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Die richtige Zahnhygiene von Anfang an

Die richtige Zahnhygiene von Anfang an: Zahnhygiene ist immer wieder ein großes Thema. Welche Zahnbürste ist die richtige, welche Putztechnik ist die effektivste, welche Zahnpasta nehme ich, wie wichtig ist die Reinigung der Zahnzwischenräume und was ist eigentlich ein Zungenreiniger? Fragen über Fragen. Wichtig ist allerdings, dass Kinder von Anfang lernen, dass das tägliche Zähneputzen sehr wichtig ist, damit die Zähne bis ins hohe Alter gesund bleiben.

Zahnhygiene von Anfang an

„Früh übt sich,..“, Was Hänschen nicht lernt,…“ ? der Wahrheitsgehalt dieser alten Weisheiten trifft auf die Zahnhygiene besonders zu. Wenn Kinder von Anfang an lernen, dass das tägliche Zähneputzen ein absolutes Muss ist, werden sie lange Freude an ihren Zähnen haben und der Gang zum Zahnarzt wird nicht zur Zitterpartie. Denn Karies kann man verhindern.
Zähne weisen besonders in den ersten Jahren nach dem Zahndurchbruch eine hohe Empfindlichkeit auf. Karies hat es den besonders leicht, die Zähne anzugreifen, was eine besondere Pflege in dieser Phase erfordert. Hier sind natürlich die Eltern in der Pflicht, für die tägliche Zahnpflege zu sorgen. Denn wenn die Zähne hier richtig gepflegt werden, erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, dass die Zähne auch lange gesund bleiben. Umgekehrt kann natürlich auch der Grundstein für lebenslange Zahnprobleme gelegt werden.

Welche Technik ist die richtige?

Zahnpastatube

© Alexandra H./pixelio.de

Die Entfernung des Zahnbelages (Plaque) ist wichtig, damit keine Karies entstehen kann. Für Kinder ist die Methode „Von Rot nach Weiß“ am einfachsten erlernbar. Hier wird vom Zahnfleisch in Richtung Zähne geputzt und die Zahnbürste dabei senkrecht auf die Zähne aufgesetzt und in leicht kreisenden Bewegungen bewegt. Nachteilig ist allerdings, dass die Beläge unterhalb des Zahnfleisches nicht entfernt werden.
Besser ist es, die Zahnbürste im 45-Grad-Winkel auf den Zahn aufzusetzen und dann den Zahnbelag durch eine Rüttelbewegung zu lösen.
Auf keinen Fall sollte man mit der Zahnbürste über die Zähne ?schrubben“, wobei die Zahnbürste horizontal über die Zahnreihen geführt wird. Hierbei werden die Zahnbeläge direkt in die Zahnzwischenräume befördert und nicht entfernt. Ebenfalls schädlich ist ein zu hoher Druck beim Zähneputzen. Elektrische Zahnbürsten mit einer Warnanzeige können hier helfen. Beim Putzen sollten zunächst die Außenflächen, dann die Innenflächen und zum Schluss die Kauflächen gesäubert werden.

Wann und wie oft sollte man die Zähne putzen?

Es wird empfohlen, die Zähne nach jedem Essen zu putzen, mindestens aber morgens nach dem Frühstück und abends nach dem Abendessen. Wird zum Frühstück allerdings Orangensaft getrunken oder andere säurehaltige Speisen oder Getränke verzehrt, sollte das Zähneputzen vorher erfolgen, weil durch Säuren die oberste Schmelzschicht angegriffen werden kann. Durch das Putzen würde man sonst die Schmelzschicht ablösen.

Was ist mit den Zahnzwischenräumen und wie benutzt man einen Zungenschaber?

Zungenschaber

© sparkie/pixelio.de

Auch die beste Zahnbürste schafft es nicht, die Zahnzwischenräume zu reinigen. Hier leistet die gute alte Zahnseide immer noch beste Dienste. Die beliebten Interdentalbürsten sind meist für Kinder zu dick, da die Zahnzwischenräume sehr eng sind. Die Zahnseide passt im jeden Fall in jeden Zwischenraum und ist auch für unterwegs ein gute Möglichkeit für die Reinigung zwischendurch. Ungewachste Zahnseide ist etwas effektiver als gewachste, aber dafür lässt die gewachste Ausführung besser durch die Zwischenräume führen. Aber alles ist besser als keine Zahnseide. Bei der Anwendung ist die richtige Technik jedoch sehr wichtig, da es ansonsten zu Verletzungen kommen kann. Wichtig ist, die Zahnseide in sägeartigen Bewegungen durch die Zwischenräume zu führen und sie nicht mit Druck bis auf das Zahnfleisch schnalzen zu lassen.

Auch auf der Zunge, und hier besonders im hinteren Drittel, kann sich ein Belag bilden, auf dem sich Bakterien und Pilze gerne einnisten. Daher ist auch die Pflege der Zunge sehr wichtig. Dabei zieht man den Schaber zunächst von weit hinten nach vorne über die Zunge, ca. fünf Mal. Anschließend spült man den Mund mit Wasser aus.

Welche Zahnpasta ist denn nun die Richtige?

Beim Gang durch den Drogeriemarkt verliert man schon mal schnell den Überblick bei der Auswahl an Zahnpasten. Für jedes Alter, für weiße Zähne, für empflindliche Zähne, mit künstlichem Zahnschmelz, mit und ohne Fluorid und natürlich zu ganz unterschiedlichen Preisen. Laut Stiftung Warentest  ist der Preis kein Kriterium für eine gute Zahnpasta.
Aus zahnärztlicher Sicht sollte eine gute Zahncreme Fluorid enthalten und keine zu groben Schmirgelstoffe. Besonders bei empfindlichen Zähnen sollte ein zu hoher Abrieb vermieden werden. Zahnpasten für empfindiche Zähne enthalten zusätzliche Wirkstoffe, die die Empfindlichkeit verringern.
Fluoride härten die Zahnoberfläche und bieten dadurch Schutz vor Karies. Aber hier werden zunehmend Stimmen laut, die fluoridierte Zahnpasten kritisch betracheten. Und wenn man die Warnhinweise für Kinder unter sechs Jahren auf den Tuben liest, kann man auch leicht stutzig werden. Denn in hohen Dosen wirken Fluoride toxisch, was vor allem für Kinder, die gerne die Erdbeerzahnpasta verspeisen, gefährlich werden kann. Hier sollten interessierte Eltern sich weiter informieren und auf aktuelle Studienergebnisse achten.

Auch Lebensmittel schützen vor Karies

Zahngesundheit4

© Rainer Sturm/pixelio.de

Damit sind natürlich nicht die Tafel Schokolade oder die Tüte Gummibärchen gemeint. Denn Zähne brauchen etwas Knackiges, was kräftiges Kauen erfordert und das Zahnfleisch massiert. Außerdem wird zum Beispiel durch das Knabbern von Möhren oder den herzhaften Biss in einen Apfel der Speichelfluss angeregt und damit reinigen die Zähne sich selbst. Außerdem sorgen solche faserreiche Lebensmittel für eine Reinigungswirkung an der Oberfläche der Zähne und die enthaltenen Vitamine fördern die Erneuerung der Mundschleimheut, den Aufbau des Zahnbeins und die Einlagerung von Mineralien.
Beim Verzehr von weiche Brötchen aus Weißmehl, Nudeln, Hamburger und Pudding muss man nicht mehr viel kauen und das Essen rutscht schnell in den Magen. Hinreichend bekannt ist, dass zuckerreiche Lebensmittel den Zähnen auf Dauer schaden. Die Bakterien im Mund wandeln den Zucker in Säure um, die den Zahnschmelz angreifen und sich bilden sich Löcher. Auch das tägliche Schulbrot sollte nicht nur aus Toastbrot mit Schokoaufstrich bestehen. Hier sollte besser Vollkornbrot mit Käse sowie Obst und Gemüse in die Schulbrotbox gepackt werden.

Tag der Zahngesundheit

Jedes Jahr, am 25. September, findet der Tag der Zahngesundheit statt. Ziel ist, die Mundgesundheit ins Zentrum der Aufmerksamkeit zu stellen. So finden rund um dieses Datum bundesweit eine Vielzahl an kleinen und großen Veranstaltungen statt, wobei der Prävention besondere Aufmerksamkeit geschenkt wird.

Logo Tag der Zahngesundheit

© Verein für Zahnhygiene e.V.

Die Autorin, Bianca Bonacci, ist zertifizierte Ernährungs- und Gesundheitsberaterin