Kinder und das liebe Taschengeld

Kinder und Taschengeld

Verantwortungsvoll mit dem Taschengeld umgehen – finanzielle Unabhängigkeit von Kindern fördern

Rund 50 Euro im Monat – so viel Geld haben 10- bis 13-jährige Schüler laut einer Studie von 2017 durchschnittlich zur Verfügung, das sind insgesamt 640 Euro im Jahr! Diese Summe setzt sich aus dem Taschengeld zusammen, aber auch aus Geldgeschenken zu Weihnachten oder zum Geburtstag, nicht zu vergessen der gelegentliche Zwanziger „aus der Reihe“ von den Großeltern. In vielen Familien ist Taschengeld also etwas ganz Normales. Manche Eltern stehen dem Thema aber eher skeptisch gegenüber, zu groß ist die Sorge, dass die Kleinen ihr Bares für sinnlose Sachen ausgeben. Es ihnen aus diesem Grund zu verweigern, kann jedoch nachteilige Konsequenzen haben. Denn den richtigen Umgang mit Geld lernt man eben nur, indem man mit Geld umgeht.

Die Geldverschwender von morgen?

Wenn Sie die Unabhängigkeit Ihres Kindes fördern wollen, gehört dazu unweigerlich, ihm auch finanzielle Unabhängigkeit angedeihen zu lassen. Nur so lernt es, ein positives Verhältnis zu Geld zu entwickeln, statt verschwenderisch damit umzugehen und irrationale Entscheidungen zu treffen, die seine Zukunft negativ beeinflussen könnten. Der früh gelernte Umgang mit Geld verringert das Risiko, dass Ihr Kind in seinem Erwachsenenleben mit Schulden zu kämpfen hat. Ebenso erhält es das Rüstzeug, um sich den Flunkereien der Werbeindustrie zu widersetzen, denen auch wir Erwachsenen allzu häufig auf den Leim gehen.

Schon groß genug dafür?

Wann Ihr Nachwuchs so weit ist, seine Finanzen selbst zu verwalten, müssen Sie aber je nach Fall beziehungsweise Kind individuell entscheiden. Denn manche Sprösslinge zeigen schon überraschend früh eine gewisse charakterliche Reife, andere brauchen dafür etwas mehr Zeit. Als Entscheidungshilfe können folgende Fragen dienen:

  • Verliert mein Kind oft Sachen?
  • Fordert mein Kind beim Einkaufen teures Spielzeug, obwohl ich ihm erklärt habe, dass wir sie uns gerade nicht leisten können?
  • Zeigt mein Kind Dankbarkeit, wenn es Geschenke bekommt, oder sieht es sie als selbstverständlich an?

An Mathe führt kein Weg vorbei

Voraussetzung für den verantwortungsvollen Umgang mit Geld ist natürlich ein gewisses mathematisches Grundverständnis. Sollten hier bei Ihrem Kind noch Defizite vorhanden sein, kann es sinnvoll sein, etwas Nachhilfe zu geben, etwa mithilfe von Rechenspielen im Internet. Am wichtigsten ist die Arithmetik, also die vier Grundrechenarten Addition, Subtraktion, Multiplikation und Division. Damit kann Ihr Kind zum Beispiel sichergehen, dass es auch wirklich das korrekte Wechselgeld an der Eisdiele bekommt.

Gewappnet für die Zukunft

Es wurde übrigens wissenschaftlich nachgewiesen, dass das etwas komplexere Thema der Wahrscheinlichkeitsrechnung Menschen von ihrer Spielsucht kurieren kann – und Ihren Nachwuchs demzufolge auch davor bewahren, überhaupt erst mit dem Glücksspiel anzufangen. Aber auch so verschaffen Mathekenntnisse viele Vorteile im Leben, da Zahlen nun mal allgegenwärtig sind, sei es bei Preisvergleichen im Internet oder beim Berechnen der Zinssätze für einen Studienkredit. Vielleicht entdeckt Ihr Kind durch die praktische Anwendung ja sogar seine Begeisterung für das Fach.

Klare Regeln aufstellen

Wichtig ist in jedem Fall, dass Sie mit Ihrem Kind möglichst oft über Geldangelegenheiten reden, wobei zum Beispiel folgende Fragen thematisiert werden können:

  • Was gilt als viel, was als wenig Geld?
  • Wie viel kosten bestimmte Dinge? Wann ist etwas überteuert?
  • Wie haushalte ich mit meinem Geld? Brauche ich diese Sache jetzt wirklich oder spare ich lieber auf etwas anderes?

Ziehen Sie auch ruhig in Betracht, ein eigenes Konto für Ihr Kind anzulegen. Die meisten Banken verfügen über Angebote mit attraktiven Sparzinsen und der Möglichkeit, bargeldlos zu zahlen. Für solch ein Girokonto für Schüler gibt es auch kein Mindestalter – abgesehen davon, dass Minderjährigen kein Dispokredit gewährt wird. Zuletzt empfiehlt es sich, das Taschengeld an feste Regeln zu binden. Dazu gehören: Kein Kredit und kein Vorschuss, stattdessen ein fixer Betrag. Eventuell kann es auch sinnvoll sein, es als „Lohn“ für die getane Hausarbeit auszugeben.
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