Amicella Netzwerk Logo
Zurück

moks Kinder- und Jugendtheater in Bremen

Bremen

Moks Bremen: Im Kinder- und Jugendtheater moks in Bremen ist mal „die zweite Prinzessin“ zu Gast, mal geht es um Patrick und dann wieder heißt es: Anders sein! Bunt und vielfältig ist das Programm, das für Kinder ab 5 genauso viel im Repertoire hat wie für Jugendliche. Bei den „jungen akteuren“ tritt der Nachwuchs selber auf die Bühne. [ab 5 Jahren]

Das moks-Ensemble spielt für Kinder und Jugendliche Theater in Bremen.

Das moks Theater in Bremen zeigt seine Stücke gleich an mehreren Spielstätten, die jedoch alle in unmittelbarer Nähe liegen. Im Brauhaus, im Neuen Schauspielhaus und im „Stammhaus“ im Theater am Goetheplatz treten die Schauspieler auf die Bühne.

In der Saison 2016/17 feiern wieder mehrere Stücke Premiere. In „Patricks Trick“ für Kinder ab 9 Jahren geht es um Patrick. Patrick ist elf Jahre alt und Einzelkind. Als er zufällig ein Gespräch seiner Eltern mithört, erfährt er, dass sie noch ein Kind bekommen. Einen Bruder hätte Patrick schon gern, aber eigentlich einen älteren, kein Baby. Erst nach und nach findet er heraus, dass mit seinem Bruder irgendetwas nicht stimmen wird. „Vielleicht wird er niemals lernen, richtig zu sprechen“, flüstern seine Eltern und sind ratlos, ob sie das Kind bekommen möchten oder nicht. Da seine Eltern das Thema offenbar mit ihm nicht besprechen wollen, sucht Patrick mutig und voller Optimismus Menschen aus seinem Umfeld auf, die ihm bisher eher Angst machten, von denen er sich aber praktischen Rat im Umgang mit dieser für ihn diffusen Situation erhofft. Der Autor Kristo Šagor greift mit seinem Stück das Tabuthema „Behinderung“ auf und reflektiert die Perspektive von Kindern und deren drängende Fragen, die oftmals wenig Beachtung finden. Humorvoll und leicht im Ton schafft er es dabei, Klischees und Verunsicherungen zu thematisieren, die oftmals Alltag in der Begegnung mit Behinderungen sind.

„Anders sein“ richtet sich an alle ab 6 Jahren. Im Alltag begegnen uns viele Menschen, die uns fremd sind, weil sie aus einer anderen Kultur kommen, eine andere Sprache sprechen, eine körperliche Beeinträchtigung haben, sich unkonventionell verhalten und vieles andere mehr. Was führt dann dazu, ob wir auf jemanden neugierig zugehen oder jemanden ablehnen? Welche Gedanken und Gefühle steuern uns dabei? Und welche Gedanken und Gefühle entstehen bei denjenigen, die nicht dazugehören? Die Choreografin Hanna Hegenscheidt bringt zusammen mit dem Moks-Ensemble auf spielerische und tänzerische Weise Facetten von Ausgrenzungsmechanismen auf die Bühne und erforscht die damit verbundenen Emotionen wie Neugierde, Furcht und Faszination. Nach „Struwwelpeter“und „Helden“ wird dies die dritte Arbeit von Hanna Hegenscheidt für das Moks sein.

„Die Sprache des Wassers“ ist ein Stück für alle ab 11 Jahren: Im Wasser fühlt sie sich geborgen, im Ruhezustand und doch bewegt: ­Kasienka ist 13 Jahre alt, als polnische Einwanderin fremd in England und einzig im Schwimmbad und unter Wasser zuhause. Denn seitdem sie mit ihrer Mutter nach England kam, um nach dem plötzlich verschwundenen Vater zu suchen, ist ihre Welt aus den Fugen geraten. In einem winzigen Zimmer zusammen mit ihrer Mutter hausend, ist sie deren Verzweiflung ausgesetzt und muss sich zugleich in ein Leben einfinden, in dem sie sich als permanente Außenseiterin erlebt: Kulturell bedingte Missverständnisse, mangelnde Sprachkenntnisse und Mobbing gehören zu ihrem Alltag. Das Schwimmen, ein Junge namens William, der liebenswürdige Nachbar Kanoro und ihr eigener Mut helfen ihr allerdings, den Herausforderungen eines Einwandererlebens zu trotzen und sich einen souveränen Platz in der Gesellschaft und ihrer Familie zu erkämpfen. „Die Sprache des Wassers“ ist ein, auch formal, außergewöhnlicher Jugendroman, der in klaren Bildern und eindrücklichen Momentaufnahmen von Fremdheit erzählt und den Hürden, die zu nehmen sind, wenn man sich einer neuen Kultur anpassen und zugleich man selbst bleiben möchte.

Wer sein darstellerisches Können selber einfach mal ausprobieren möchte, hat dazu bei den jungen akteuren reichlich Gelegenheit. Die moks Theaterschule bietet unter der Leitung von Tanja Springer und Martin Thamm zahlreiche Werkstätten an. Sie richten sich an 8- bis 21-jährige, jeweils bis zu 12 Kinder oder Jugendliche können mitmachen. Weitere Projekte bringen Stücke zur Aufführung, für die ebenfalls junge Darsteller gesucht werden.