Hund und Kind: Welche positive Wirkung hat ein Hund als Haustier?

Hund und Kind

Hund und Kind: Welche Aspekte sprechen eigentlich für einen Hund als Haustier? Was ist das Besondere und warum empfinden Familien einen Hund als Bereicherung für das Familienleben? Dieser Frage sind wir einmal nachgegangen und haben dabei unsere eigenen Hunderfahrungen miteinfließen lassen.

Ein Hund für die Familie? Welche Gründe sprechen dafür?

Die Entscheidung „pro Hund“ ist gefallen, Sie wissen nur noch nicht, welchen Vierbeiner Sie sich nun ins Haus holen wollen? Welpe oder Tierheimhund? Klein oder groß? Verspielt oder bewegungshungrig? Auf Familienkultour finden Sie einige Tipps, was Sie im Vorfeld beachten sollten.

Welcher Hund als Haustier für Kinder?

Was ist mit Tierhaarallergien?

Hund und Kind positiver Effekt

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Ein häufig angeführtes Argument gegen die Anschaffung eines Hundes sind Allergien. Dies kann, muss aber kein Grund sein. Hat das Kind (oder ein Elternteil) schon eine Allergie, dann heißt es allerdings vorsichtig zu sein. Doch wer eine Katzenallergie entwickelt hat, den muss noch lange keine Hundeallergie plagen. Hundeallergien sind sehr viel seltener übrigens als Katzenhaarallergien. Das lässt sich im Vorfeld problemlos austesten. Wohlgemerkt, im Vorfeld.
Mittlerweile gibt es sogar Studien, die festgestellt haben, dass die Berührung mit einem Haustier, wie z.B. einem Hund, schon im frühen Kindesalter Allergien eher verhindert als befördert. Sogar im Mutterleib profitiert das Kind vom Hund, weil sich die Darmflora der werdenden Mutter durch den Hundekontakt verändert und die positiven Effekte auf das Kind übertragen werden. Der Kontakt mit Tieren stärkt das Immunsystem, das sagen zumindest viele Studien, die zu diesem Thema erhoben wurden.
Wer hätte das gedacht? Babys und Kleinkinder, die schon sehr früh Kontakt mit einem Haustier haben, bekommen weniger schnell Allergien. Auch die Risiken, an Infektionen zu erkranken oder mit den Atemwegen Schwierigkeiten zu entwickeln, sinken. Das allein rechtfertigt sicher nicht die Anschaffung eines Hundes, aber es sind gute Argumente, wenn das Allergiethema oder das Thema Immunsystem mitten im Raum stehen. Wurde die Allergie allerdings schon entwickelt, wird es natürlich schwierig. In diesem Fall sollten Eltern herausfinden, auf welches Tier nun das Kind besonders allergisch reagiert. Hier dann wirklich Finger weg! Es wird nicht besser, wenn das Kind mit einer Hundehaarallergie einen Hund als Spielgefährten erhält, im Gegenteil.
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Hunde sind bewegungsintensive Tier

Hund und Kind Bewegung

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Der Hund muss raus! Und das muss ein Hund wirklich bei jedem Wetter. Hier zeigen Studien, dass Familien mit Hund oftmals sehr viel mehr Bewegung haben und unterwegs sind als Familien ohne Hund. Und wer sich bei schlechtem Wetter, in angemessener Kleidung versteht sich, draußen aufhält, stärkt übrigens auch gleich wieder das Immunsystem. Somit sind Hundebesitzer oft mit einem stärkeren Immunsystem ausgestattet als Menschen ohne Hund. Gerade kleine Couchpotatoes können so vielleicht tatsächlich zu mehr Bewegung motiviert werden.

Hund und Kind: Ein Hund hört immer zu

Gerade Kindern liegen oft Kleinigkeiten auf dem Herzen. Für das Kind hat eine solche Kleinigkeit aber hohe Bedeutung. Streit mit der Freundin, Stress in der Schule, Probleme mit den Eltern. So schön es sein mag, wenn Kinder zu Hause viel erzählen, es gibt doch einiges, was erst einmal nicht den Eltern berichtet wird. Und wer eignet sich als Zuhörer besser als Leo oder Clara? Vielleicht haben Sie keine direkte Antwort parat, aber sie hören geduldig zu und ein verständnisvoller Hundeblick spendet Trost. Und Tiere üben keine direkte Kritik auf verbale Äußerungen. Gerade Kinder, die Probleme mit dem Erzählen haben, sind hier im Vorteil. Und Hunde schätzen auch Kinder, die vielleicht sonst Schwierigkeiten haben, die weniger akzeptiert oder gar gemobbt werden. Und nichts stärkt das Selbstbewusstsein so sehr, wie das Gefühl angenommen zu sein, eben genau so wie man ist, mit allen Fehlern und Macken.
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Mit Hunden reden, geht das?

Ja, das geht, aber anders als mit Menschen. Tiere lassen sich nicht so leicht anschwindeln. Vor allem Hunde merken sehr schnell, wenn es Frauchen oder Herrchen schlecht geht. Sie reagieren da sofort. Tiere riechen tatsächlich Stimmungen. Und umgekehrt zeigen auch Tiere, wie sie sich fühlen. Hier ist es wichtig, Kindern zu erklären, dass Tiere genauso ihre Ruhe brauchen und nicht jederzeit zur Verfügung stehen. Nicht immer will der Hund schmusen, auch das müssen Kinder lernen. Älteren Kindern können Eltern das gut erklären, bei jüngeren Kindern stehen die Eltern in der Verantwortung, hier für einen Ausgleich zu sorgen.

Hunde fördern das Verantwortungsbewusstsein

Hund und Kind Verantwortung

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Gerade für etwas ältere Kinder ist es toll, wenn der Familienhund gleichzeitig zum Freund wird und sie dabei Verantwortung übernehmen. Hier kann es in der Familie wichtige Abmachungen geben, wer wann den Hund ausführt. Vor der Schule oder nach der Schule, vor dem Mittagessen, Abendessen? Klare Regeln erleichtern den Umgang und hier sollte es dann auch wenige Ausnahmen geben. Allerdings müssen sich Eltern bei der Anschaffung eines Familienhundes immer im Klaren darüber sein, dass die Hauptaufgabe der Hundepflege längerfristig bei ihnen liegt. Es gibt kaum Kinder, denen man die komplette Aufgabe übertragen kann. Aber wichtige Aufgaben und Verantwortung zu übernehmen, fördert die Sozialkompetenz.
Ganz nebenbei können Kinder mit einem Vierbeiner einfach auch Spaß haben und mit ihm spielen, denn Hunde freuen sich über jede Form von Aufmerksamkeit. Kinder schaffen es ohne Unterlass, Bälle oder Stöckchen zu werfen. So mancher Erwachsene hätte da schon längst aufgegeben.
Übrigens fördern Hunde auch den Zusammenhalt in einer Familie. Gibt es Stress zwischen Eltern und Kindern, der Hund ergreift keine Partei, er bleibt neutral, er muss Gassi geführt und gefüttert werden und braucht seine Streicheleinheiten. Und die meisten Hunde wünschen sich, dass ihr „Rudel zusammenbleibt“, Hunde sind Spießer, dass wissen alle, die selbst einen Hund als Haustier besitzen. Sie brauchen eine klare Struktur und eindeutige Abläufe und das brauchen auch Kinder.
Hunde sind einfach die besseren Menschen und wer einen Hund im Hause hat, wird das sicher nicht anzweifeln.