Laut US-Studie: Yoga wirksam bei Blasenschwäche

Yoga Blasenschwäche

Laut einer US-amerikanischen Studie können sich bestimmte Yoga-Übungen bei Frauen, die von Blasenschwäche betroffen sind, positiv auf die Beschwerden auswirken. Das Besondere an Yoga ist, dass es seine Wirkung auf verschiedenen Ebenen entfaltet und somit Körper und Geist in Einklang bringt. Die verschiedenen Übungen lassen sich recht simpel in den Alltag integrieren.

Yoga stärkt die Beckenbodenmuskulatur

Für die Studie der UCSF School of Medicine in den USA suchten Alison Huang und ihre Kollegen zwanzig Frauen aus der Bay Area in San Francisco, die 40 Jahre und älter waren und an täglich auftretender Harninkontinenz litten. Zehn dieser Frauen nahmen an einem sechswöchigen Yoga-Kurs teil, der speziell für ältere Frauen mit teilweisen Mobilitätseinschränkungen ausgerichtet war.

Nach Abschluss der Übungsphase kam die Studie zu dem Schluss, dass bei den Teilnehmerinnen des Yoga-Programms im Gegensatz zu der Kontrollgruppe eine deutliche Verbesserung eingetreten war. Die positiven Effekte von Yoga zeigten sich besonders deutlich bei von der sogenannten Belastungsinkontinenz betroffenen Frauen. Dabei handelt es sich um eine Form von Blasenschwäche, bei der es etwa beim Niesen oder Husten zu ungewolltem Urinverlust kommt. Laut Huang stimulierten die speziellen Yoga-Übungen nicht nur die Psyche, sondern stärkten auch die Beckenbodenmuskulatur.

Neben gezielter Übungen zur Stärkung der Beckenbodenmuskulatur ist es hilfreich, sich gesund und ballaststoffreich zu ernähren. Deshalb sollten schon Kinder die Grundpfeiler einer gesunden Ernährung lernen, um ein Bewusstsein dafür zu entwickeln, was ihr Körper braucht.

Körpermitte aktiv stärken

Yoga ist jedoch nicht nur bei Blasenschwäche empfehlenswert. Vielmehr hilft es dabei, ein Gefühl für den eigenen Körper und vor allem den Beckenboden zu bekommen. Letzterer hat eine zentrale Bedeutung für den menschlichen Organismus, denn die Beckenbodenmuskulatur beeinflusst die Körperhaltung, das Wohlbefinden und die Organtätigkeit und wird erst dann wahrgenommen, wenn man mit Beschwerden konfrontiert ist.

Der Beckenboden ist gewissermaßen die „Hängematte“ der menschlichen Organe und besteht aus drei Muskelschichten. Diese stabilisieren nicht nur die inneren Organe, sondern tragen außerdem zu einer gesunden Körperhaltung bei. Eine aktive Beckenbodenmuskulatur ist der Impulsgeber für viele Bewegungen, obwohl sich die wenigsten Menschen dessen bewusst sind. Ist jedoch das Wechselspiel zwischen Beckenboden, Körper und Psyche gestört, so können Organsenkungen, Haltungsschwächen oder Blasenschwäche die Folge sein.
Yoga-Übungen in den Alltag integrieren

Schon 15 Minuten Yoga täglich reichen aus, um sich besser zu fühlen. Je nach Bedürfnis und Vorkenntnis kann man dabei auf verschiedene Übungen zurückgreifen. Einsteiger sollten langsam mit einigen Grundübungen beginnen, bevor sie sich für einen Stil entscheiden. Bei den sogenannten „Asanas“ (Sanskrit für „der Sitz“) handelt es sich beispielsweise überwiegend um Körperstellungen, bei denen man ruht. Diese bieten sich somit auch für in ihrer Bewegung eingeschränkte oder ältere Menschen an. Durch die aktive Integration der Atmung fördern solche Yoga-Übungen nicht nur die Beweglichkeit, sondern stimulieren auch den Bauchraum und beruhigen das Nervensystem.

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