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Museum mechanischer Musikinstrumente in Königslutter

Niedersachsen

Im Museum mechanischer Musikinstrumente in Königslutter offenbart sich eine längst vergessen geglaubte Welt. Zu einer Zeit, als man das Wort CD noch nie gehört hatte, wurden Spieldosen erfunden und Klaviere, die „allein“ spielten, oder ganze Orchestrien, die eine Vielzahl von Instrumenten vereinten. [ab 5 Jahren]

Das Museum mechanischer Musikinstrumente wurde 2005 in einem Gebäude direkt am Dom von Königslutter wieder eröffnet.

Ein Besuch im Museum mechanischer Musikinstrumente in Königslutter ist für Eltern und Kinder eine Entdeckungsreise in die Welt der Musik vergangener Jahrhunderte. Für Kinder, die mit Kassette, CD und MP3-Player aufwachsen, ist diese Welt kaum vorstellbar, doch auch die Eltern kommen wahrlich ins Staunen.

Da wird ein Lochstreifen über eine Walze gezogen und schon ertönt Musik – kaum zu glauben, doch so begann der Siegeszug der „konservierten“ Musik. Vorher, bis ins 18. Jahrhundert, konnte man nur Musik hören, indem man selber oder jemand anders ein Instrument spielte. Mit dieser Erfindung war man davon plötzlich unabhängig und konnte dasselbe Lied mehrmals hintereinander hören.

Was anfangs nur für sehr Reiche erschwinglich war, hielt im 19. und 20. Jahrhundert Einzug in die Öffentlichkeit. Ganze Orchestrien ersetzten spielende Musiker. Praktisch für den Wirt, denn das Orchestrion brauchte keine Pausen, wollte nicht bewirtet werden und fraß nach der Anschaffung keine Kosten. Mehrere Instrumente wurden in einem großen Schrank untergebracht und über eine Mechanik angetrieben.

Das Museum in Königslutter besitzt eine Sammlung mechanischer Musikinstrumente von internationalem Rang. Spieldosen und -uhren, Drehorgeln und Grammophone werden den Besuchern während einer Führung gezeigt und natürlich vorgeführt. Einige der Instrumente dürfen auch von den Kindern selber in Gang gesetzt werden! Wer traut sich, den Leierkastenmann zu spielen?

Nicht nur Musik, sondern viele Arten von Tönen bringt die Stummfilmorgel hervor. Da die ersten Kinofilme ohne Ton waren und dies ein bisschen langweilig war, saß während der Vorführung ein Spieler hinter den Zuschauern und machte Musik zum Film. Doch damit nicht genug, auch Geräusche erzeugte er: Türklopfen, Pferdegetrappel, Schüsse und vieles mehr.

Nach einem Besuch im Museum lädt das Café im selben Haus zu leckeren Torten und Eis ein. Auch den Dom können die Familien besichtigen oder im ersten Stock des Museumsgebäudes der Geschichte Königlutters nachspüren.