Sind Nahrungsergänzungsmittel für Kinder sinnvoll?

Pillen und Äpfel

Sind Nahrungsergänzungsmittel für Kinder sinnvoll? Viele Eltern stellen sich die Frage, ob ihr Kind eventuell mit Vitaminen oder Mineralien unterversorgt ist und denken über den Einsatz von Nahrungsergänzungsmitteln nach. Lesen Sie hier, was Eltern über Nahrungsergänzungsmittel wissen sollten und in welchen Situationen Nahrungsergänzungsmitteln sinnvoll sein können.

Was sind eigentlich Nahrungsergänzungsmittel?

Es steckt schon im Namen – Nahrungsergänzungsmittel können eine ausgewogene Ernährung ergänzen, nicht aber ersetzen. Besonders Eltern neigen dazu, ihren Kindern Nahrungsergänzungsmittel zu verabreichen. Hier wäre es allerdings besser, die Eltern achteten darauf, dass ihre Kinder täglich 5 Portionen Obst und Gemüse und morgens ein Frühstück mit Vollkornprodukten zu sich nehmen und sich sportlich betätigen. Wichtig sind auch die gemeinsamen Mahlzeiten mit der gesamten Familie und keine Essensaufnahme vor dem PC oder dem laufenden Fernseher. Kinder sollten früh lernen, sich mit verschiedensten Lebensmitteln zu beschäftigen und auch lernen, sie zuzubereiten und zu probieren. Bei einer abwechslungsreichen Ernährung sind Nahrungsergänzungsmittel dann auch nicht notwendig.

Kann es trotz ausgewogener Ernährung zu Nähstoffmängeln kommen?

Ja, es kann sein, dass im Wachstumsschub vermehrt Calcium benötigt wird. Zudem kann es passieren, dass besonders in den Wintermonaten zu wenig Vitamin D, das ja mittels des Sonnenlichts über die Haut synthetisiert wird, fehlt. Auch Kinder, die vegetarisch oder vegan ernährt werden, können unter Umständen an einer Unterversorgung mit Vitamin B12 leiden. Generell sind aber Eltern, die auf eine vegetarische oder vegane Ernährung Wert legen, sehr gut informiert und achten auf eine ausreichende Versorgung, indem sie die Lebensmittel günstig zusammenstellen.
Sollten Eltern bei ihrem Kind Erschöpfung oder auch Appetitlosigkeit feststellen, könnte vielleicht ein Vitamin B12 Mangel verantwortlich sein. Die Albert-Schweitzer-Stiftung hat ein Merkblatt veröffentlicht, das über das Vitamin B12 und dessen Diagnose informiert. Denn oftmals ist es nicht ausreichend, nur das Blutserum zu untersuchen.

Bei Unsicherheit sollte der Arzt konsultiert werden

Bestehen trotz allem Unsicherheiten, sollte der erste Schritt zum Kinderarzt führen. Nahrungsergänzungsmittel sind in der Apotheke und in Drogeriemärkten frei verkäuflich und viele Eltern neigen dazu, sich hier selbst ihre Mittel zusammenzustellen. Zu viel kann aber auch schädlich sein, denn meist sind die Dosierungsangaben für Erwachsene bestimmt. Deshalb wird der Arzt mit einer Blutuntersuchung oder gegebenenfalls einer Stuhl- oder Urinanalyse feststellen können, ob Mängel vorliegen. Anschließend können dann Folgeuntersuchungen zeigen, ob sich die Werte normalisiert haben und die zusätzliche Gabe von Nahrungsergänzungsmitteln ausbleiben kann.

Auch ein Blick in den eigenen Vorratsschrank kann sinnvoll sein

Zunächst sollten Eltern ihren Vorräte genau unter die Lupe nehmen. Vielen vermeintlichen „Kinder-Lebensmittel“ werden nämlich Vitamine und Mineralstoffe zugesetzt, um sie als besonders gesund anzupreisen. Hierzu hat die Verbraucherzentrale einige interessante Informationen zur Kinderernährung zusammengestellt. Gibt man dem Kind dann noch zusätzliche Präparate, kann es leicht zu Überdosierung kommen. Auch das Bundesamt für Risikobewertung aktualisiert immer wieder die täglichen Höchstmengen. Hier kann man auch erfahren, welche zusätzlichen Vitamine und Mineralien gar nicht erst Nahrungsergänzungsmitteln zugesetzt sein sollten, da schon genug über die Nahrung aufgenommen wird.