Paestum – Baden bei griechischen Tempeln in Süditalien

Paestum am Golf von Salerno: Familien, die einen Badeurlaub gerne mit interessanten Besichtigungen verbinden, haben in Paestum reichlich Gelegenheit dazu. Der Ort südlich von Neapel beherbergt eine der bedeutendsten archäologischen Stätten Italiens. Ausflüge nach Pompeji, Herculaneum, Neapel und auf den Vesuv sind auch für Kinder hochspannende Erlebnisse. [ab Kindergartenalter]

Als Poseidonia wurde Paestum um 600 v.Chr. von den Griechen gegründet.

Erst im 18. Jahrhundert entdeckte man die Schätze wieder, die im Boden von Paestum verborgen lagen. Drei wundervoll erhaltene dorische Tempel gibt es auf dem heutigen Ausstellungsgelände zu sehen. Außerdem ist ein Amphitheater erhalten, rundherum umschließt die alte Stadtmauer das Gelände.

Im Nationalmuseum sind viele Fundstücke zu sehen, darunter die berühmte Grabplatte mit dem Taucher. Der archäologische Park und das Museum sind täglich ab 9 Uhr bis zwei Stunden vor Sonnenuntergang geöffnet (Museum 1. und 3. Montag im Monat geschlossen).

 

Paestum

© Kirsten Wagner

Das moderne Paestum besitzt am Strand zahlreiche Hotels aller Kategorien, die neben einem Privatstrand meist zusätzlich einen Pool anbieten. Im flachen Wasser, das nur langsam tiefer wird, plantschen auch die Kleinen fröhlich vor sich hin. Ältere Kinder haben Spaß mit aufblasbaren Wassertieren, Luftmatratzen oder Schlauchbooten. Hier ist wegen der Strömung jedoch immer Vorsicht geboten!


Badeurlaub und Kulturausflüge
lassen sich in Paestum bestens verbinden. Mit dem eigenen Fahrzeug, einem Mietauto und auch mit dem Zug sind Pompeji, Herculaneum und Neapel schnell erreicht. Die Züge der Bahnlinie Neapel – Salerno halten in Pompei Scavi, von wo es nur ein Katzensprung zu den Ausgrabungen ist. Wer in Ercolano aussteigt, nimmt am besten ein Taxi zur archäologischen Stätte. Das ist nicht nötig bei der Linie Ferrovia circumvesuviana, die rund um den Vesuv fährt, allerdings von Paestum aus nicht direkt zu erreichen ist.

Zum Vesuv geht es ebenfalls von Ercolano (Herculaneum) aus. Es fährt sowohl ein öffentlicher Bus auf den Vulkan als auch viele Großraumtaxis, die ihre Dienste überall anbieten. Rund 10 Euro muss man hier pro Person rechnen. Doch diese Fahrt lohnt sich. Ein atemberaubender Blick bietet sich schon während der Auffahrt bis zum Parkplatz. Dort geht es zu Fuß auf den 1281 Meter hohen Vulkan.

Kinder freuen sich, wenn sie einen Wanderstock ausleihen dürfen, mit dem sich leichter über den schotterigen Untergrund aus Vulkangestein läuft. Nach etwa einer halben Stunde ist der Krater erreicht, der einen Durchmesser von 600 Meter aufweist. Bisweilen ziehen Wolkenschwaden vorbei, vielleicht raucht es auch hier und da? Immerhin ist der Vesuv noch aktiv, das letzte Mal brach er 1944 aus. Doch keine Angst, der Vulkan steht unter ständiger Beobachtung.


Paestum

© Kirsten Wagner

Die Wanderung auf den Vesuv lässt sich mit einem Besuch der Ausgrabungen in Ercolano gut verbinden, erfordert aber Laufvermögen, vor allem bei Hitze. Allerdings ist Ercolano weit weniger überlaufen als Pompeji. Beide Städte wurden am 24. August im Jahr 79 n.Chr.beim Ausbruch des Vesuv verschüttet und erst im 18. Jahrhundert wieder ausgegraben. Die Ausgrabungen dauern nach wie vor fort, so ist Ercolano erst von einem Drittel seiner Schutt- und Ascheschicht befreit.

 

Beim Gang durch die Straßen gelangen die Familien zu wunderbar erhaltenen Häusern, Statuen und Wandgemälden. In den Thermen sind kunstvolle Mosaikböden zu bewundern. Bekannt ist die Casa dei Cervi, das mit Fresken und Skulpturen ausgestattet war. Die hier zu sehenden von Hunden gehetzten Hirsche sind Nachbildungen, die Originale befinden sich im Nationalmuseum von Neapel. Besucher erhalten am Eingang einen Plan udn einen „Kurzen Leitfaden zur Besichtigung von Herculaneum“. An diesem kann man sich beim Rundgang orientieren.

Paestum

© Kirsten Wagner

Pompei ist wohl das beeindruckendste Beispiel einer altrömischen Stadt, die durch Ausgrabungen wieder zugänglich gemacht wurde. Hier gibt es Tempel, Theater, Thermen, einen Marktplatz und viele Wohnhäuser. Nicht verpassen sollten Eltern und Kinder das Casa del Fauno, das nach einer Statue eines Fauns benannt wurde. Noch heute prächtig ist das Casa di Menandro, das einem reichen Kaufmann gehörte. Hier ist Geschichte lebendig!

 

Wer nach Neapel fährt, sollte sich einen Besuch im  Archäologischen Nationalmuseum nicht entgehen lassen. Die kostbarsten Fundstücke aus Ercolano und Pompei sind hier im Original zu sehen. Geöffnet Mi-Mo 10:00-14:00 Uhr. Beim Gang durch Napolis Altstadt sollte man gut auf Geldbörse und andere Kostbarkeiten achten. Die Spaccanapoli („spaltet Neapel“), wie die berühmte Straße mitten durch die Altstadt heißt, bietet typische Ausblicke auf das italienische Viertel mit seinen schmalen Gässchen am Hang.

In Neapel kann man auch mit der Standseilbahn Funicolare auf den Vomero fahren. Los geht es gegenüber der Galleria Umberto, einem schönen Einkaufszentrum aus Glas und Stahl von 1887. Wer dann genug hat von Straßenlärm und Gewimmel, der fährt einfach zurück nach Paestum und springt ins Mittelmeer.

Eine Auswahl an Unterkünften in Paestum:

Berühmt ist die Gegend um Paestum übrigens auch für den Mozzarellakäse – natürlich den echten aus Büffelmilch. Überall gibt es ihn hier zu kaufen und in den Hotels wird er ebenfalls gerne serviert.

Kinder, die noch mehr über Italien erfahren wollen, können sich auf der Kinderweltreise umschauen!