Karneval, Fastnacht und Fasching

Karneval, Fastnacht und Fasching: Am Aschermittwoch ist alles vorbei – aber wie heißt eigentlich die Zeit davor: Karneval, Fastnacht oder Fasching? Und woher kommen diese Namen? Wozu gibt es eigentlich die Fastenzeit und warum sollen wir eigentlich fasten? Die fünfte Jahreszeit hat alle voll im Griff, doch sie wird im Norden oder Süden oft sehr unterschiedlich begangen.

Ob Karneval, Fastnacht oder Fasching: Verkleiden ist auf jeden Fall angesagt!

In der christlichen Tradition kennzeichnet der Aschermittwoch den Beginn der Fastenzeit. Er fällt auf den Mittwoch, der 46 Tage vor dem Ostersonntag liegt. Ostern berechnet sich nach dem ersten Vollmond im Frühling und fällt somit in jedem Jahr auf einen anderen Termin – und somit auch der Aschermittwoch.

Die Fastenzeit wird auf 40 Tage berechnet, doch die sechs fastenfreien Sonntage müssen dazu gerechnet werden, deshalb kommt man auf 46 Tage zwischen Aschermittwoch und Ostern. Vor der Fastenzeit aber feierte man seit alters her noch einmal ausgiebig – wobei ursprünglich im heidnischen Brauchtum der Winter ausgetrieben wurde. Daraus entstand der Karneval.

Der Name Fastnacht bezeichnet eigentlich nur den Tag vor Beginn der Fastenzeit. Fasching leitet sich hingegen vom „Fastenschank“ her, also dem letzten Ausschank vor der Fastenzeit. Auch das Wort Karneval hat seinen Ursprung hier, denn es kommt wahrscheinlich von lateinisch „carne vale“, also Fleisch, lebe wohl.

Traditionell gilt der Dreikönigstag als Beginn der Karnevalszeit, seit dem 19. Jahrhundert feiert man auch am 11. November um 11 Uhr 11 den Beginn, dem allerdings keine Feierlichkeiten folgen. Richtig los geht es dann mit der Weiberfastnacht, dem Donnerstag vor Aschermittwoch. Männer sollten sich an diesem Tag in Acht nehmen, denn flugs ist die Krawatte ab!

Am folgenden Sonntag oder dem Rosenmontag finden dann in vielen Städten die großen Karnevalsumzüge statt, vor allem in den Karnevalshochburgen wie Köln, Mainz oder Düsseldorf. An manchen Orten finden auch am Dienstag noch Umzüge statt, z.B. in Mönchengladbach.

Schwäbisch-alemannische Fastnacht

© Sabine Gruler – Schwäbisch-alemannische Fastnacht

Als Schwäbisch-alemannische Fastnacht wird die Fastnacht im südwestdeutschen Raum und der Nordschweiz bezeichnet. Erst Anfang des 20. Jahrhunderts hat man sich in dieser Gegend wieder auf die Traditionen der mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Fastnacht besonnen.

Die heutige Form wird in Baden-Württemberg, Teilen von Bayern, in Vorarlberg, der Schweiz und im Elsass gefeiert. Dort wird sie in der Regel Fasnet, Fasnacht oder Fasent genannt. Schaurig schön ist die Welt der Larven  und Masken, meist aus Holz, die manchmal ganz schön gruselig anmuten.

Die Kostümträger, die in schwäbisch-alemannischen Gebieten auch Hästräger genannt werden, wechseln ihre Verkleidung (Häs) nicht von Jahr zu Jahr, sondern behalten sie immer bei. In manchen Gegenden werden sie von Generation zu Generation weiter vererbt.

Sowohl zum Karneval wie zur allemannischen Fastnacht gehört nun einmal das  Verkleiden, was nicht nur Kindern viel Spaß macht, sondern auch vielen Erwachsenen. Ausgelassenes Feiern und Narrenfreiheit haben natürlich auch ihren Platz!

Wer nach einer Idee für einen Kindergeburtstag mit Verkleidung sucht, wird beim Indianergeburtstag vielleicht fündig.