Soll man Nabelschnurblut konservieren?

Soll man Nabelschnurblut konservieren?  Die Zellforschung macht immer weitere Fortschritte. Hofft man doch, irgendwann die schlimmsten Krankheiten unserer Zeit heilen zu können. Große Hoffnung setzt man hierbei in den Einsatz von so genannten adulten Stammzellen, die auch das Nabelschnurblut des Neugeborenen liefern kann. Doch wie weit ist die Wissenschaft wirklich? Macht es Sinn, auf ein solches Verfahren zurückzugreifen?

Was genau sind eigentlich adulte Stammzellen ?

„Adulte Stammzellen“ sind für das Überleben des Menschen unbedingt notwendig, denn sie produzieren eine Vielzahl von Körperzellen und das Tag für Tag. Ohne diese Zellen könnten wir nicht weiterleben. In diese Stammzellen setzen viele Menschen mittlerweile große Hoffnungen, sollen sie doch eine Möglichkeit bieten, die schlimmsten Krankheiten unserer Zeit wie Krebs oder auch Demenz, längerfristig zu heilen. Im Gegensatz zu embryonalen Stammzellen, also Stammzellen, die aus noch nicht geborenen Embryos gewonnen werden, sind die so genannten adulten Stammzellen, ethisch unbedenklich. Die ethisch umstrittenen embryonalen Stammzellen haben gegenüber den adulten Stammzellen allerdings den Vorteil, dass man sie leichter vermehren kann, sie teilen sich schneller. Adulte Stammzellen sind langsamer, sie teilen sich eben nicht so schnell, so dass man eine sehr viel größere Menge davon benötigt. Eine Möglichkeit ist jedoch der Einsatz von so genanntem Nabelschnurblut. Doch warum soll dieses zum Einsatz kommen?

Zellen erneuern sich permanent – die einen schneller, die anderen langsamer

Ein Säugling hat nach der Geburt alle Organe komplett ausgebildet, doch die Zellen und das Gewebe können sich im Laufe der Zeit weiter verändern, denn die Zellen werden umgebaut und immer wieder repariert und durch neue Zellen ersetzt. Diese Zellen helfen dem Menschen dabei, gesund zu bleiben und sind permanent am Arbeiten. Diese so genannten adulten Stammzellen finden wir in fast allen Organen des Menschen. Organe, die sich häufig erneuern müssen, verfügen über mehr Stammzellen als Organe, die das nicht so häufig tun. Unterschiedliche Stammzellen entwickeln sich in verschiedenen Zelltypen, das können Blutzellen oder auch Hautzellen sein. Es gibt aber auch Organe wie z.B. das Herz oder das Auge, bei denen sich die Zellen eben nicht so gut erneuern und schneller altern. Aufgrund dieses Alterungsprozesses entstehen verschiedene Krankheiten, darunter auch unserer heutigen Zivilisationskrankheiten. Wissenschaftlicher hegen nun die Hoffnung, mit Hilfe der Stammzellen neue Heilungsmöglichkeiten und Therapien entwickeln zu können.

Soll man Nabelschnurblut konservieren? Nabelschnurblut enthält viele Stammzellen

Im Nabelschnurblut gibt es sehr viele noch sehr junge Zellen, das Kind wurde ja gerade erst geboren und der Zellverschleiß ist noch sehr gering. Diese Stammzellen können sich noch sehr gut teilen und sind auch noch nicht durch die Umwelt belastet. Und die Wissenschaft setzt eben in diese jungen Stammzellen große Hoffnungen. Erkrankungen, die aufgrund von gestörten Zellen entstehen, sollen mit Hilfe der körpereigenen Stammzellen geheilt werden. Diese Zellen sollen dann das kranke Gewebe ersetzen. Wichtig ist hierbei, dass diese körpereigenen Zellen zum Einsatz kommen und keine fremden. Auf fremde Zellen würde der Körper wieder mit Abwehr reagieren, diese vielleicht abstoßen oder gar nicht annehmen. Nur durch den Einsatz von Medikamenten kann man verhindern, dass es dazu kommt, und dies vielleicht ein Leben lang. Und der Einsatz von Medikamenten hat oft genug wieder Nebenwirkungen zur Folge. Deshalb hofft eben die Wissenschaft auf die erweiterte Einsatzmöglichkeit von diesen Stammzellen.

Doch woher nehmen und nicht stehlen?

Mittlerweile gibt es Möglichkeiten, diese körpereigenen Stammzellen quasi zu archivieren. Das kann man natürlich nicht Zuhause im der Kühltruhe, sondern es bedarf einer professionellen Einlagerung der Stammzellen, die darauf spezialisierte Firmen übernehmen. Wenn Sie wissen wollen, wie so etwas vorgeht, können Sie sich zum Beispiel bei Stiftung Warentest informieren. Wie hilfreich das Einfrieren tatsächlich ist, bleibt allerdings umstritten. Die Stiftung Warentest verweist in einer Studie, allerdings noch älteren Datums, noch einmal eindeutig auf Vor- und Nachteile hin und auf eventuelle Gefahren, die mit der Entnahme verbunden sein können. Auch sollten Eltern darauf achten, wo sie das Blut konservieren lassen. Ist der Anbieter verlässlich oder gibt es nur wirtschaftliche Interessen?

Kommen die Zellen zum Einsatz? Beratung ist sinnvoll!

Soll man Nabelschnurblut konservieren?  Wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass die körpereigenen Zellen später wirklich zum Einsatz kommen, ist noch nicht eindeutig bewiesen. Dennoch meint auch Stiftung Warentest, dass die aus dem Nabelschnurblut gewonnenen Zellen einige Vorteile gegenüber Knochenmarkspenden haben könnten. Ob die körpereigenen Stammzellen später tatsächlich benötigt werden, darüber streitet sich wieder die Wissenschaft. Während die eine Seite sich durchaus Erfolge verspricht, bleiben andere wiederum skeptisch. Doch wie auch immer sich Eltern entscheiden, Sie sollten sich auf jeden Fall in Vorfeld gut informieren und auch vom Arzt oder Klinik ihres Vertrauens beraten lassen.

Soll man Nabelschnurblut konservieren? Auf diese Frage gibt es immer noch keine eindeutige Antwort.