mosimage} So war Biberach an der Riß viele Jahrhunderte eine Stadt der Weber. Wohlstand und wirtschaftliche Bedeutung verdankte die Stadt einer besonderen Tuchart, dem Barchent, einem Gemisch aus einheimischen Leinen und levantinischer Baumwolle. Dieser Stoff war in ganz Europa begehrt und wurde bis Venedig, Lyon und Antwerpen geliefert. Aus Biberacher Barchent wurden vor allem Bettwäsche und Matratzenstoffe, Handtücher sowie Kittel, Hosen, Röcke und Blusen gefertigt. In der Alltagskleidung und Tracht ist der Barchent noch bis ins 19. Jahrhundert nachweisbar. Während des 30jährigen Krieges erlahmte der Handel mit Barchent, der Handel mit Baumwolle verstärkte sich und verdrängte den Barchent. So war auch die Zeit der Weberei in Biberach vorbei. Diese Geschichte der Weberei ist Thema des kleinen Webermuseums in Biberach an der Riß. Riffeln, rösten, dörren, brechen, schwingen und hecheln werden die verschiedenen Arbeitsgänge genannt, die aus der Leinpflanze strapazierfähige Flachsfasern machen. Diese wurden wiederum zu Garn gesponnen und von den Webern zu Leinwand verarbeitet. Die Familien erfahren auch so einiges über die einzelnen Arbeitsschritte, die zur Herstellung der Stoffe notwendig waren. Schauvorführungen finden im Webermuseum in Biberach auch statt. Auch eine Idee für einen Schulausflug oder einen „spinnenden Kindergeburtstag“.