Wann ist eine Zahnspange bei Kindern sinnvoll? Wann ist eine Zahnspange bei Kindern sinnvoll? Die Zahl der Zahnspangenträger wächst und mittlerweile sind Zahnspangen keine Ausnahme, sondern schon fast die Regel. Die AOK hat festgestellt, dass die Hälfte aller Teenager schon einmal beim Kieferorthopäden „vorbei geschaut“ hat. So geben die Kassen immer mehr für die Kinder aus, die Eltern müssen aber auch oftmals tief in die Tasche greifen. Woran liegt das und was können Sie tun? Zahnspangen können teuer werden Heutzutage haben Eltern oftmals den Eindruck, dass jeder zweite Zwölfjährige eine Spange trägt. Ohne Spange zu sein, ist schon fast uncool. So sind Zahnspangen mittlerweile üblich und gehören zur „Standardausrüstung“ eines Heranwachsenden. Wie sinnvoll das wirklich ist, können wir an dieser Stelle nicht beantworten, früher kam man ja auch „ohne Spange“ gut durchs Leben. So sieht das dann die ältere Generation oftmals. Doch wie so oft liegt die Wahrheit in der Mitte. Es ist durchaus sinnvoll, Fehlstellungen rechtzeitig festzustellen und auch korrigieren zu lassen. Dennoch sollte man sich überlegen, welche Behandlung mit welchen Mitteln wie lange dauern soll. Die Meinung des Arztes ist entscheidend, im Zweifelsfall kann aber eine Zweitmeinung durchaus Entscheidungshilfen bringen. Ein früher Besuch beim Kieferorthopäden kann helfen © margit / pixelio.de Wann ist eine Zahnspange bei Kindern sinnvoll? Es ist durchaus sinnvoll, das Kind schon vor Schulbeginn, also im Alter von circa sechs Jahren, beim Kieferorthopäden einen Besuch abstatten zu lassen. Eventuell sind hier noch einfachere Korrekturen problemlos möglich, die später nur durch jahrelanges Tragen einer Spange ausgeglichen werden können. Der Kiefer einer Sechsjährigen wächst noch und an dieser Stelle lässt sich durchaus auch therapeutisch eingreifen. Sinnvoll ist es ebenso, vor dem zehnten Jahr noch einen Kontrollbesuch zu starten. Ist eine Spange tatsächlich notwendig, dann wird es leichter, ein Kind vor Beginn der Pubertät vom Tragen einer Spange zu überzeugen. Allerdings gilt es hier abzuwägen: je nach Fehlstellung kann eine Spange auch erst später (oder gar nicht) sinnvoll sein. Viele Fehlstellungen des Kiefers sind nicht unbedingt sofort sichtbar. So gibt es Kinder mit einer wunderschönen Zahnpalette, deren Kiefer falsch geformt sind. Das Kind merkt davon (noch) nichts. Nicht immer ist es so eindeutig wie bei vorstehenden und fehlenden Zähnen oder Zähnen, die eindeutig schief wachsen. Ob ein Zahn nicht angelegt ist, lässt sich letztlich nur durch eine Röntgenuntersuchung feststellen. Schief stehende Zähne sind übrigens nicht nur ein ästhetisches Problem, sondern können längerfristig auch die Gesundheit der Zähne beeinträchtigen, stehen die Zähne zum Beispiel zu eng, dann lassen sich die Zahnzwischenräume nicht mehr gut reinigen und Bakterien setzen sich unter Umständen fest. So kommt es am Ende zu Karies oder auch Entzündungen der Zähne. Manche Fehlstellungen führen zu Sprachstörungen, das Kind lispelt zum Beispiel, weil die Zunge an die Zähne anstößt, anstelle von Sprachtherapie wäre hier der Gang zum Kieferorthopäden auf Dauer sinnvoller. Wann ist eine Zahnspange bei Kindern sinnvoll? Wer zahlt die Zahnspange für das Kind? Das ist eine Frage, die nicht ganz so einfach zu beantworten ist. Denn die gesetzliche Krankenkasse zahlt nur in ganz bestimmten Fällen. Hierfür gibt es einen sehr eindeutigen Kriterienkatalog, das „Kieferorthopädische Indikationsgruppensystem“, abgekürzt auch unter „KIG“ zu finden. Dieses Gesetz gibt es seit dem Jahr 2002 und es regelt, ob ein Anspruch des Versicherten gegenüber der Krankenkasse besteht. So gibt es fünf Behandlungsbedarfsgrade, wobei nur bei Bedarfsgrad 3 bis 5 die Kosten auch übernommen werden. Wer mit Grad 1 und 2 eingestuft wird, muss selbst oft tief in die Tasche greifen. Dabei muss es bei 1 und 2 nicht um rein ästhetische Korrekturen handeln, Ist der Unterkiefer zu weit hinten und stehen dadurch die Backenzähne schief, können später Kiefergelenkprobleme oder Kopfschmerzen auftauchen bzw. die Wahrscheinlichkeit dieser Folgen ist hoch. Dennoch werden solche Fälle oft genug als Grad 1 oder 2 eingeordnet. Handelt es sich doch um Probleme, die eben erst später auftauchen „können“. Auch wenn die Wahrscheinlich hoch ist und eine Behandlungen rdie späteren Folgekosten reduzieren, wenn nicht gar verhindern könnten, die Einordnung bleibt. Grad 1 umfasst die leichten Zahnfehlstellungen. Die Kassen zahlen nicht. Grad 2 umfasst Zahnfehlstellungen geringer Ausprägung, die eine Korrektur erforderlich machen. Die Kassen zahlen nicht. Grad 3 umfasst ausgeprägte Zahnfehlstellungen. Die Kassen zahlen. Grad 4 umfasst stark ausgeprägte Zahnfehlstellungen. Die Kassen zahlen. Grad 5 umfasst extrem stark ausgeprägte Zahnfehlstellungen. Die Kassen zahlen. Eine Spange kostet so viel wie ein gebrauchter Kleinwagen Wann ist eine Zahnspange bei Kindern sinnvoll? Viele Kieferorthopäden erkennen den Bedarf, dürfen aber letztlich keine andere Einstufung vornehmen, selbst wenn sie wollten. Kosten eines Gebrauchtkleinwagens sind für die Eltern keine Seltenheit und viele Eltern wünschen sich, für die Zukunft ihrer Kinder – vor allem ihre Gesundheit – das Beste zu tun. Da beißt man schon einmal in sauren Apfel und zahlt. Auch hier kann eine Zweitmeinung unter Umständen helfen, dennoch sollte man sich nicht allzu große Hoffnungen machen. Kieferorthopädische Behandlungen können gerne mal 3000 bis 4000 ? kosten. Gut, meist zahlt man sie nicht auf einen Schlag, die meisten Zahnärzte rechnen über Ratenzahlungen ab, aber am Ende steht dann da doch eine gewaltige Summe. Da kann eine Zahnzusatzversicherung unter Umständen sinnvoll sein. Allerdings sollten Sie diese wirklich rechtzeitig abschließen, denn keine Kasse zahlt, wenn die Probleme schon bekannt sind. Vergleichsportale stellen verschiedene Zahnzusatzversicherungen gegenüber und auch die Stiftung Warentest widmet sich dem Thema. Auch die Frage der Zusatzleistungen ist berechtigt, so gibt es immer wieder Neuerungen und spezielle Angebote, die die Sache noch teurer machen können. So gibt es durchaus sinnvolle Zusatzleistungen, aber auch allerlei Schnickschnack, auf den Eltern verzichten können, ohne ihren Kindern damit zu schaden. Doch ist es nicht ganz leicht, hier zu unterscheiden, was die Ärzte vielleicht für dringend notwendig halten, sehen die Kassen als überflüssig an. Prinzipiell zahlt die gesetzliche Kasse für die Zähne immer weniger und auch bei den Zusatzversicherungen sollten Sie sich gut informieren, wer denn was in welchem Falle zahlt, hier ist gute Recherche vor Abschluss der Versicherung sinnvoll. Um spätere Zahnzusatzkosten zu vermeiden, können Sie selbst allerdings auch einiges tun, denn an dieser Stelle ist Vorsorge von Nöten, denn viele Probleme können durch eine gute Zahnpflege von Anfang an vermieden werden. Mit der Zahnpflege schon im Babyalter beginnen Kariesprophylaxe lässt sich schon im Baby- und Kleinkindalter betreiben. So wird Karies auch häufig schon über die Mutter übertragen. Das Abschlecken des Schnuller, immer wieder gesehen, sollten Mütter einfach vermeiden. Schon Milchzähne können durch durch Karies zerstört werden und nicht nur das. In den kaputten Milchzähnen nisten die Bakterien gerne weiter und zerstören das neue Gebiss. Also auch schon bei den Milchzähnen auf ausreichende Pflege achten. Allerdings hilft auch die beste Zahnpflege nicht, wenn es sich um Fehlstellungen handelt. Trägt das Kind dann eine Spange, wird allerdings die Pflege der Zähne noch wichtiger.