Familienleben und Nachhaltigkeit in Einklang bringen

Nachhaltigkeit in der Familie

In Zeiten des Klimawandels und der Rohstoffknappheit hat der Begriff „Nachhaltigkeit“ enorm an Bedeutung gewonnen. Das Thema ist in so gut wie jedem Lebensbereich wichtig. Auf der Arbeit, in der Schule und vor allem auch innerhalb der eigenen Familie. Die entscheidende Frage lautet: Wie lässt sich das Thema Nachhaltigkeit in der eigenen Familie konsequent umsetzen? Die Antworten darauf gibt es hier.

Was genau ist mit Nachhaltigkeit gemeint?

Das Wort Nachhaltigkeit wird umgangssprachlich mittlerweile von sehr vielen Menschen verwendet. Doch eine genaue Definition dafür haben nur die wenigsten zur Hand. Grundsätzlich geht es darum, beim Verbrauch von Rohstoffen und anderen Schätzen, die uns die Erde so bietet, immer auch an die nachfolgenden Generationen zu denken, denn auch sie werden in ihrem Leben so wichtige Rohstoffe und Bodenschätze wie beispielsweise Holz, Wasser und auch Erdöl benötigen.

Neu ist der Begriff Nachhaltigkeit keineswegs. Er existiert bereits seit dem 18. Jahrhundert und wurde zum ersten Mal von dem Forstwirtschaft-Experten Hans Carl von Carlowitz verwendet. Für ihn bedeutete Nachhaltigkeit, dass nicht mehr geerntet werden soll als in der Natur nachwachsen kann. Schön und gut, doch wie lässt sich die Nachhaltigkeit nun innerhalb der eigenen Familie umsetzen?

Jede einzelne Konsumentscheidung ist wichtig

Den größten Einfluss auf das nachhaltige Familienleben haben vor allem die Kaufentscheidungen der Familie. Immer mehr Menschen tendieren dabei zum Minimalismus und entscheiden sich freiwillig für ein einfaches Leben ohne übermäßigen Konsum. Minimalisten besitzen nur das, was sie wirklich brauchen.

Wer nicht gleich ganz so weit gehen möchte, sollte zumindest versuchen, möglichst viele Dinge lokal, regional und saisonal zu kaufen. Denn das führt dazu, dass diese Produkte nicht erst über lange Transportwege mit Flugzeugen oder Containerschiffen nach Deutschland gebracht werden müssen. Viele Lebensmittel, die nicht ganzjährig verfügbar sind, lassen sich durch Einkochen oder Einfrieren für lange Zeit haltbar machen.
Doch nicht nur bei den täglichen kleinen Kaufentscheidungen ist das Thema Nachhaltigkeit wichtig. Sondern auch und vor allem bei großen Anschaffungen. So sollte überdacht werden, ob es wirklich notwendig ist, in der Stadt heutzutage noch einmal ein neues Auto zu kaufen oder stattdessen lieber im Bedarfsfall auf Carsharing-Modelle zu setzen und öfter den öffentlichen Personen- und Nahverkehr zu nutzen. Auch die meisten Freizeitparks und Zoos in Deutschland sind schließlich mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar.
100 Kilometer auf dem Fahrrad sparen gegenüber dem Auto rund 15 Kilogramm CO2 ein. Bei einer Wegstrecke von fünf Kilometer in die Arbeit kommen so monatlich für die Hin- und Rückfahrt etwa 200 Kilometer, also 30 Kilogramm CO2 zusammen.

Familie Nachhaltigkeit

© Pexels, Makim Goncharenok

Die Wohnung nachhaltig einrichten

Auch die Einrichtung spielt eine wichtige Rolle beim Thema Nachhaltigkeit. Immer mehr Hersteller von Möbelstücken achten bei der Produktion ihrer Möbel auf die Verwendung von nachhaltigen Materialien und bauen Möbel, die nicht nach wenigen Jahren zusammenbrechen, sondern mehrere Generationen überdauern.
Nachhaltige Möbel bestehen zumeist aus Holz, das aus nachhaltiger Forstwirtschaft stammt. Um den CO2-Ausstoß so gering wie möglich zu halten, wird dabei auf möglichst kurze Lieferwege geachtet. Zudem werden die einzelnen Möbelstücke ohne chemische Kleber verarbeitet und die Oberflächen mit Öl, Wachs und Lasuren versiegelt.

Strom und Wasser in der Wohnung sparen

Viele Elektrogeräte im Haushalt schalten bei Nichtbetrieb in den Standby-Modus. Wer eine Steckerleiste mit Abschaltknopf verwendet, kann die Stromkosten innerhalb der Familie jährlich um rund 50 Euro senken. Würden das alle Einwohner in Deutschland machen, könnten wir zwei ganze Atomkraftwerke einsparen.
Um Bewusstsein für das Thema Strom zu schaffen, lohnt sich ein Familienausflug mit der Besichtigung eines Wasserkraftwerks oder dem Besuch eines Science-Centers, in dem sich Phänomene aus der Technik erforschen lassen.
Die heutigen Waschmaschinen bekommen die Wäsche auch bei 30 Grad schön sauber. Es ist nicht mehr erforderlich, die gesamte Wäsche mit 60 Grad zu waschen. Auf Weichspüler sollte dabei nach Möglichkeit ebenfalls verzichtet werden. Denn diese enthalten eine Vielzahl von Chemikalien, die bei jeder Wäsche ins Abwasser gelangen und so die Umwelt belasten.
Die alten Glühbirnen in der Wohnung sollten durch neue LED-Lampen ersetzt werden. Denn die halten nicht nur wesentlich länger, sondern benötigen auch rund 90 Prozent weniger Strom. Dass das Licht nur in jenen Räumen eingeschaltet sein soll, in denen sich tatsächlich jemand befindet, ist ohnehin selbstverständlich.
Es ist darüber hinaus nicht nötig, sich jedes Jahr ein neues Smartphone anzuschaffen. Denn für die Herstellung werden sehr viele Ressourcen benötigt. Wenn das Telefon einmal kaputt ist, sollte zunächst der Versuch gestartet werden, es zu reparieren. Der Hersteller Fairphone gestaltet seine Mobiltelefone so, dass die einzelnen Komponenten im Bedarfsfall einfach ausgetauscht werden können. Dieses Prinzip gilt selbstverständlich auch für alle anderen elektronischen Geräte.
Wasser lässt sich nicht nur dadurch sparen, dass während des Einseifens unter der Dusche der Hahn zugedreht wird, sondern auch durch die Verwendung von wassersparenden Armaturen. Der Durchlauf bei einem Wasserhahn sollte bei maximal sechs Liter in der Minute liegen, jener für den Duschkopf bei maximal zehn Litern in der Minute.