Kontaktlinsen oder Brille für Kinder: Was ist besser?

Kontaktlinsen oder Brille für Kinder

Mein Kind hat eine Sehschwäche, doch was tun? Kontaktlinsen oder Brille für Kinder? Ab welchem Alter dürfen Kinder eigentlich Kontaktlinsen tragen? Und welche Voraussetzungen braucht es dazu? Worauf ist beim Kauf zu achten? Diesen und weiteren Fragen sind wir einmal nachgegangen.

Inhalt:

  • Was tun bei einer Sehschwäche des Kindes?
  • Warum nehmen Sehschwächen bei Kindern zu?
  • Kontaktlinsen oder Brille für Kinder?
  • Brillenstärke ist nicht gleich Kontaktlinsenstärke – auch bei Kindern!
  • Ab welchem Alter können Kinder Kontaktlinsen tragen?
  • Was kosten Kontaktlinsen?

Was tun bei einer Sehschwäche des Kindes?

Bei Ihrem Kind wurde eine Sehschwäche festgestellt? Das ist kein Drama, wenn Sie etwas dagegen unternehmen. Eine unentdeckte Sehschwäche kann unangenehme Folgen mit sich bringen. Nicht nur gesundheitlicher Art, sondern auch für den Erfolg Ihres Kindes in der Schule, im Leben, in unserer Gesellschaft. Kinder, die nicht gut sehen, haben oft Probleme in der Schule. Sie müssen sich beim Blick auf Tafel oder Whiteboard sehr viel mehr anstrengen als Kinder, die besser sehen. Ihre Konzentration schwindet schneller, oft schwindet damit die Motivation und am Ende das Selbstbewusstsein. Oft leiden die Schulnoten, aber am schlimmsten: das Kind leidet. Dabei wäre es so einfach, dieses zu unterstützen und all diese Folgen zu unterbinden.

Warum nehmen Sehschwächen bei Kindern zu?

Übrigens hat man festgestellt, dass vor allem die vermehrte Computernutzung sowie der Einsatz von Smartphones bei gleichzeitig reduzierter Bewegung Kurzsichtigkeit bei Kindern befördert. Der Fachausdruck hierfür lautet übrigens „Myopie“. Die Kurzsichtigkeit nimmt also zu. So stellt der Bundesverband der deutschen Augenärzte mittlerweile bei einem Viertel der Bevölkerung eine Kurzsichtigkeit fest.
Mittlerweile sprechen Experten auch von einer so genannten Schulkurzsichtigkeit, die sich bei Kindern ab sechs Jahren entwickeln kann. Erschreckend eigentlich, könnte doch der gesteigerte Aufenthalt im Freien das Risiko, kurzsichtig zu werden, bei Kindern halbieren. Dennoch trägt mittlerweile jedes fünfte Kind eine Brille und schon einer von zehn Grundschülern. Positiv zu werten ist allerdings, dass Sehfehler heute sehr viel früher erkannt werden. Ein großer Teil der Kinder erhält seine Brille schon vor dem Schuleintritt.

Mein Kind braucht eine Brille

Kontaktlinsen oder Brille für Kinder?

Wird also eine Sehschwäche beim Kind festgestellt, so sollte diese ausgeglichen werden. Mit einer Brille oder mit Kontaktlinsen? Wichtig ist auf jeden Fall, überhaupt etwas zu unternehmen. Doch ist der erste Gedanke von Eltern nicht der an Kontaktlinsen. Kontaktlinsen sind nur etwas für Erwachsene, so meinen viele Leute. Deshalb stellt sich für die meisten gar nicht die Frage, ob dem Kind Kontaktlinsen anzupassen sind. Hier sollten Sie gar nicht nach dem Alter des Kindes fragen, sondern es kommt ganz aufs Kind an, ob Kontaktlinsen sinnvoll sind oder nicht. Und wann sind diese jetzt sinnvoll und wann sollte doch besser eine Brille zum Einsatz kommen?

Brillen stören beim Sport

Viele Kinder empfinden eine Brille als störend. Sie kann sicher sehr gut angepasst werden – sollte sie auch – doch vor allem bei aktiven Kindern, die sehr viel toben oder Sport machen, ist eine Brille störend. Sie kann herunterfallen, zerbrechen oder beschädigt werden. Das sind alles keine Argumente gegen die Brille, nur gibt es Kinder, die eine Brille nun mal als Störfaktor empfinden. Und egal wie hübsch die Brille ausschaut, wie gut sie sich befestigen lässt, beim Rennen, Turnen oder Spielen schränkt eine Brille ein. Und handelt es sich um eine stärkere Sehschwäche, dann lässt sich diese auch bei sportlichen Aktivitäten nicht so leicht absetzen.

Bei starker Kurzsichtigkeit Kontaktlinsen nutzen

Bei starker Kurzsichtigkeit ist es sinnvoll, Linsen einzusetzen, die direkt auf dem Auge liegen, und wie der Name schon sagt, Kontaktlinsen liegen direkt auf dem Auge auf. Auch die Kontaktlinsen-Stärke wird in Dioptrin gemessen. Wer kurzsichtig ist, erhält ein Minus vor dem Wert und wer weitsichtig ist, ein Plus.

Brillenstärke ist nicht gleich Kontaktlinsenstärke – auch bei Kindern!

Eine Erstanamnese muss immer über den Augenarzt oder den Optiker erfolgen. Liegen alle Werte vor, können auch Kontaktlinsen problemlos gekauft werden. Kontrollieren Sie diese Werte allerdings regelmäßig, denn diese unterliegen Änderungen, bei Kindern geht das oftmals sehr viel schneller als bei Erwachsenen. Die Stärke muss dann auf jeden Fall angepasst werden. Übrigens können sich die Dioptrinzahl bei Kontaktlinsen und Brille durchaus unterscheiden, sie darf nicht einfach übernommen werden, ansonsten sind die Linsen zu stark oder zu schwach. Bei geringer Dioptrinzahl ist der Wert allerdings identisch, es sei denn das Kind auch noch eine zusätzliche Hornhautverkrümmung, dann stimmt es auch wieder nicht.

Ab welchem Alter können Kinder Kontaktlinsen tragen?

Sorgfältige Kinder, die schon früh Verantwortung übernehmen können, sind auch in der Lage, Kontaktlinsen zu tragen. Denn hier die Hygiene unabdingbar und das Kind sollte diese Regeln verstehen. Dann nur eine gründliche Reinigung der Linsen beugt Verschmutzungen und Infektionen vor. Das betrifft übrigens nicht nur Kinder, sondern das gilt genauso für Erwachsene. Wenn Kinder sich an Abmachungen halten und sich der Bedeutung des Linsentragens bewusst sind, können auch schon Kindern unter 12 Jahren Linsen angepasst werden. Gleichzeitig muss das Kind lernen, die Linsen ein- und auszusetzen. Und dies immer, auch wenn mal eine Übernachtung bei Freund oder Freundin ansteht und Eltern sich hier schlicht verlassen müssen. Sind diese beiden wesentlichen Voraussetzungen – Hygiene und Fertigkeit des Einsetzens – gegeben, spricht vieles für Kontaktlinsen. Kontaktlinsen oder Brille für Kinder? Das Kinderalter allein sollte die Entscheidung nicht beeinflussen.

Wann sind Kontaktlinsen nicht sinnvoll?

Oft macht es durchaus Sinn, sowohl Kontaktlinsen wie auch Brille zu nutzen. So gibt es Situationen, in denen eine Brille sinnvoller sein kann als Kontaktlinsen. Eine Brille lässt sich schnell mal auf- und abziehen. Ist das Kind krank, dann sollte auf Kontaktlinsen verzichtet werden, um Keime zu verhindern. Gleiches gilt für Allergien, die Augentränen verursachen oder trockene Augen oder Augen, die sich leicht infizieren.

Tages- oder Monatslinsen bei Kindern?

Beginnen Sie mit Tageslinsen. Hier müssen die Linsen nicht am Abend gereinigt werden, sondern sind ein Wegwerfprodukt. Mit Hilfe der Tageslinsen können die Kinder aber das Einsetzen der Linsen erlernen und geht einmal etwas schief, dann ist das kein Drama. Hat sich das Kind an das Einsetzen gewöhnt und trifft der Punkt Verantwortung zu, dann können Sie problemlos auch zu Monatslinsen übergehen.

Harte oder weiche Kontaktlinsen für Kinder?

Hier kommt es wieder darauf an, wo denn diese Kontaktlinsen zum Einsatz kommen. Wenn das Kind die Linsen über einen längeren Zeitraum trägt, sollten diese eine hohe Sauerstoffdurchlässigkeit besitzen. Das sind dann eher harte oder so genannte formstabile Linsen. Falls die Linsen in erster Linie bei sportlichen Aktivitäten zum Einsatz kommen, dann eignen sich die weichen Linsen besser.

Was kosten Kontaktlinsen?

Hier gibt es keine pauschale Antwort, die stimmt. So finden sich bekannte Hersteller neben No-Name-Produkten. Oftmals sind die teureren Produkte namhafter Hersteller die besseren, allerdings auch nicht immer. Doch bedenken Sie immer, ein billiges Brillengestell sieht vielleicht nicht ganz so hübsch aus, liegt aber nicht direkt am Auge an. Deshalb ist Qualität auf jeden Fall ein Muss beim Kontaktlinsenkauf.

Alles über Sehtests bei Kleinkindern erfahren Sie in dem Artikel „Wie gut sieht mein Kind?