Energy-Drinks – beliebt aber auch gefährlich?

Energydrink

Energy Drinks – gefährliche Aufputschmittel für Kinder und Jugendliche?
Energy Drinks oder Energy Shots werden in der Werbung als praktischer Ernergieschub verkauft. Schnell, einfach, süß und überall zu haben, sprechen sie besonders Kinder und Jugendliche an. Was die schnellen Aufputschmittel im Körper von Heranwachsenden bewirken und welche Gefahren sie bergen, ist vielen nicht bewusst.

Jugendliche konsumieren besonders viele Energy-Drinks

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat ermittelt, dass etwa 60 Prozent der deutschen Jugendlichen zwischen 10 und 18 Jahren Energy-Drinks konsumieren. Rund 37 Prozent nehmen Energy-Drinks in Kombination mit Alkohol zu sich. Aus warenkundlicher Sicht gehören diese Getränke in die Kategorie der Softdrinks und muten erst einmal ungefährlich an. In handelsüblichen kleinen Dosen ist ungefähr so viel Koffein wie in einer Tasse Kaffee enthalten.
Das Problem ist aber, dass auch Verpackungen von 0,5 l verkauft werden. Und das bedeutet, dass der Koffeingehalt pro Dose sich entsprechend mit erhöht.

Woraus bestehen Energy-Drinks und Energy-Shots?

Die Hauptbestandteile der Energy-Drinks sind Wasser, Zucker und/oder Süßstoffe, Koffein, Vitamine, Farbstoffe und Aromen. Nicht unbedingt aber oft enthalten sind außerdem Taurin, Inosit und Glucuronolacton, denen eine leistungssteigernde Wirkung nachgesagt wird. Fakt ist aber, dass der Aufputscheffekt in erster Linie durch Koffein erzeugt wird.

Seit 2009 sind auch Energy Shots auf dem Markt. Angeboten werden sie in kleinen Verpackungseinheiten zu 25 ml bis 75 ml. Prinzipiell enthalten sie die gleichen Inhaltsstoffe wir Energy-Drinks, nur hochkonzentriert. Das heißt, es ist weniger Wasser enthalten, sodass es zu einer vierfachen Überschreitung des Grenzwertes für Koffein kommen kann. Erlaubt ist der Vertrieb deshalb, weil Energy-Shots als Nahrungsergänzungsmittel verkauft werden und nicht als Erfrischungsgetränke wie Energy Drinks. Sie unterliegen deshalb einer Anzeigepflicht beim Bundesamt für Verbraucherschutz in Berlin und dürfen nur mit einer Verzehrempfehlung verkauft werden, die „eine Portion am Tag“ empfiehlt.

Wie wirkt Koffein auf den Organismus?

Durch seine Wirkung auf das zentrale Nervensystem, fühlt man sich wacher, leistungsstärker und aufnahmefähiger. Hier macht allerdings die Dosis das Gift. Denn zu viel Koffein kann zu übermäßiger Nervosität, Übelkeit, Schlaflosigkeit oder auch zu Herzproblemen führen. In einer Schweizer Studie wurde sogar festgestellt, dass Koffein die Gehirnentwicklung von Jugendlichen hemmt.
Gesetzlich festgelegt ist ein Höchstgehalt von Koffein für Energy-Drinks von 320 ml pro Liter.
Ein Vergleich durchschnittlicher Koffeingehalte einiger Getränke:
• 1 Tasse Kaffee zu 125 ml 60 – 130 mg, entsprechend 480 – 1040 mg/Liter
• 1 Glas Cola zu 200 ml 20 – 50 mg, entsprechend 100 – 250 mg/Liter
• 1 Dose Energy Drink zu 250 ml ca. 80 mg, entsprechend 320 mg/Liter

(Quelle: http://www.vis.bayern.de)

Ein Energy-Drink enthält bis zu 9 Stück Würfelzucker

Die zweite Problematik bei Energy-Drinks ist der extrem hohe Zuckergehalt. Laut Weltgesundheitsorganisation WHO sollte weniger als 10 Prozent der täglichen Energiezufuhr aus zugesetztem Zucker bestehen. Das entspricht etwa 50 – 60 g Zucker pro Person und Tag. Wenn man bedenkt, dass in einer 250 ml Dose bereits 27 g Zucker (das enspricht ca. 9 Stück Würfelzucker) enthalten sind, dann hat man mit einem Drink bereits die halbe Tagesration an zugesetztem Zucker zu sich genommen.
Auch zuckerfreie Energy-Drinks, die mit Süßstoffen für die notwendige Süße sorgen, die den bitteren Koffeingeschmack überdecken, sind nicht empfehlenswerter. Zum einen stehen Süßstoffe nach wie vor in Verdacht krebserregend zu sein und zum anderen können sie zu Gewichtszunahme führen. Süßstoffe (http://www.richtig-essen.org/pdf/suessstoff.pdf)werden in der Nutztierhaltung aus diesem Grund als Masthilfmittel eingesetzt.

Zucker und Koffein sorgen nur kurzzeitig für einen Energiekick

Wenn das Koffein nach ca. 10 Minuten im Blutkreislauf angekommen ist, sorgt es zunächst für den Anstieg der Herzfrequenz und des Blutdrucks. Der enthaltene Zucker entfaltet nach ca. 20 Minuten seine Wirkung und sorgt für eine Stimulierung des Belohnungssystems im Gehirn durch Freisetzung des Glückshormons Dopamin. Allerdings lässt die Wirkung bereits nach 45 Minuten nach und die Müdigkeit setzt wieder ein.

Wo liegen die Gefahren der Energy-Drinks?

Kinder erreichen die höchstzulässige Koffeinmenge schneller

Laut der letzten EFSA-Studie stellt es für Kinder eine Gefahr dar, wenn sie mehr als 3 Milligramm Koffein pro Kilogramm Körpergewicht aufnehmen. Auf Energy-Drinks bezogen hätte ein ca. 13-jähriges Kind mit einem Körpergewicht von circa 54 kg diese Koffeinmenge mit zwei Energy-Drinks (0,5 l) bereits konsumiert.

Energy-Drinks werden gerne mit Alkohol gemischt

Problematisch ist allerdings, dass Jugendliche Energy-Drinks gerne in Kombination mit Alkohol zu sich nehmen. Hier sind nach Untersuchungen des Bundesinstituts für Risikobewertung  zum Beispiel bei Diskothekenbesuchen sowie Onlinespielen oder LAN-Partys innerhalb von 24 Stunden bis zu 5 Liter in Kombination mit Alkohol konsumiert. Eine Studie der brasilianischen Universität Sao Paulo berichtet, dass der Grad der Betrunkenheit nach dem Konsum von Energy-Drinks mit Alkohol bei den Probanden nicht richtig eingeschätzt werden konnte und sie entsprechend mehr tranken.

Energy-Drinks sind keine Sportgetränke

Obwohl Energy-Drinks gerne von Marketingstrategen und Sponsoren bei Sportveranstaltungen angepriesen werden, eignen sie sich laut Stiftung Warentest nicht als Sportgetränke. Beim oder nach dem Sport sollte in erster Linie der Flüssigkeitshaushalt ausgeglichen werden, wozu Energy-Drinks sich aber nicht eignen, da sie zu zuckerhaltig sind, nicht die richtige Mischung an Mineralstoffen enthalten und zudem auch harntreibend wirken.

Fazit

Energy-Drinks gehören wegen ihres hohen Koffein- und Zuckergehaltes nicht in die Hände von Kindern. Sie sollten, wenn überhaupt, nur in Maßen konsumiert werden und eignen sich auch nicht als Sportgetränke. Der vermeintliche Energiekick hält nur kurzzeitig an und es können gesundheitliche Schäden entstehen.
Es ist daher sinnvoll, Kinder keine Energy-Drinks anzubieten und als Eltern auch nicht vor den Kindern zu verzehren.
Die Verbraucherorganisation Foodwatch fordert seit geraumer Zeit ein Verkaufsverbot für Energy-Drinks, wie es bereits in Litauen und Lettland der Fall ist.