Tipps und Hilfen bei Flugverspätung

Flugverspätung

Wochenlang hat sich die ganze Familie auf den Urlaub gefreut und der große Tag steht vor Tür. Ist alles gepackt? Sind die wichtigen Spielzeuge verstaut, Badehosen und Bikinis im Koffer, der Fotoapparat bereit, Akkus geladen und genug Lesestoff vorhanden? Dann kann es endlich losgehen. Nur noch schnell zum Flughafen und es beginnen die lang ersehnten Ferien Doch diese Geschichte nimmt erst einmal kein gutes Ende. Was ist zu tun? Hilfreiche Tipps finden sie in diesem Artikel …

Was tun, wenn der Flieger zu spät oder gar nicht kommt

Mit der ganzen Familie nach Barcelona? Ein paar Tage ausspannen, bummeln und am Strand spaziergehen? So jedenfalls war es geplant. Doch der Start des Urlaubsfliegers verschiebt sich. Erst einmal eine Stunde, dann drei Stunden, letztlich soll ein Ersatzflugzeug starten, doch auch dieses fällt aus. Was am Anfang noch ein nettes Spiel ist, entpuppt sich mit zwei Kleinkindern sehr schnell als pure Katastrophe. Der Start in den Urlaub ist geplatzt. Selbst wenn der Flieger am Ende doch noch abheben sollte, eine zusätzliche Nacht im Flughafenhotel ist kein Ersatz für einen erholsamen Ferienbeginn. Passen Sie auf, denn, bei einem Start am nächsten Tag haben Sie Anspruch auf eine Hotelnacht. Das Hotel wählt die Fluggesellschaft und kümmert sich auch um den Transport dorthin. Das ist keine nette Geste, sondern Verpflichtung.

Selbst wenn die Wartezeiten kürzer sein sollten, wer einen Kurzurlaub gebucht hat, dem fehlen am Ende leicht 20% seiner Urlaubszeit. Und Ersatz fürs gebuchte Hotel gibt es nicht. Aber wenigstens ein Trostpflaster für die Flugverspätung? Das ist durchaus drin! Aber Sie sollten dabei einiges beachten. Ein kleines Entgegenkommen ist ein Gutschein für die Verpflegung, den Sie schon am Flughafen erhalten, meist ein Getränk und ein Sandwich, über die Qualität lässt sich dann streiten. Schon bei einer Verspätung von zwei Stunden verteilen die meisten Fluggesellschaften solche Scheine. Wenn nicht, Quittungen für Snacks aufheben und später einreichen, in einem gewissen Rahmen wird bei einer Flugverspätung auch das erstattet. Doch viele denken in hektischen Momenten nicht daran, worauf sie ein Anrecht hätten. Wenn Sie hierfür genauere Informationen suchen und gleich auch wissen wollen, wie hoch die Entschädigung ausfallen kann, erhalten Sie im Internet Infos dazu.

Wann haben Fluggäste bei einer Flugverspätung Anspruch auf Geld

Drei Stunden Verspätung sollten auf jeden Fall angefallen sein. Und dann gibt es Geld – der Erstattungssatz bei Flugverspätung liegt zwischen 250 und 600 Euro. Und das ganz unabhängig vom angefallenen Preis bei der Buchung. Ob Sie nun den teuren Linienflug gezahlt haben oder den günstigeren Charterflug macht da keinen Unterschied. Allerdings bezieht sich das nur auf die Europäische Union, entweder starten Sie dort oder kommen vom Drittstaat in die EU und die Fluggesellschaft hat ihren Firmensitz auch in der EU. Die Höhe der Entschädigung richtet sich dann nach der Kilometerdistanz. Wenn diese im Rahmen bis 1500 Kilometer liegt, gibt es 250 € Erstattung, bis 3500 Kilometer 400 Euro und ab 3500 Kilometern 600 Euro. Das gilt übrigens auch für Überbuchungen oder Streichungen.

Gut zu wissen: Übrigens wird die Zeit nach Ankunftszeit berechnet, das ist der Zeitpunkt, an dem das Flugzeug den Zielflughafen erreicht hat und die Türen geöffnet wurden.

Was gilt es bei einer Flugverspätung oder einem Flugausfall zu beachten?

Wichtig für Sie: Lassen Sie sich die Annullierung oder Verspätung auf jeden Fall noch am Flughafen von der Fluggesellschaft bestätigen und das schriftlich. Genießen Sie zumindest den Resturlaub und denken Sie erst einmal nicht ans Geld, das kommt hinterher und soll die Urlaubsfreuden keinesfalls trüben.

Was ist zu tun, wenn ich bei einer Flugverspätung mein Geld zurückhaben will?

Hier gibt es verschiedene Möglichkeiten. Erst einmal können Sie selbst tätig werden. Hierfür müssen Sie zwar erst einmal kein Jurastudium absolviert haben, dennoch können eine gewisse Durchsetzungsfähigkeit und Hartnäckigkeit keinesfalls schaden, will man an seine berechtigte Entschädigung. Da fängt es oft schon an, viele Fluggesellschaften behaupten erst einmal, keine „Schuld“ an der Verzögerung zu haben und schieben „außergewöhnliche Umstände“ vor. Dazu würden zum Beispiel schlechtes Wetter zählen oder eine Terrorandrohung, wobei letztere glücklicherweise nicht regelmäßig vorkommt. Lag ein technischer Defekt des Flugzeugs vor, dann ist es definitiv Sache der Fluggesellschaft, hier die Verantwortung zu übernehmen und zu zahlen. Also erst einmal standhaft bleiben und auf sein Recht beharren.

Im Zweifelsfall juristischen Rat einholen…

Falls eine Ablehnung kommt, kann erst einmal der Gang zur Verbraucherzentrale helfen, zur Not können Sie einen Anwalt einschalten. Haben Sie Anspruch auf Entschädigung, dann muss die Fluggesellschaft auch den Anwalt zahlen. Aber erst einmal müssen Sie gewinnen. Erfahrungsgemäß kann so etwas Zeit und Nerven kosten und man hat nicht wirklich Spaß daran. Problematisch kann es werden, sollte die Fluggesellschaft darauf pochen, ihren Sitz nicht in der EU zu haben. Dann muss im Vorfeld geklärt werden, wer denn jetzt eigentlich wofür zuständig ist. Dafür kann dann unter Umständen juristischer Beistand unbedingt notwendig sein.

… oder einem Helferportal die Verantwortung übertragen

Alternativ können Sie auch Flughelferportale einschalten. Hier können Sie z.B. mittels eines Entschädigungsrechners schon direkt auf der Website prüfen, wie hoch Ihre Entschädigung ausfallen kann. Sie erhalten gleichzeitig die Möglichkeit, das Portal beauftragen. Allerdings fällt dann eine Provision an, die zwischen 20% und 30% liegen kann, das sollten Sie wissen.
Die Frage ist, ob Sie selbst, Ihre Rechte mit einem gewissen Risiko durchsetzen wollen und am Ende die gesamte Summe in den Händen halten oder sich vertreten lassen und Geld zahlen. Wer Nerv hat, lässt sich auf den Streit ein, wer den bequemeren, aber auch teureren Weg gehen will, greift auf ein Fluggasthelferportal oder auch einen Anwalt zurück.

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