Wildblumen und Kräuter gegen das Bienensterben

Wildblumen und Kräuter pflanzen hilft gegen Bienensterben: In den Medien kursieren mehr und mehr Berichte über das Bienensterben. Imker bangen jedes erneut um ihre Bienenvölker deren Lebensräume und damit das Futternagebot schwinden. Die Honigsammlerinnen leiden am Einsatz von Pestiziden und den zunehmenden Monokulturen in der Landwirtschaft. Ein intelligent bepflanzter Blumenkasten bietet viel Pollen und Nektar für die Bienen.

 Warum sind Bienen so wichtig für uns?

Ohne die Bestäubung von Insekten müssten wir auf viele Lebensmittel wie Gemüse, Nüsse, Gewürze und Pflanzenöle verzichten. Mehr als 4.000 Gemüsesorten hängen allein in Europa von Bienen ab. (Quelle: www.greenpeace.de)

Mit über 500 heimischen Wildbienenarten sorgt die Honigbiene für eine vielfältige Natur. Wertvolle Naturstoffe wie Honig, Bienenwachs. Propolis und Gelée royale sind außerdem das Werk der fleißigen Bienen.

Wie entsteht Honig genau?

Bis der Imker den fertigen Honig aus den Waben holt ist es ein langer Weg. Nachdem die Biene den Nektar oder Honigtau mit ihrem Rüssel aufgesaugt hat, transportiert sie ihn in ihrer Honigblase in den Bienenstock und dort wird er von den Stockbienen „weiterverarbeitet“. Die Stockbienen nehmen den süßen Saft mehrfach in ihren Körper auf und geben ihn wieder ab, wobei verschiedene Stoffe von der Biene in den Nektar abgegeben werden und der Zucker umgewandelt wird. Die Eindickung des Nektars ist ein nächster Schritt, bei dem die Bienen tröpfchenweise den Nektar aufsaugt, herauslässt und wieder aufsaugt, bevor der Nektar dann in die leeren Wabenzellen ausgebracht wird. Jetzt sorgen die Bienen mit Flügelschlägen für die weitere Verdunstung des Wassers. Die Bienen tragen den fertigen Honig abschließend in Lagerzellen, wo er  mit einer luftundurchlässigen Schicht überzogen wird. Einen Teil des Honigs benötigen die Bienen zur Ernährung des Bienenvolks und zur Aufzucht.

Warum sterben immer mehr Bienen?

Rund zehn Prozent der Bienenvölker in Deutschland überleben den Winter nicht, im Jahre 2014 waren es sogar 30 Prozent. (Quelle: http://www.br.de).
Hauptgrund für das Bienensterben ist der Befall mit der Varroa-Milbe, der das Blut der Bienen als Nahrung dient. Aber auch unsere veränderte Kulturlandschaft mit zunehmenden Monokulturen reduziert das Nahrungsangebot der Bienen. Der vermehrte Einsatz von Insektiziden macht den Bienen ebenfalls zu Schaffen. Imker beklagen zudem den Einsatz von Gentechnologie, da die Bienen ja auch auf diesen Feldern Pollen einsammeln. Im September 2011 wurde das sogenannte ?Honig-Urteil“ ausgesprochen, wonach gentechnische Verunreinigungen im Honig kennzeichnungspflichtig sind. (Quelle: http://www.keine-gentechnik.de).

Was können Konsumenten tun, um den Bienen zu helfen?

Beim Einkauf könnte man beispielsweise nach Lebensmitteln Ausschau halten, die ökologisch produziert wurden. Hier versucht man Schädlinge nicht mit der chemischen Keule Herr zu werden, sondern mit Nützlingen. Meist sind ökologische produzierte Pflanzen auch resistenter gegen Schädlinge, die zudem durch eine abgestimmte Fruchtfolge weniger oft auftreten.

Der intelligente Blumenkasten – Lebensretter für die Bienen

Die übliche Balkonbepflanzung mit Geranien oder Fuchsien ist zwar schön anzusehen, bietet aber wenig Nahrung für Honigbienen, Hummeln und Schmetterlinge. Optimal ist es, wenn die Pflanzen auch in der Küche Verwertung finden können. Geeignet sind beispielsweise Lavendel, Thymian, Dost, Bohnenkraut, Zitronenmelisse, Salbei, Ysop oder Pfefferminze. Auch blühender Schnittlauch bietet Bienen eine gute Nahrungsgrundlage.
Eine Anleitung für den intelligenten Blumenkasten findet sich auf den Seiten der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau.

Für größere Flächen gibt es spezielle Wildblumenmischungen, die gut aufeinander abgestimmte einjährige oder mehrjährige Wildblumen enthalten.

Mehr Informationen unter:
https://www.greenpeace.de
http://www.bienenretter.de